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1 (1876) A - Dänemark
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Abhörm.

Einblasen und Nachhelfen derselben untereinander muß verpönt sein. Jeden Einbläser sollteman die ganze Aufgabe sogleich vollständig hersagen heißen. Bei dem Abhörcn derMemoriraufgaben hat man nicht bloß, wie bei der Repetition der Geschichte, Geographien. dgl., darauf zu sehen, daß der Inhalt überhaupt sich dem Gedächtnis eingeprägt habe,sondern auch darauf, daß kein Wort, keine Silbe weggelassen, geändert, ver-setzt werde, nicht nur weil eben diese Genauigkeit vorzüglich zur Schärfung und Stärkungdes Gedächtnisses beiträgt, sondern auch weil sonst der Sinn des Textes leicht wesentlich,oft mehr als der Lehrer vermnthet, in der Seele des Schülers geändert werden könnte.Bei Liedern und anderen zusammenhängenden Memoriraufgaben ist auch darauf zu achten,daß die Schüler alle Strophen, Fragen, Sätze re. in der rechten Ordnung selberan fangen können, weil sie sonst, wenn die einzelnen Theile zwar richtig auswendiggelernt, aber nicht als ein Ganzes in dein Gedächtnisse aufbewahrt wären, später nichtden beabsichtigten vollen Gebrauch davon machen könnten, und weil es eine sehr heilsameUebnng für das Gedächtnis ist, nicht bloß Bruchstücke, sondern auch größere Ganze über-sichtlich und zugleich wörtlich genau festzuhalten (man denke nur an das spätere Behalteneiner angehörten Predigt u. dgl.). Von besonderem Werthe ist es, bei dein Abhörenimmer darauf zu sehen, daß die Schüler alles langsam, deutlich und mit guterBetonung vortragen; dies fordert die Achtung gegen den Memorirstoff, besonders denreligiösen, wie gegen den Lehrer, und nur so kann der Lehrer sich überzeugen, daß dieSchüler sorgfältig memorirt haben und den Inhalt, so weit es möglich und nöthig ist,verstehen. Dazu ist aber erforderlich, daß der Lehrer, wenn er aufgiebt, den Memorirstofferklärt und den Schülern durch richtiges Vorlesen desselben ein Beispiel giebt, das siegleich beim lauten Lesen der Aufgabe und nachher beiin Recitiren nachzuahmen haben.Ans dem Bisherigen geht zur Genüge hervor, daß es nicht taugt, durch Schülerabhören zu lassen; denn diese sind selten so genau und umsichtig wie der Lehrer,leichter zu betrügen, selten im Stande, auf guten Vortrag zu halten und das Verständniszu berichtigen, selten über alle Parteilichkeit erhaben, wenigstens bei den als unfleißignotirten Schülern häufig im Verdachte derselben. Bei denjenigen Schülern, welcheihre Aufgabe können, bedarf es keines besonderen Lobes noch einer andern Aus-zeichnung, da sie nur gethan haben, was sie zu thun schuldig waren; sie könnten dadurchnur eitel, wohl auch nachläßig werden; die Aeußerung der Zufriedenheit desLehrers mag genügen und besonders bei solchen, welchen das Memoriren schwer fällt,aufmunternd wirken. Schwieriger aber ist die Behandlung derjenigen, welche bei demAbhören nicht bestanden sind- Es gehört manchmal nicht wenig Umsicht und Einsichtdazu, zu entscheiden, ob es bei dem Einzelnen mehr an dem Willen oder an der Kraftoder an der Zeit und Gelegenheit oder an dein rechten Verfahren oder an allem zu-sammen gefehlt hat. Darnach hat sich die Behandlung dieser Schüler zu richten, undes ist Sache der Lehrer-Weisheit, in den einzelnen Fällen zu wählen zwischen münd-lichem Verweise, körperlicher Züchtigung, Zurückbehaltcn im Schulzimmer, Vermehrungder Aufgabe oder Anordnung einer Nachhülfe, Ertheilung einer Anleitung zum Memoriren,Erleichterung desselben u. s. w. Wo, wenn die Schüler ihre Aufgabe nicht können,bloß gestraft wird, da ist Gefahr, daß die Stunde des Abhörens, (die gewöhnlich zuden Religionsstunden gehört,) zur Prügelstunde werde, der die Schüler mit Angst undWiderwillen entgegen sehen, und daß die Lust am Memoriren, die Freude am Memorir-stoffe und die Liebe zu dem Lehrer verloren gehe. Um die rechte Lust und den rechtenEifer zu wecken, sollte der Lehrer vor allem fern von allem Hen^chelschein die Kinderfühlen und erfahren lassen, wie wichtig ihm der Memorirstoff ist und wie wichtig erauch ihnen sein soll. Gut wäre es, wenn er ihnen hie und da zeigen könnte, wie erselber ihren Memorirstoff wörtlich inne habe und ohne Buch ihn zu benützen imStande sei. Er sollte ferner den Schülern es zeigen, wie sie es am leichtesten undangemessensten angreifen können, das, was sie zu lernen haben, sich wohl einzuprägen;er sollte, wo es möglich ist, mit den Eltern in Betreff der Memoriraufgaben ihrerKinder reden; er sollte, was diesen aufgegeben ist, die Woche über in der.Schule mehr-