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Abwechslung.
und Frische zu erhöhten Anstrengungen zu geben, die Thatkraft zu stärken, Arbeitsscheu iund Weichlichkeit überwinden zu helfen und an zunehmende Sammlung und Ausdauer lzu gewöhnen. !
II. Hieraus ergiebt sich, wo und wie Abwechslung eintreten soll. ^
1. Abwechslung zwischen Arbeit und Spiel, zwischen geistiger und >!leiblicher Thätigkeit.
Ein solcher Wechsel ist in den Zwischenpausen oder freien Viertelstunden geboten, lSie sollen aber nicht bloß zum Ausrnhen, zum Frühstücken, zum Lnstschöpfen und zur IBefriedigung natürlicher Bedürfnisse, sondern auch für den Zweck des Schullebensbenützt werden. In ihnen hat das Spiel sein Recht; durch gymnastische Freiübungentsür Knaben auch durch Exereiren) und durch allerlei Spiele, welche die Kinder nicht ^zu sehr erhitzen und anfregen, soll ihnen eine körperliche Bewegung als Gegengewichtgegen die geistige Anstrengung und das Sitzen gewährt werden; daran haben sie auchFreude; sie gewinnen dadurch die Schule nur so lieber, und neue geistige Belebunggeht davon auf die nächste Unterrichtsstunde über. (Vgl. den Artikel Erholung.) >
2. Wechsel der Gegenstände. '
Wenn die Kinder sich mit einem ganz gewöhnlichen Spielzeuge stundenlang beschäf- I
tigen, und es gern thun, warum sollte es ihnen nicht bei andern, ernsteren Dingenebenfalls möglich sein? Es ist dazu nur zweierlei nöthig: erstens, daß es der Lehrerverstehe, sich mit den Schülern in die Betrachtung eines Gegenstandes liebend und den- ikend und dadurch für sie anziehend zu vertiefen, so daß sie eben so wenig wie bei an-deren ihnen lieb gewordenen Beschäftigungen merken, wie lange sie dabei verweilen;zweitens daß, wie das Kind bei demselben Spielzeuge die Art der Beschäftigung wechselt,so auch beim Unterrichte die verschiedenen Thätigkeitsweisen wechseln. ,
Ramsauer erzählt von Pestalozzi, daß er in seinem Eifer sich an keine Zeit ge-bunden und das, was er um 8 Uhr angesangen, gewöhnlich bis kt Uhr getrieben ^habe, daß er überhaupt keinen Stundenplan gehabt und deshalb an keine bestimmtenStunden sich gebunden, daß sich auch aller Unterricht auf Zeichnen, Rechnen und >Sprachübungen beschränkt habe, und weder gelesen noch geschrieben worden sei. Daß !bei so langer Ausdehnung trotz aller innerer Anregung und vorhandenen Interesses !Theilnahmlvsigkeit, Widerwille und Ekel eintrat und die Buben von den ganzen vor-gesprochencn Sätzen nichts als vom letzten Worte „cn" mitsprachen, läßt sich , freilich !erklären, um so mehr, als die Thätigkeit vorwaltend dieselbe war: Hören und Sprechen, tDas andere Extrem stellt sich noch vielfach in den Lectionsplänen mit der bunten Reiheder ohne Plan und Auswahl aufeinanderfolgenden Lettinnen dar, zumal wenn, wie hieund da wohl auch noch geschieht, alle oder manche Disciplinen nach halben Stnn- !den wechseln. l
Die rechte Abwechslung besteht darin, daß man für den Unterricht gegen- istündliche Mittelpuncte, um die sich die gesammte Thätigkeit des l!innern Lebens gruppirt, gewinnt; ein solcher Unterricht ermüdet nicht, weil ereine Mannigfaltigkeit der Gegenstände darbietet; er zerstreut dagegen auch nicht, weilsie unter einander Zusammenhängen, so daß die Thätigkeit darin gesammelt und zu- ^sammengefaßt bleibt; die verschiedenen Tätigkeitsformen aber: Denken, Sprechen, !Schreiben, Lesen, Singen, Zeichnen bringen eine wohlthuende, erfrischende Abwechs- ^lung in die Stunden und dienen dazu, den Gegenstand nach verschiedenen Seiten hin ;zu üben und sich immer weiter anzueignen. Die genauere Nachweisung muß demArtikel über Coneentration überlassen bleiben. Es genüge hier noch anzuführen, daß idie dem Inhalte nach verwandten Gegenstände nach einander zu legen sind, z. B. nachden Unterrichtsstunden in der Religion, Weltknnde u. s. w. folgen die Lese- und Auf-schreibestunden für die betreffenden Gegenstände.
Da sich ferner die Lehrgegenstände auch dadurch unterscheiden, daß der eine, wie !Religion und Geschichte, von den Kindern eine rein geistige Thätigkeit fordert, ohne ;alle sinnlichen Anregungen oder Hülfsmittel, der andre aber — wie namentlich alles, ^