Südamcricn.
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also in einem Alter, wo die Urthcilskraft offenbar noch nicht hinlänglich entwickelt ist.Und dabei ist erst die praktische Ausbildung der anstrctendcn Zöglinge noch sehr un-genügend, nur eben ungebahnt. Sic treten offenbar in die Anstalt mit einer zu wenigsoliden Vorbildung. In dem VorbereitnngZcnrse treiben sie dann Grammatik, Arith-metik, und seit 1845 leider auch Logik und Ideologie (Knaben von 12 Jahren!). DieCnrse der Specialschule selbst vertheilen sich dann ans 5 Jahre: 1) rationelle, d. h.ans Beweise gegründete Arithmetik, Algebra, Geometrie und geradlinige Trigonometrie;2) Anwendung der Algebra auf die Geometrie, Differential- und Integralrechnung,sphärische Trigonometrie; 3) Physik, Dynamik, Hydrodynamik n. s. w.; 4) Chemie;5) Mineralogie, Bergbaukunde. Hiezu kommen in den verschiedenen Elasten Cnrse inBotanik, Zoologie, Geographie, Astronomie, Geodäsie, Topographie und im Zeichnen,überdies das Studium der französischen, deutschen und englischen Sprache. Aber allesist skizzenhaft, weil man zu früh anfängt: in Summa lernt man wenig mehr, als seineReden mit der hochtönenden gelehrten Kunstausdrückcn aufputzcn, und sich selber mitder schmeichelhaften Einbildung täuschen, als wisse man etwas rechtes (cio l'osssz- x. 213).
Hier können wir'uns nicht enthalten, auf die Vcrantworlichkcit desselben Herrn deFosscy hin eine charakteristische Anekdote wieder zu erzählen, welche zu denken giebt.»Im Jahr 1843," sagt er, „schrieb, um dem Reglement der Anstalt formell Genügezu thun, Herr Toruel*), welcher zum Dircctor der Bergwcrksschule ernannt wordenwar, einen Concurs ans um die Stelle des Lehrers der französischen Spache; er hatteindessen unter den Bewerbern seine Wahl bereits getroffen: und zwar war der amwenigsten Würdige von allen gerade der, welchen er ernannt zu sehen wünschte, — weiler ein Mericancr war. Da nun aber das Resultat kein ihm günstiges werden wollte,so ergriff er ein anderes Mittel, um die Schwierigkeit zu umgehen. Er gab seinemSchützling den Lehrstuhl der deutschen Sprache, natürlich ohne eine vorausgegangenePrüfung, denn der Candidat verstand kein Wort deutsch. Dann ersuchte er den neuernannten Professor des Französischen, welcher zufällig ein klein wenig von der SpracheSchillers verstand, mit jenem zu tauschen. Der Fremde wagte es nicht, gegen einenso hartnäckigen, von oben ausgesprochenen Willen anzukämpfcn, und nahm den Tauschan. So bekamen denn zwei Ignoranten die Lehrstühle des Französischen und desDeutschen. Die Zöglinge, deren Interesse augenscheinlich geschädigt war, wagten nichtzu murren; keine Zeitung brachte dieses für die Fortschritte derselben in den neuenSprachen so verhängnisvolle parteiische Verfahren vor das Gericht der Oeffcntlichkeit,und keinerlei Einschreiten von einer höheren Stelle brachte Abhilfe: der Schaden bliebunbeachtet. Es war ein Misbrauch der Gewalt, wie er alle Tage vorkommt; cs lagdarin nichts, was die Aufmerksamkeit des Mericancr ernstlich hätte fesseln können: sielachten dazu und schwiegen."
Zu der Zeit, als Alcr. von Humboldt Merico besuchte, war die Bergwerksschulein blühendem Stande. Der berühmte Reisende bewunderte das auffallende natürliche Geschickder Schüler für die cractcn Wissenschaften, ließ den Verdiensten mehrerer Professorenglänzende Gerechtigkeit widerfahren, und machte auf die Bedeutung und den ganz aus-gezeichneten Reichthnm der mit der Anstalt verbundenen Sammlungen aufmerksam.Gleicherweise rühmte er die der Akademie der schönen Künste, deren Einfluß ausden Geschmack der Nation nicht zu verkennen war. Diese letztere Anstalt besteht nochheute. Man unterrichtet daselbst regelmäßig in der Mathematik, Architektur, Malerei,Sculptur und Knpfcrstechertüust; allein die letzten neueren Nachrichten, welche wir überdieselbe haben erhalten können, schildern sic als tief herabgckommcn von ihrem früherenGlanz: man hatte ihr ncmlich einen Theil ihrer Einkünfte entzogen. Was die Beizz-werksschule betrifft, welche reicher ansgcstattet und in dem schönsten Gebäude Mcricvteingerichtet ist, mit guten Laboratorien und einer nach allen Regeln erbauten Stcrn-
*) Derselbe, welcher Kriegsministcr war unter Santa Ana. Er starb 1853.