Südamerika.
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Grammatik, der Geographie und der Geschichte; das Programm umfaßt mehrere Jahrcs-curse. — Die Klöster sind verschwunden, die Weltgcistlichkeit ist zu unwissend undzu arm, um einen bedeutenden Einfluß auf das Volk auszuübcu. Die gottesdienstlichenVerrichtungen sind noch in allgemeiner Uebung, aber der religiöse Geist ist entwiche».Officiellc Religion ist die katholische, doch herrscht in Wirklichkeit wie in ganz Mittel-america die weitherzigste Toleranz; die Negierung hat sogar einer Protestantcngemcindc,welche in San Jose gebildet werden soll, ihren Schutz zngcsagt. *)
III. Panama. Obgleich das politische Band, welches diesen Landstrich (ei Istluno)an Ncngranada knüpfte, nicht eigentlich ofsicicll zerrissen ist, wird man doch in Betrachtder thatsächlichen Unabhängigkeit, welche demselben durch den Vorgänger des gegenwär-tigen Präsidenten der letztgenannten Republik ausdrücklich und formell garantirt wordenist, seitdem den Isthmus als einen besonderen Staat bildend ansehcn können. DieVolkszählung von 1864 giebt eine Bevölkerung zu 173,729 Einw. an, die von 1870 zu220,542; M. Wagner schätzte sie im I. 1862 zu 180,000, wovon 10,000 Weiße,134,000 Mestizen, der Rest aus Negern, Indianern n. s. f. zusammengesetzt, die nochtiefer auf der Stufenleiter der Civilisation stehen, als ihre Brüder im übrigen Mittel-amcrica. Die Provinz der Landenge, lange Zeit von den Spaniern vernachlässigt, denNanbzügen der Flibustier preisgegeben, durch weite Wildnisse von den civilisirtcren StrichenNengranadas getrennt, befand sich in der ungünstigsten Lage bis zu dem Zcitpnnct, als derStrom der Goldsucher, der Bau der Eisenbahn zwischen den zwei Occanen, und damitdie stufenweise Entwicklung der Beziehungen zu Nordamcrica den alten Stand derDinge ganz und gar veränderten und ausländische Anschauungen im Lande verbreiteten,deren Einfluß sich in den Einrichtungen bereits fühlbar macht. So ist in religiöserHinsicht die absoluteste Toleranz oder vielmehr Gleichberechtigung durch die Verfassungselbst proclamirt worden. Die katholische Kirche ist genau auf denselben Fuß gestelltwie die Dissidentengemeinschaftcn; sie kann Erwerbungen nur dem Gesetz gemäß alseine anerkannte Kirchenpartei machen, gerade wie die andern auch. Was den öffent-lichen Unterricht betrifft, so nennt man in der Stadt Panama (etwa 22,000 Einw.)zwei oolo§io8, von denen eines den Jesuiten angehört; die wenig zahlreichen Pri-märschulen gleichen denen Mittelamcricas. Die alte Bevölkerung hat bis jetzt ihreEigenart noch wenig geändert, die neuen Ansiedler allein entfalten eine rege Thätigkcit:jene lebt gedankenlos und träge dahin, diese sind fieberhaft aufgeregt, und beide habennur materielle Dinge im Auge. Erst die Zukunft wird uns lehren, ob die Ansiedtnngder Ausländer der Anfang einer Regeneration Wird. Leider ist das Klima ungesund,ja zu Zeiten geradezu tödtlich für die Europäer. — Wir haben uns nicht länger hieranfzuhalten.
IV. Neugranada (Vereinigte Staaten von Columbia). Im I. 1825 gabBuchen von der Republik Columbia, welche damals nach der auf dem Congreß vonCncnta (1821) angenommenen Verfassung regiert wurde, folgende Schilderung: „Wäh-rend Ackerbau und Handel den nationalen Neichthum vermehren, befestigt sich der öffent-liche Geist durch die Aufmerksamkeit, welche die Negierung der Bildung aller Bürger zu-wcndet. Ohne die in Bogota**) gegründeten Specialschnlen zu rechnen, besitzt jedesKirchspiel der Republik wenigstens eine Primärschule, und in jedem Regierungsbezirk(iutonciöuoia) finden sich ein oder mehrere Gymnasien (eolsAios)." Es ist schwer, dieseBehauptungen eines alle Dinge in rosigem Lichte sehenden Schriftstellers buchstäblich zunehmen; doch ist soviel gewiß, daß Bolivar, der Befreier, die Gründung eines großartigenSystems der öffentlichen Erziehung für das beste Mittel angesehen hat, um sein patrio-tisches Werk durchznführen. Wie in England, so war man in America, wie es scheintunter dem Eindruck alter Vorausahnungen oder Weissagungen eines gewißen Benzoni
') Wappäus S. 360.
Nach einem Congrehbeschlnß von 1823.