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Südamcrica.
von 10 Pesos monatlich genießen. Die Ausgaben des Staats für das Institut unddie damit verbundenen Schulanstalten beliefen sich im I. 1862 in runder Summeauf 95,500 Pesos.
Mehrere höchst bedeutende wissenschaftliche Anstalten schließen sich ferner an dieUniversität au, in der Art, daß sie von Professoren derselben geleitet werden. In ersterLinie nennen wir das 01>8orvatorio nstronomioo, gegründet von ProfessorGerling aus Marburg, einem Schüler von Gauß, gegenwärtig geleitet von einemseiner Schüler, Carlos Moesta, welcher der gelehrten Welt bekannt ist durch seinenBericht über die totale Sonnenfinsternis von 1858. — Sodann das lll u s 6 o nncional,dessen Dircctor ein Deutscher ist, R. A. Philippi, Professor der Naturgeschichte ander Universität; eine sehr reiche Sammlung von Natnrgcgenständcn, welche im Landeselbst Vorkommen, ist hier namentlich sehr bemerkenswert!). — Endlich verdient dieNationalbibliothek Erwähnung: sie enthielt schon 35,000 Bände im I. 1863(eine ziemlich bedeutende Anzahl politischer Journale mitgerechnet); seitdem hat manregelmäßig bedeutende Anschaffungen gemacht, vorzugsweise aus Europa. Die Lescsälesind leidlich besucht, zumal von Studenten.*) Die auf das Observatorium im I. 1862verwendete Summe betrug 5345 Pesos; auf die Bibliothek und das Museum zusammen-geuommeu kamen 7527 Pesos.
cl. Specialschulen. Santiago besitzt eine Kunst-und Gewerbeschule (Lsoueln nacio-ual äs nrtss i olloios) mit einer Maschincnsammlung; eine Militärakademie (blsouelaMilitär oder Llnostrauru); eine Schule für Landwirthschaft und Thierhcilkunde, miteiner Mustcrfarm fltzuiutn normal) und einer kostbaren Sammlung von Nahruugs-uud Futterpflanzen; eine Hcbammenschule (Oole§io «Io Olmtotrioia); eine Taubstummen-anstalt, gegründet im I. 1852 und provisorisch im Local der Normal-Lehrerschuleuntergcbracht; endlich ein Mnsikcouservatorium (Oonssrvatorio naoional äo müsioa). —In der Provinz nennen wir zuerst die Bcrgwerksschule zu Copiapö (dromio üo minoria),welche zugleich mit der Ileberwachuug der Minenausbeute in ihrer Nachbarschaft beauf-tragt ist. Sie besitzt ein schönes und gutes chemisches Laboratorium. Ihre Dotationbesteht in einer Abgabe von einem Dreiviertelsreal auf jede aus den Minen gewonneneMark Silber; im Nothfall erhält sie eine Staatsuuterstützung. — Die nautische Schule(blsouola naval) hatte bis 1858 eine Section der Militärakademie von Santiago ge-bildet; man hat sie nach Valparaiso übersiedelt, wo sie ihren naturgemäßen Platz hat.— Eine Stcuermannsschule (blsoukla, äo mariim) ist in Ancud errichtet; eine Kunst-und Gewerbeschule in Talca; endlich besitzen Valparaiso und Quillota jedes eine Handels-schule (Ooloxio moroantil).
e. Volksbibliotheken. Diese vortrefflichen, gegenwärtig schon sehr zahlreichenAnstalten stellen der großen Masse des Publicums bis in die entlegensten Provinzeneine Auswahl von guten Büchern zur Verfügung, welche die Regierung vornehmlichaus Europa und aus den Vereinigten Staaten Nordamerica's kommen läßt. Diechilenische Presse beginnt übrigens bereits ebenfalls ein Kontingent dazu zu stellen, zu-mal im Fache der Schulbücher und derjenigen Literatur, welche die Wissenschaften populärdarstellen will. Die Einrichtung der Volksbibliotheken steht im Zusammenhang mitdem System des Volksschulunterrichts, insofern als die meisten dieser Büchernicderlagenneben den Schulen errichtet sind, und unter die Lehrer jährlich Bücher vertheilt werden.Die schon mehrfach citirte im I. 1855 gekrönte Preisschrift empfahl diese Neuerungangelegentlich; der Präsident Montt nahm die Idee mit allem Eifer auf undführte sie ins Leben ein. Im I. 1862 haben die Volksbibliotheken 4471 Pesosgekostet.
Eine Schattenseite hat übrigens das Gemälde doch auch. In Chile wie in Perusind die Sitten nicht sehr streng, um nicht mehr zu sagen: wenn man nemlich aus der
*) Wappäus S. 897.