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9 (1873) Spanien - Vives
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Südamenca.

werden, regelmäßig an, beteiligt sich auch häufig selbst an den Debatten, und hatpersönlich zu manchen der wichtigsten Arbeiten der Mitglieder angeregt. Die Gelehrtenkönnen sich stets seiner Thcilnahmc und Unterstützung versichert halten. Das Institutsammelt höchst werthvolle Nachmessungen-über Brasilien; cs läßt selten gewordene guteWerke wieder abdrncken; es umfaßt außerdem mit seinen gelehrten Arbeiten ein weites Pro-gramm neuer Fragen. Zunächst ist zu erwähnen die ^eaäomia Importal äo Noäioina;sie veröffentlicht geschätzte Annalen. Der Juristenvcrein (Institnto äo Oräoin äosL.ävoZ'aäos Lrasiloiros), der Verein der Aerzte (Institut» moäioo brasiioiro), fernerdie Looieäaäo propa§aäora äas bollas artos, die Looioäaäo ostaäistioa äo Lrasilthnn ihrerseits ersprießliche Dienste. Wir haben schon oben kurz dergroßcnBibliothekin Rio gedacht; wir fügen hier bei, daß ihre Lescsäle sehr besucht sind, und daß die Zeit (von9 Uhr Morg. bis 2 Uhr Nachm.), während deren sie dem Publicum geöffnet ist, anerkannter-maßen nicht mehr genügt.*) Das Llusoo naoional enthält Sammlungen von ungleichemWerthe: die botanische und ethnographische (letztere namentlich für die Jndianerstämme Bra-siliens) sind allein von Bedeutung- Die botanischen Gärten äo kasseio pudlieo (nur einekleine Anpflanzung auf der öffentlichen Promenade der Stadt) und äa Im§oa äo Loärixuos äsIroitus sind wenigstens zu nennen: der letztere entspricht übrigens seinem Titel weniger noch alsder crstere, er ist eher ein Versuchsgarten. Man beschäftigt sich darin hauptsächlich mitder Acclimatisation nützlicher Gewächse (früher des chinesischen Thees, heutzutage u. a.der Guaranä, l?uulliuia sorbilis Llart.). Er wird unterhalten auf Kosten des Importallustttuto Illuminouss äo ^§rtoultura, einer sehr nützlichen Anstalt, welche auch eineMnsterplantage (karwnäa normal) unter ihrer Leitung hat.**) Die Looloäaäo au-xtltaäora äa luäustria Haoional, in sieben Sectionen getheilt, erkält wie die obenge-nannte eine Staatsunterstützung, sie besitzt eine schöne, dem Publicum geöffnete Samm-lung von Maschinen, sie vertheilt Sämereien an Landwirthe, mit einem Worte, siekommt den Bestrebungen der Regierung zu Hülfe, welche bereit ist alles zu thun, umnützlichen öffentlichen und Privatunternehmungcn einen energischen Anstoß zu geben. Wirdürfen hier die an ausländische Gelehrte, welche sich mit Brasilien beschäftigen, ver-liehenen Unterstützungen nicht unerwähnt lassen (vor allem gehören hicher die jährlichim Staatsbudget aufgeführten 20,000 Milr. für die Kosten des von dem verstorbenenProf. vr. von Martins begründeten Prachtwerks der l?lora braslliousls). Der Eiferfür die Wissenschaften muß auf diese Weise mit der Zeit sich mehr und mehr entwickelnund auch auf die Professoren und Lehrer belebend zurückwirken, deren Unterricht um soweniger abhängig und dem Bedürfnis der jungen Geister um so besser angepaßt werdenwird, je mehr es ihnen möglich gemacht ist, die Grundlagen ihres Unterrichts nicht ausder Ferne her holen zu müßen. Um die Reform vollständig zu machen und dem an-gestrebten Ziele so nahe als möglich zu kommen, müßte man es aber nun auch dahinbringen, daß der Segen der ersten Erziehung über die niederen Bevölkerungsclassenund über die,angesiedelten Indianer in gleicher Fülle sich verbreiten kann. Wir habenes bereits bemerkt, welche Hindernisse bis dahin noch zu besiegen sind. Aber welch einglorreicher und fruchtbarer Sieg wird es sein, wenn einmal die Ignoranz so von allenSeiten umzingelt und ohne Gnade und Barmherzigkeit durch ein Kreuzfeuer beschossenwerden wird! Dann wird das gleiche Streben, ein und derselbe öffentliche Geist die

*) Auch Bahia besitzt eine ziemlich gute Bibliothek, deren Grundstock von den Jesuitenherrührt (s. oben III. a); im ganzen übrigen Brasilien, leider, herrscht Mangel an

Büchern.

**) Es ist dieselbe zugleich eine wissenschaftliche und eine Acticngcsellschaft. Ihr Capitalvon 133,000 Milr. ist durch die Freigebigkeit des Kaisers auf 241,000 Milr. gebracht worden:neue Subscriptionen haben dasselbe neuerdings bis auf 257,337 Milr. erhöht. Diese Acker-baugesellschaft erhält jährlich noch 26,000 Milr. Zuschuß für die Unterhaltung des botanischenGartens.