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9 (1873) Spanien - Vives
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Südamerica.

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sonst wegen ihrer ehrgeizigen Absichten verdient haben mögen, und trotzdem daß ihreErziehungsmethode etwas erkünsteltes an sich hat. Und so verstehen diese Aufgabe auchdie brasilischen Regierungsbehörden, welche nicht blind bleiben konnten in Beziehung auf dieFolgen der übereilten Beschlüsse Pombals. Aber der Nachwuchs an Missionären, zumalan wahrhaft einsichtsvollen und aufopferungsfähigcn Priestern ist schwierig zn erlangen.Die Regierung liebt die Klöster nicht; sie geht sogar damit um, sie ganz eingchcn zulassen, denn sie erlaubt ihnen ja schon lange nicht mehr, Novizen aufzunehmen; nnd inWahrheit gelten in Brasilien diese Zufluchtsstätten für sehr wenig lobenswcrth. Dochmüßen wir hier sogleich bemerken, daß die seit 1840 in Rio, Bahia und Olinda cinge-zogenen italienischen Kapuziner eine rühmliche Ausnahme machen: die Protestanten stimmenhierin nüt den Katholiken überein.*) Ebenso kann man nur Gutes sagen von den fran-zösischen Lazaristen, welche vorzugsweise an den Hospitälern, Gefängnissen, Irrenhäusernthätig sind; von den Benedictinern, die sich mit Eifer den Schulen widmen, und vonden barmherzigen Schwestern, welche hier wie überall christliche Heldinnen sind, derenVerdienste aber nicht überall gewürdigt werden, wovon die empörenden Scenen zeugen,die bei ihrem ersten Auftreten in Bahia im I. 1857 stattgefunden haben. Bei demregulären Klerus findet sich übrigens kaum eine Pflanzschule für Missionäre. Schwierig-keiten, die sich mit der römischen Curie erhoben hatten und erst im I. 1862**) beigelegtwurden, haben überdies lange Zeit die Bemühungen der Regierung gelähmt; endlich sindnun die Grenzen zwischen beiden Gewalten genau gezogen, und es steht zu hoffen, daßdie Mission nunmehr eine immer weitergreifende regelmäßige Organisation erhalten wird.Wenn es erst Hirten giebt, wird sich auch die Heerde finden. Es giebt kaum ein Lsiutorio,welches nicht die Nachricht enthielte, daß der oder jener Stamm, von zahlreichen wildenNachbarn bedroht***) oder vom Hunger decimirt, um Schutz und Aufnahme in den uläousgebeten habe. Man nimmt die Unglücklichen auf, versteht sie mit Nahrung, unterweistsie in Handarbeit; zuweilen nehmen sie eine menschenwürdige Lebensweise an: man hatBeispiele, daß sie sich mit der gewöhnlichen Bevölkerung gemischt haben, wie in der Pro-vinz Rio grande do Norte. Aber nur die Lehre des Evangeliums wird die Macht be-sitzen, ihre Erinnerungen zu vertilgen. Wo sind aber die Apostel? In. der ungeheurenProvinz Amazonas, die von umherziehenden Jndianerftämmen wimmelt; war im I. 1862nicht eine einzige Missionsstativn. Zur selben Zeit zählte man im ganzen Reichest) nichtmehr als 34 Capuziner-Misstonäre (Nissiormrios Ouxuollinllos). In den Jahren 1865und 1866 sind 22 Missionäre (18 Priester, 4 Laienbrüder), von denen 2 für die Missionenin Para bestimmt sind (um an der Grenze von holländisch Guyana uläoas zu gründen),von Rom abgegangen, ausgesendet von der 6on§re§urion6 äo In UroxuAanäu, unter denim I. 1862 festgesetzten Bedingungen. Das ist eine Verstärkung an Mannschaft, aber

*> Wappäus a. a. O. S. 1513.

**) Durch die Convention vom 28. October.

***) Am 18. Januar 1857 erschlug eine Horde wilder Araras sieben MuraSindianer in derNähe des Sees Uraruä; die Opfer wurden aufgesressen und ihre Mörder fielen darauf in diebenachbarten Ansiedlungen ein und plünderten und verwüsteten alles. Das ist keine einzeln stehendeThatsache. Drei Jahre vorher hatten eine Menge Indianer, in Schrecken gesetzt durch die Nähe nochbarbarischerer Stämme, die Behörde von Maranhäo flehentlich gebeten, ihnen Zuflucht zu gewähren.Und wieder im I. 1657 kamen ähnliche Berichte aus GoyLz, u. s. w. Es wäre von der größtenBedeutung, aus dieser Lage der Dinge Nutzen zn ziehen, indem man alle mögliche Sorgfalt ausdie Erziehung solcher Flüchtlinge verwendet, die ihr eigenes Interesse in den aläeas fcsthält, nnddie vielleicht nicht so sehr aller Civilisation abgeneigt sind, wie man gewöhnlich glaubt (über diesenletztem Punct vergleiche man Vraäsr, nouvellss otuäso sur Is Lrssil, karis 1872. 12", undlese man bei Agassiz x. 103 die Beschreibung einer indianischen Schule in Manäos).

st) Im Mnnicipio da Corte 3, in der Provinz Rio de Janeiro 2, in Espirito Santo 1, inMaranhäo 1, in Säo Paulo 4, in Paranä 2, in Minas geraes 7, in Goyäz 3, in Mato Grosso8, in Rio grande do Sul 1, in Pernambuco 7 lWavväns S. 1314).