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Südamerica.
dcm Plan znm Wiederaufbau der Hauptstadt ist auch eine Localität bezeichnet, wo eineotsssio errichtet werden soll. Primär sch ulen gicbt es nur wenige: man lehrt indenselben mehr oder minder gut das Lesen und Rechnen; Schrcibenlerncn ist schon einLuxus, den sich nicht jedermann erlauben darf.
4. Nicaragua. Die Bevölkerung dcmoralisirt durch die Berührung mit Aben-teurern aller Art, welche seit einigen Jahren das Land durchzogen haben, um sich nachden Goldgruben Kaliforniens zu begeben. Geistige Kultur beinahe gleich Null, arme undunwissende Geistlichkeit, der öffentliche Unterricht in vollständigem Verfall. Die beidenUniversitäten in Leon und Granada nehmen immer mehr ab, während Guatemalaan Frequenz zunimmt: die erstgenannte allein besitzt eine kleine Bibliothek von 1500Bänden. Wappäus zählt im ganzen Staat nicht mehr als etwa 60 Primär-Knabeu-fchuleu, welche von 2800 Schülern (1 Proccnt der Bevölkerung) besucht werden. Dievon Morazan im I. 1829 cingezogencn Einkünfte der Klöster sollten zur Erhaltungder Schulen dienen; aber der Bürgerkrieg hat alles Kirchengut verschleudert und einge-fchmolzeu, so daß die Schulen in der That bis auf einen ganz geringen Rest keine an-deren Mittel mehr haben, als außerordentliche Unterstützungen und hie und da Gabenvon Privatpersonen. Das Budget der Ausgaben betrug im I. 1852 nur 8968 Pesos,für 51 Schulen, und Liese armselige Summe überstieg doch die Ziffer der Einnahmennoch um 2543 Pesos. Der Elementarunterricht steht auf der gleichen Stufewie in Honduras; die Armen dürfen nicht daran denken schreiben zu lernen.
5. Costa Rica. Hier find die Weißen in der Mehrzahl, ncmlich 80,000 auf135,000 Seelen der Gesammtzahl: überdies wohnen sie mehr beisammen als in denübrigen Freistaaten. Die meisten stammen aus Galicien, und haben die Tugenden derArbeitsamkeit und Mäßigkeit bewahrt, welche von jeher die Bewohner des Nordwestensder iberischen Halbinsel ausgezeichnet haben. Dagegen sind ihre Nachbarn indianischerAbkunft im wilden Zustande geblieben oder beinahe ganz wieder in denselben znrückge-funkcn. Das kommt wahrscheinlich daher, daß die Missionäre dieses Landstrichs dcmFranciscanerorden augchörten, welcher in Beziehung auf die Fähigkeit, das Zutrauender Indianer zu gewinnen, nirgends die Vergleichung mit den Jesuiten anshält. Laud-ban (zumal Kaffeepflanzungen) und Viehzucht bilden die vorherrschenden Beschäftigungender Einwohner. Handel wird gleichfalls sehr lebhaft betrieben. Die Schulen sind mehrbesucht als in den andern Freistaaten Mittelamericas. Im I. 1854 zählte Mor. Wagnerin Costa Rica 63 Primär-Knaben sch ulen und 5 Mädchenschulen, ferner eineUniversität und ein Lyceum in der Hauptstadt San Jose, ein weiteres in derfrüheren Hauptstadt Cartago. Derselbe Schriftsteller gicbt uns indessen ein ziemlichtrauriges Bild von Liesen Anstalten: er führt uns in dunkle, feuchte Räume, in welchenLehrer und Lehrerinnen von beispielloser Unwissenheit einige Dutzend barfüßige Kindervon 7 Jahren an, dicht auf einandergedrängt, alle miteinander voller Ungeduld ausdiesen Marterkammern zu entkommen, im Lesen, Schreiben und Rechnen unterweisen.Diese Schüler brauchen kaum 2 Jahre, um das Wenige, was sie hier gelernt haben, wiedergänzlich zu vergessen. Die Universität ist in einem passenden, geräumigen Gebäude ein-gerichtet, aber die Inhaber ihrer sechs Lehrstühle sind allzu kärglich besoldet (400 Pesos).Alan lehrt daselbst Jurisprudenz, Mathematik und Latein; einen Eurs im Griechischengicbt cs nicht, und die Studenten lernen die lateinischen Klassiker nur aus Chrestomathienkennen. Das Rentcneinkommen der Universität beträgt 7200 Pesos (von einem Capitalvon 60,000 Pesos), eine Summe, von der man außer den Besoldungen der Professorennoch die Kosten der Unterhaltung von 10 Elementarschulen abrechnen muß. Der Stu-denten sind es etwa 100; die meisten sind Theologen und Juristen. Vcrmöglichere jungeCostaricaner gehen nach Guatemala, oder nach den Vereinigten Staaten. Die Biblio-thek besteht aus 800 Bänden; man macht beinahe keinen Gebrauch von ihr. DieLyceen zeichnen sich weder durch die Vorzüglichkeit der Professoren, noch durch die Vor-trefflichkeit der Methoden aus. Mau lehrt in ihnen Religion, Moral, die Elemente der