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9 (1873) Spanien - Vives
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Südamerika.

warte versehen, so hat dieselbe verhältnismäßig einen wirklichen Werth, eine praktischeBedeutung behalten. Darum ist aber doch auch nicht zu leugnen, daß seit einigenJahren eine Anzahl junger Mexikaner sich entschlossen hat, sich auf den SpecialschulenDeutschlands und Belgiens zu Ingenieuren auszubilden.

Die mcdicinische Schule hat Cnrse in der englischen Sprache, in der Physik,Chemie, Naturgeschichte, Anatomie, Physiologie, Pharmacie, Pathologie, gerichtlichenMedicin, ferner eine mcdicinische, chirurgische und geburtshülfliche Klinik. In derMilitärakademie sind die Unterrichtsfächer in zwei Abtheilungen vcrtheilt, die eineist die militärische, die andere ist facultativ.

Es bleiben nun noch die von den Einzelstaaten der Conföderation gegründetenAnstalten zu betrachten übrig. Wappäus giebt folgende Aufzählung: 1 oo1o§io je inMexico, Pucbla und Oaraca; 4 in Vcracruz; in Uncatan, die sogen. Universität inMcrida, und 1 ooleZ-io, ferner eine Navigationsschule in Campeche; in Mechoacan1 colöAio und zwei Vorbereitungsschulcn, in Patzcuaro und in Zamora; in GuanaruatoI oolsAio, welches wegen seines guten Unterrichtes in der Mathematik berühmt ist, und5 Vorbereitungsschulen in Celaya, San Miguel, Jrapnato, Leon und Acämbaro; inDnrango 1 eolsAw; in Zacatecas 1 ooleZsio und eine praktische Bcrgwerksschule, welcheübrigens auf Kosten der Centralrcgierung unterhalten wird, und in Aguas Calientes

1 oolöß-io; desgleichen in San Luis Potosi; 2 oolsZ-ios in Xalisco, unabhängig vonder Universität in Guadalarara, welche von der Geistlichkeit gegründet und geleitet ist;in Isla del Carmen ein Lyccum; 1 eoloxio in Chiapas; desgl. in Chihuahua; endlich

2 in Quere'taro. Beinahe die Hälfte der Staaten haben hienach gar keine Anstalt fin-den mittleren und höheren Unterricht! Und wie steht es damit in den übrigen? Dar-über giebt uns der Schriftsteller, welcher uns vorzugsweise als Führer dient, erbau-liche Kunde.In den Provinzialcollegien," sagt er,sollen nach dem Generalstudien-plan von 1843 die Lchrgegenstände dieselben sein, wie in den hauptstädtischen Collegien;doch leiden diese Particularstaatsanstaltcn noch viel mehr durch Mangel, als jene. Sokam es z. B. bei Gelegenheit einer Beschwerde des Staats Xalisco an die General-regiernng im I. 1853 zur Sprache, daß das im I. 1847 auf den Fuß einer höherenLehranstalt mit Facultätsstudien errichteteinstitnto" zu Guadalarara mit einer solchenBeschränktheit der Fonds zu kämpfen hatte, daß die Professoren (eatoäratioos) dieLehrstühle meist ganz unentgeltlich versehen mußten, ja cs ward angeführt, daß dieMehrzahl derselben drei Jahre lang ganz unentgeltlichen Unterricht gegeben habe, umauf solche Art die Begründung einer kleinen Bibliothek und eines physikalischen Apparatszu erzielen, welcher letztere demnächst während der Belagerung Guadalaxara's durchdie Regierungstruppcn des damaligen Präsidenten Arista (1852 und 1853) an Spe-cnlanten für weniger als die Hälfte seines Wcrthes verkauft worden sei." Wir haltenes für unnöthig, weiteres darüber zu sagen.

In Summa: ernstes, rechtes Studium findet in Mexico wenig Ermuthigung.In den höheren Classen ist die Kenntnis der lebenden Sprachen, zumal des Französischenziemlich verbreitet, aber man hält mehr auf äußerlich glänzende als auf gründlicheKenntnisse; und wie ein übermüthig zur Schau getragener Luxus oft eine eckelhaftcUnreinlichkeit verdeckt, so gilt in der dortigen Moral Scheinen mehr als Sein. Manist Schönredner, Dichter, Improvisator; aber die schönen Phrasen verhüllen nur schlechteine arge Unwissenheit und gänzliche Geistesleere. Die Frauen sind womöglich nochweniger unterrichtet als die Männer; die Gedankenlosigkeit und Zerstreutheit, die Sorg-losigkeit und die Art des Sichgehenlassens, in welchem sie dahin leben, hat ohne Zweifelihren Grund in dem erschlaffenden Klima. Gleichwohl wird anzunehmen sein, daß ineinem Lande, wo die öffentliche Ordnung gesichert wäre, auch Versuche gemacht würden,diesen Einfluß zu bekämpfen. Nicht als ob man seit 20 Jahren nicht auch daran ge-dacht hätte. Aber was kann man ausführen, wenn alle Einrichtungen ephemer sind,wenn es beständig in allen Köpfen siedet, wenn die Leidenschaft Gesetze dictirt, und