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9 (1873) Spanien - Vives
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Südamcrica.

daß das wahre Heil des Landes vielmehr ans der Hebung der indianischen Race be-ruht, und daß, um dieses Ziel zu erreichen, die erste unerläßliche Bedingung ist, der-selben Lust an der Arbeit beizubringen, welche allein wirklichen und dauerhaften Wohl-stand schafft, kurz, daß man ihr den Pflug in die Hand drücken muß. Aber auchdie Vorurtheile der Weißen müßen in gleicher Weise bekämpft werden. Die Regierunghat daher 1866 eine »Locisäuä central äe axricnltura» gegründet, gewiß eine derWohlthätigsten Anstalten, wenn ihre Wirkung nicht durch die Wirren der inncrn Politikgestört wird. Gute Absichten fehlen der peruanischen Administration augenscheinlichnicht, aber die Gewohnheiten der Indolenz und der Verschwendung werden eben, wiealle Gewohnheiten, zur andern Natur.

Seit einem Jahrzehcnt etwa ist der öffentliche Unterricht ein Gegenstand be-sonderer Aufmerksamkeit der peruanischen Negierung gewesen. Derselbe gehört zumRessort des Justizdepartements, dessen ganzes Budget im I. 1861/1862 nur 2,899,597Pesos zählte, während wir es für Las nächstfolgende Rechnungsjahr plötzlich auf4,385,662 Pesos gehoben finden. Für das gegenwärtige Rechnungsjahr (1871/1872)beläuft cs sich auf 4,632,333 Soles.*) Die Vergleichung der beiden letzteren Zahlenläßt vcrmuthen, daß man bei einem einigermaßen normalen Zustand angckommen ist.Wir kennen diese Zahlen indessen nur in Bausch und Bogen als Gesammtzahl derAusgaben des Departements) dagegen sind wir in der Lage, die erste der angegebenenZahlen in ihre Summanden zu zerlegen. Sie umfaßt nemlich folgende einzelnePosten:

Ministerium. 52,870

Verwaltung der Justiz ......... 1,188,632

Oeffentliche Wohlthätigkeit........ 383,119

Cnltus. 484,388

Außerordentliche Ausgaben der Justiz .... 42,000

2,151,009

Die noch übrigen 748,583 Pesos vcrtheilen sich wie folgt:

Wissenschaftlicher und Volksunterricht .... 528,884

Neu errichtete Schnlanstalten. 179,704

Außerordentliche Ausgaben für den Unterricht . . 40 ,000

"748j588

Die Ausgaben für die Justiz, den Cultus u. s. f. haben in dem Zeitraum vonzwei Jahren nicht bedeutend variiren können, da im ganzen alles im gewöhnlichenStand blieb; man kann daher annehmen, daß die beträchtliche Zunahme von 1,486,065Pesos in dem Budget für 1862/1863 zu einem sehr bedeutenden Thcile auf Rechnung desöffentlichen Unterrichts kommt, und wirklich erfahren wir auch durch nicht officielle,aber sehr glaubwürdige Mitthcilungen, daß gegenwärtig 2,000,000 Pesos auf diesenPosten verwendet werden. Und dies ist noch nicht alles. Im I. 1861 wurde dieSumme von 100,000 Pesos, welche im voraus dem Fonds des Finanzministeriumsentnommen wurde, dazu bestimmt, die Besoldungen der Professoren an den co1s§iosaufzubessern; und überdies wurden im gleichen Jahre dieselben für Staatsdiencr erklärt,was die Pensionsberechtigung zur Folge hatte, und so mußte denn damals sofort aucheine besondere Kasse zu diesem Behuf gegründet werden. Mit einem Worte, keines dervon uns bis jetzt betrachteten Länder hat so viel Eifer für sein Schulwesen gezeigt,wie Peru.

Seit 1855 ist der öffentliche Unterricht auf allen seinen Stufen der äirsccionAsnsrul äs sskuäios untergeben, welche unter anderem die Aufgabe hat, die in dencolsssios gebrauchten Schulbücher auszuwählen, beziehungsweise zu bestätigen; außerdemgiebt es Departements-, Provincial- und Communalcommissionen, welche mit der Leitung

*) Ein Sol 1s- Thalcr 5 Francs 4 deutsche Mark.