Druckschrift 
1 (1876) A - Dänemark
Entstehung
Seite
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Abscheu.

Abschreiber:.

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' Abscheu s. Abneigung.

Abschreiber!, d. h. das Nachbilden von Wörterbildcrn, die das Auge nnmittel-^ bar vorher anschaute, ist 1. ein Mittel, welches bei dem Unterricht in der Orthographie

angewendet wird, und zwar bildet es die erste Stufe des orthographischen Unterrichts,welche der Stufe des Dictirtschreibens vorausgehen muß. , Das Dictirtschreiben näm-lich, d. h. die Hebung in: unmittelbaren schriftlichen Darstellen von Wortbildern, dievorgesprochen werden und also nur mit dein Gehör sich auffassen lassen, kann erst dann! Platz greifen, wenn die Kinder die Fertigkeit besitzen, mittelst des Gehörs und der Ein-bildungskraft aufgefaßte Wortbilder unmittelbar und leicht in die Schrift zu übertragen,wenn sie also schon einen ziemlichen Vorrath von Wortbildern in sich ausgenommen

I haben und darin geübt sind, nicht nur, sie schnell und sicher zu reproduciren, sondern

auch ohne Schwierigkeit schriftlich darzustellen. Dies setzt zweierlei Uebungen als Vor-stufen für das Dictirtschreiben voraus: a. die Kinder müßen geübt werden, Wortbilder,die ihrem Gesichtssinn vorgeführt werden, also geschriebene oder gedruckte, schriftlichnachzubilden, fremde Schrift in eigene Schrift umzusetzen, also richtig ab zu sch reiben,b. sie müßen geübt werden, das, was sie mittelst der Druckschrift in sich ausgenommenund durch öftere Wiederholung sich angeeignet haben, schriftlich wiederzugeben, ohnedaß sie es schriftlich oder gedruckt vor sich haben, d. h. sie müßen geübt werden, dasMemorirte richtig aus dem Gedächtnis abzuschreiben. Letzteres kann inweiterem Sinn auch ein Abschreiben genannt werden, insofern dabei auch ein Anschauender Wortbilder, nur nicht unmittelbar vorausgeht. Gewöhnlich wird jedoch nur dieunter n. beschriebene Uebung Abschreiben genannt. Die Uebungen bestehen anfangs imAbschreiber: von Wörtern, Sätzen u. s. w., die in Currentschrift entweder an die Wand-tafel geschrieben sind oder in der Fibel stehen, dann folgt das Abschreiben bestimmterin den Lehrgang passender, gedruckter Pensen, z. B. von Sprüchen und Liederversen,die die Kinder auswendig zu lernen haben, also die Verwandlung der Druckschrift inSchreibschrift. Manche Methodiker, z. B. F. Otto, verwerfen die Abschreibübungenals Mechanismus; sicher aber haben wir sie als ein treffliches Förderüngsmittel derRechtschreibung zu betrachten, wenn sie gut geleitet sind und Gedankenlosigkeit dabeimöglichst verhütet wird. Die deutsche Rechtschreibung läßt sich nun einmal weder durchsGehör, noch nach Regeln allein lernen; in unzähligen Fällen entscheidet eben derSchrcibgebrauch; dieser aber läßt sich an: besten durchs Anschauer: lernen und zun: sorg-fältigen Anschauen sind die Kinder genöthigt, wenn sie abschreibcn müßen. Taubstummelernen das Nechtschr,eiben bloß durchs Auge, durchs Abschreiber:, und bekanntlich lernensic das Nechtschrciben viel besser als hörende Kinder.Einmal geschrieben ist zehnmalgelesen." (Will man mit Plutarch das Lesen mit der passiven Bewegung des Fah-rens vergleichen, so entspricht das Schreiben der activen Bewegung des Gehens," sagtWurmDie deutsche Sprache.") Der Gedankenlosigkeit aber wird entgegengearbeitet,wenn man dafür sorgt, daß die Schüler eine Anschauung und ein Verständnis von demhaben, was sie abschreiben, wenn die Uebungen in stufenmäßigem Fortschritt von: Leich-teren zum Schwereren sich bewegen und also immer neue Schwierigkeiten hinzutreten,und wenn endlich der Lehrer das Abgeschriebene genau controlirt und jeden Fehler rügt.2. Das Abschreiben ist eine in den Schulen häufig vorkommende Unart, die darinbesteht, daß der Schüler die anzufertigcnde schriftliche Arbeit von seinem Nebensitzer,oder, wenn es eine Hausaufgabe'ist, von irgend einem seiner Kameraden absieht undsie für eine selbständige Arbeit ausgiebt. Es ist also immer ein Betrug dabei beab-sichtigt und widerstreitet der Pflicht der Wahrhaftigkeit und Gewissenhaftigkeit. DieseUnart kommt sowohl bei fähigen als bei schwachbegabten Kindern vor. Bei jenen hatsie ihren Grund entweder im Mangel an Aufmerksamkeit beim Unterricht, der es ihnenunmöglich macht, die Aufgabe nach Vorschrift zu liefern, und sie nöthigt, zu diesen: un-sittlichen Mittel ihre Zuflucht zu nehmen, um der Strafe zu entgehen, oder in Bequem-lichkeit und Trägheit, welche des Sclbstdenkens überhoben sein und die Arbeit überhauptso schnell als möglich abmachen will. Bei diesen können die ebengenannten Ursachen