Abfragen.
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Abhören.
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nach seinen einzelnen Theilen (z. B. die Verse eines ganzen Liedes, die Sprüche einer ganzenAbtheilung) von den Schülern rcproducirt werden soll; wie überhaupt die Vorsilbe „ab-"in mehreren Wörtern (ablehnen, absingen, abschreiben, abrechnen rc.) auf eine ganze Reihe.zusammengehöriger Objecte als Gegenstand deutet: so unterscheidet sich das Abfragen vomKatechismen einmal eben hiedurch, daß es sich auf eine dem Gedächtnis anvertraute Reihevon Daten bezieht, z. B. auf die einzelnen Momente einer ganzen Geschichte, oder dieeinzelnen Artikel des Katechismus, oder eine Anzahl Regeln der Grammatik. Alles dasjenige,was man mit dem Wort entwickeln bezeichnet, fällt dabei vollständig weg. Die andereBedeutung jener Vorsilbe liegt aber darin, daß inan so zu sagen einem etwas abnimmt,womit er sich beladen hat- Im Unterricht hat dies zum Glück nicht die Folge, daß der,dem man etwas Gelerntes abfragt, dadurch um diesen seinen geistigen Besitz gebracht würde;es dient auch nicht bloß dazu, daß der Lehrer sich versichert, ob der Schüler sich dasMemorirte oder ihm früher durch Unterricht Beigebrachte wirklich angeeignet habe, sonderndie Nöthigung, dasselbe auszusprechen, dient als Mittel, es ihm desto fester einzuprägen.Deshalb hat es an den verschiedensten Stellen seinen berechtigten Platz; ist der jüngstenClasse eine Geschichte erzählt, so wird sie abgefragt; ist den Aelteren eine Naturerscheinungerklärt, so werden die Ursachen und Bedingungen derselben, also die in ihr wirkendenKräfte und die sie ermöglichenden Umstände abgefragt. Für dieses Fragverfahren ist dervon manchen vorgeschlagene Name „Examensfrage" immerhin zutreffend; er lautet nurfür die ordinäre Anwendung desselben fast etwas zu feierlich, wird aber eben darumsolchen, die auch für kleine Dinge volltönende Titel lieben, besonders Zusagen. Palmer.
Abgang s. Austritt.
Abgaiigssmismig in Gymnasien, Realschulen, Volksschulen s. unter Prüfung.
Abgangszeugnis s. Maturitätsprüfung, Entlassung, Schulzeugnis.
Abhärtung s. Körperliche Erziehung.
Abhören, das, ist diejenige Thätigkeit des Lehrers, bei welcher er die Schüler das,was sie zu memoriren hatten, hersagen (recitircn) läßt, um zu sehen, wie sie ihreSchuldigkeit gethau haben. Dieses Geschäft scheint zwar eine sehr leichte Sache zu sein,weshalb es hin und wieder auch vorgerückteren Schülern (Monitoren) übertragen wird,und däucht manchem langweilig und geisttödtend, verdient aber richtig angesehen alleSorgfalt und kann richtig behandelt zu reichem Segen werden. Denn die Erreichungsowohl des formalen als auch des materialen Zweckes der Memorirübungen hängtgroßentheils von der richtigen Behandlung des Abhörens ab.
Zu dieser gehört zuerst, daß immer die festgesetzte Zeit für dasselbe eingehaltenwerde, damit die Schüler nicht saumselig werden und das Werk in seinem gleichmäßigenGange bleibt. Wenn es überhaupt besser ist, kleinere Aufgaben nach kürzerer Frist ab-zuhören als größere nach längerer Frist, weil die Schüler gar geneigt sind, das Memorirenauf die letzte Zeit hinauszuschieben, und dann eine größere Aufgabe nur oberflächlichdem Gedächtnisse einprägen können, so sollten jüngere Schüler in der Woche wenigstenszweimal abgehört, bei älteren das Abhören nicht über eine Woche hinausgeschobcnwerden. Bei diesem Abhören darf kein Schüler übergangen werden; derLehrer muß sich überzeugen, daß jeder seine Aufgabe vollständig und pünctlich gelernthabe, damit nicht theils der Lehrer in den Verdacht der Parteilichkeit kommt, theilseinzelne übergangene Schüler für die Zukunft nachläßig und sicher werden. Dazu istaber nicht eben nöthig, daß man jeden alles von Anfang bis zu Ende hersagen lasse,was eben so zeitraubend als ermüdend wäre; vielmehr kann man immerhin den einzelnenSchüler nur einen Theil der Aufgabe hersagen lassen, doch dürfen die Portionen nichtbei allen gleich sein, sondern die der Trägheit Verdächtigen sind mehr in Anspruch zunehmen als die notorisch Fleißigen; auch darf man, damit die Schüler nicht zum vorausberechnen, was an den Einzelnen kornmen werde, nicht in der gewöhnlichen Reihenfolgehersagen lassen, sondern muß bald da, bald dort anfangen, auch wenigstens zum Theilaußer der Ordnung aufrufen. Damit kein Betrug von den Schülern verübt werde,ist es besser, die Schüler herausstehen als an ihren Plätzen sitzen zu lassen, und alles
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