Druckschrift 
1 (1876) A - Dänemark
Entstehung
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Gunsten der deutschen Schrift den Ausschlag geben zu dürfen. Manche jener Nachtheilelassen sich auch leicht beseitigen. Die deutsche Schrift ist gewiß einer Fortbildung fähigund daß sie auch gefällige, ja schöne Formen anzunehmen vermag, zeigt ein Blick in dietypographischen Meisterwerke, wie sie aus den Pressen der vorzüglichsten Druckereienhervvrgegangen sind. Ein Misbrauch und eine Entartung wird aber wohl nicht mitRecht heißen können, was analog mit der ganzen künstlerischen Entwicklung eines Volkessich allsgebildet hat, und daß die Deutschen die so entstandene Schrift festhiclten, wäh-rend die Romanen, ihrem eigenen Ursprung wieder nähertretend, ihr untreu wurden,scheint eben dafür zu sprechen, daß wir bei der Schriftform im wesentlichen stehenbleiben, die nun einmal im ganzen und großen Germanen von Romanen abscheidet.Für die Beibehaltung streitet endlich ein durch Jahrhunderte geheiligter Gebrauch, undder Gebrauch ist in Sachen der Sprache, wie allgemein cingeräumt wird, eine nichtzu unterschätzende Auctorität. A. Keller.

ABC-Blich, neuerdings häufiger Fibel genannt, ist das erste Lesebuch derSchüler, Hülfsbuch zum ersten Lesenlerncn, und hat seinen Namen daher, daß es mitder Aufstellung des deutschen «.kleinen und großen) Alphabets nach der hergebrachtenOrdnung der Buchstaben anzufangen Pflegte. Es scheint nach der Erfindung derBuch-druckerkunst bald da und dort ein ABC-Buch erschienen zu sein; das älteste jedoch, dasinan noch kennt, ist das von Luther (zwischen 1525 und 1530 ) herausgegebene, welchesdas Alphabet, das Vater Unser, den Glauben und einige Gebete enthält. Sv langedie Buchstabirmethode die einzige Methode des elementarischen Leseunterrichts war,waren auch die ABC-Bücher wenig von einander verschieden. Auf das Alphabet folgtedas ab, ba, eb, be re., d. h. ganz nach der Ordnung des Alphabets die Verbindungder einzelnen Consonanten mit jedem Vokal sowohl im An-, als auch im Auslaute;hierauf folgten aus drei Lauten bestehende Silben und so fort bis zu den längsten zu-sammengesetzten Wörtern, endlich das Vater Unser, der Glaube, etliche Gebete und ge-wöhnlich auch das Einmaleins. Obwohl schon 1534 ein Valentin Jckelsamer eine Me-thode empfahl, bei welcher die Kinder ohne zu buchstabiren lesen lernen könnten, ineiner Schrift, von welcher leider nur der Titel uns erhalten ist, so ist doch mit denABC-Büchcrn keine wesentliche Aenderung vorgegangen, bis infolge der philanthro-pistischen und Pestalozzischen Bestrebungen mehrere neue Methoden des elementarischenLeseunterrichts aufkamen. Denn wenn auch 1660 in Danzig von einem Joh. Bnnoeinneues ABC-Büchlein" erschien,so eingericht, daß jeder in sechs Tagen fertiglesen lernen kann w.," so war das doch nichts als eine Art Charlatanerie, indem dwMethode durchweg unverändert und nur der ganze Lernstoff beliebig in sechs Tagwerkevcrtheilt und mit Erzählung über die Schwierigkeiten, Fortschritte des Schülers u. s. w.durchwässert war. Eine ähnliche Sache war es mit den Bildern, mit welchen ungefährseit Anfang des I8ten Jahrhunderts die ABC-Bücher ausgestattet worden sind und zuwelchen ein Schulmeister Bienrod in Wernigerode die bekannten naiven Reime gemachthat, welche in unserer Zeit durch das Griesinger'sche Bilder-ABC weit übertrojsenworden sind. Anfangs wurde jedem Buchstaben das Bild eines Thieres oder sonsteines bekannten Gegenstandes beigegeben, dessen Name eben diesen Buchstaben zumAnlaut hat. Es sollte dies hauptsächlich dazu dienen, den Namen des Buchstaben demGedächtnisse leichter einzuprägen, war aber, wie es auch zum Theil ausdrücklich beab-sichtigt wurde, mehr eine Kurzweil für die kleinen Schüler, denen die langweilige undgeistlähmende Unterrichtsmethode dadurch ein wenig gewürzt werden sollte. Spätersuchte man auch durch mancherlei Stellungen und Gruppirungen menschlicher undanderer Figuren die Gestalt des Buchstabens darzustellen, um so durch die Einbildungs-kraft das Gedächtnis der Schüler für das Behalten der Buchstaben-Namen zu unter-stützen, fast wie einige Philanthrvpisten seiner Zeit durch Darstellung der Buchstabenaus Bretzeltaig den Gauinen und Magen der Schüler in den Dienst de^ Namen-Gedächtnisses nehmen wollten. In neuester Zeit hat vr. H. Puchta, Pf. in Eyb(Bayern) eine etwas einfachere Vcrsinnlichung dargebote» in seinem Schriftchen (Der