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1 (1876) A - Dänemark
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28 Abschreibe». Abspannung.

auch vorhanden sein; am häufigsten liegt aber bei ihnen die Schuld in ihrer Unfähig- ^keit, die geforderte Aufgabe zu bemeistern. Diese übersteigt wirklich ihre Kräfte, dasEhrgefühl aber oder die Furcht hindert sie, ihre Unfähigkeit zu bekennen. Mangel an ;individueller Aufsicht und Lehrart, besonders an Rücksicht auf die Schwachen, Mangelan methodischem Stufengang, fehlerhafte Classification, nachlässige Correctur der ge-lieferten Arbeiten, Einschüchterung der Schüler durch unangemessene Strenge tragen zurEntstehung und Verbreitung des Uebels wesentlich bei. Dem Lehrer, der eine genaue iindividuelle Kenntnis seiner Schüler nach ihrer intellectuellcn und sittlichen Beschaffenheit sbesitzt, und der gewohnt ist, ihre Arbeiten genau durchzusehen, wird es leicht sein, den .Betrug zu entdecken; er wird aber auch durch Pflanzung von Gewissenhaftigkeit und !Ehrenhaftigkeit, durch zweckmäßige, nicht zu schwere Aufgaben, durch das Abschneidcnder Gelegenheit zu verhüten wissen, daß dieses die Charakterbildung wie den scientifischenFortschritt der Schüler gleichmäßig bedrohende Nebel nicht einreiße und wo es ein-gerissen ist, es zu heilen verstehen. Ohne Ahndung darf er den Betrug keinesfalls >hingehen lassen. Hat derselbe in Unfleiß und Bequemlichkeit seinen Grund, so wird !selbständige Ausarbeitung der Aufgabe in der Freizeit gefordert werden müssen, in jWiederholungsfällen wird man bei jüngeren Schülern zu körperlicher Züchtigung zugreifen haben. Ist dagegen der Fehler durch wirkliche Unfähigkeit veranlaßt, so wird >ein Verweis am Platze sein, aber der Lehrer wird sich fragen müßen, ob er nicht seiner-seits einen der oben bezeichneten Fehler gemacht und somit selbst einen Verweis ver-dient habe. Zum mindesten die gleiche Strafe wird den treffen müßen, der mit Wissenund Willen seine Arbeit einem andern Schüler zum Abschreiben geliehen hat. (S. auchden Art. Hintergehung.) L. Völter.

Ahskllteillistc s. Schulacten, Schulversäumnisse.

Absolutorium s. Maturitätsprüfung, Schulzeugnis.

Absonderung s. Strafen. !

Abspannung. Der Physiolog Burdach unterscheidet (siehe Ersch und Grubcr jEncyklopädie) eine doppelte Art der Abspannung, eine im Kreislauf des Lebens selbstbegründete und eine andere, die durch besondere Anstrengung herbeigeführt ist. Dieerstere gleiche der Ebbe und Flut, dem Winter und Sommer in der Natur. Sie treteperiodisch ein ohne besondere Veranlassung. Symptome derselben seien: Langsames,mühsames Arbeiten, geringe Freude, Reizbarkeit, trägere Verdauung, geringere Haut-und Lungenausdünstung, trockene Haut, Blutarmut, schlaffes Muskelgewebe, mattesAuge, starres Haar, verminderte Spannung der Körperhaltung. Nach der Krisis folgeein neuer Impuls aus des Lebens eigener Kraft. Man soll sich während dieser Ab-spannung in den Grenzen mäßiger Anstrengung erhalten. Daß dieselbe monatlich statt-fände, ist sicherlich nicht allgemeines Gesetz, am wenigsten im Kindesalter. Dagegenist es unleugbar, daß diese Art der Abspannung jezuweilen eintritt, auch bei Kindern,namentlich in den Entwicklungsstadien. Sie hat körperliche Ursachen, welche aber beider Einheit unseres Wesens nach Geist und Leib auch den Geist in Mitleidenhcit ^ziehen. Rein körperliche und rein geistige Abspannung findet überhaupt nicht statt.Lehrer und Erzieher thun Unrecht, wenn sie ihre Anforderungen solchen Zuständen ihrerZöglinge nicht anpassen, doch soll man sich dadurch nicht zu übertriebener Rücksicht-nahme verleiten lassen; der Mensch muß auch lernen, durch körperliche Schwachheit dieKraft des Geistes nicht unterjochen zu lassen.

Außer der im natürlichen Verlauf des physischen Lebens begründeten giebt es nochandere Ursachen der Abspannung. Eine furchtbare, leider grassirende ist die Onanie.Andauernde Abspannung des Zöglings mache den Erzieher in dieser Hinsicht immer be-denklich und fordere ihn zur gewissenhaftesten Wachsamkeit auf (s. Geschlechtliche Ver-irrungen). Oft tritt eine zeitweilige Abspannung infolge von großer geistiger undkörperlicher Anstrengung, auch heftiger Bewegung des Gemüths ein. Als Mittel da-gegen empfiehlt Burdach: Die besonders angestrengten Kräfte müßen ruhen, die denGegensatz^ bildenden in regere Thätigkeit versetzt werden. Im seltensten Falle hilft '