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9 (1873) Spanien - Vives
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Südamcrica.

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thcilt, ncmlich in Barcelona, Barquisimcto, Carabobo, Caracas, Coro, Cninanä,Guanare, Guayana, Maracaybo, Margarita, Merida, Tocuyo und Trujillo. DasCapital ihrer Dotation belief sich im I. 1856 auf 260,878 Pcsos, und gab ein jähr-liches Einkommen von 15,031 Pesos; das Deficit dieses Jahres betrug 8874 Pesos.In den acht bedeutendsten dieser oolo^ios zählte man im I. 1854 zusammen nur655 Zöglinge. Das von Barcelona besitzt einen Lehrstuhl der Jurisprudenz; ebensoLas von Maracaybo, wo man außerdem Anatomie, Physiologie und Nautik lehrt. Imallgemeinen aber gehen diese Anstalten nicht über das Niveau der europäischen Mittelschulenoder Progymuasicn hinaus. Wir nennen noch einige Privataustalten: das coIe§w äoOlurvss in Caracas, eine Stiftung für arme Studenten; das eol. «Io In iniloxoncloneia.in derselben Stadt; in la Guayra das ool. cko In kratorniäacl (9 Professoren, 65 Zög-linge im I. 1855); eine Elementarschule für Wissenschaften und Künste in der Haupt-stadt; endlich eine Zeichen- und Malerschnle ebendaselbst. Ter Gesammtbeitrag vomStaat für alle höheren Schulen erreichte im I. 1864/65 die Summe von 75,318Pesos. *)

Die Freiheit der Culte eristirt in Venezuela nur thatsächlich, nicht gesetzlich. Diekirchlichen Angelegenheiten sind unter den Schutz des Staats gestellt, welcher auch denSeminarien Unterstützungsbciträge gewährt. Im Budget erscheint ferner jedes Jahrdie Summe von 10,000 Pesosfür die Civilisation der Indianer:" aber sie scheintwenigstens nicht ganz dazu verwendet zu werden; jedenfalls steht die Zahl der Missionenin keinem Verhältnis zu dem Bedürfnis.

Der Krieg mit Spanien, die Kämpfe der Ceutralisationspartci mit den Föderalisten,die Einschleppung der unsinnigsten Communistcnideen in das Land, der tiefgesnukcneStand der Finanzen, alles das hat in den letzten Jahren znsammcngcwirkt, um ausVenezuela das Land der sterilen Revolutionen zu machen. Im I. 1870 wanderte eineAnzahl der angesehensten Bürger von Caracas, an der Zukunft ihrer Heimat ver-zweifelnd, freiwillig nach Buenos Ayres aus. Wie sollten die Anstalten für den Unter-richt, die vor allem des Friedens und der Sicherheit bedürfen, nicht schwer leiden in-mitten von Zuständen der Anarchie, der Parteiwuth und der Ausschreitungen allerArt! Wenn wir eine Statistik der venezuelanischen Schulen von 1872 hätten,würde sie vielleicht mit der so eben gegebenen Schilderung einen traurigen Contrastbieten.

Die Freiheit des Unterrichts ist im I. 1864 proclamirt worden; der Primäruuter-richt ist unentgeltlich und obligatorisch; so steht es geschrieben. Aber wir können esnicht oft genug wiederholen: Gesetze machen ist noch lange nicht alles.

VII. Peru. Man findet hier wie in Venezuela einen sehr merklichen Unterschiedzwischen der intellectuellen und der sittlichen Bildung der Bevölkerung, und zwar stehtdurchaus die letztere viel niedriger. Die sittliche Erschlaffung rührt von verschiedenenUrsachen her: zunächst von dem nationalen Temperament, dann aber Wohl auch vonder Thatsache, daß die Pernviancr bis in unser Jahrhundert hinein über der Aus-beutung ihrer Bergwerke die Bebauung ihres Landes so sehr vcrnachläßigt haben. DieAbenteurer, welche sich wie Aasgeier hinter dem blutigen Pizarro her auf das Land derInkas niedergelassen haben, waren keine Leute von zartem Gewissen; um schnell Reich-thümcr zu erwerben, waren ihnen alle Mittel recht. Wir haben oben erwähnt, wie siedie unglücklichen Eingeborncn unterdrückten, auspreßten und geistig knickten. Dieseletzteren geriethen mit der Zeit in eine tiefe Versunkenheit, aus der ihr Haß gegen dieWeißen sie nicht erheben konnte. Die Abkömmlinge der Eroberer ergaben sich anderer-seits dem Spiel und allen Ausschweifungen und Lastern, welche der Golddurst undbrutale Sinnlichkeit mit sich bringt. Hellersehende haben endlich, erst in unseren Tagen,erkannt, daß der wahre Ncichthum Pern's nicht in seinen metallischen Schätzen liegt,

*) Alle statistischen Einzelangaben in diesem Abschnitt sind entlehnt aus Wappäus, S. 157.