Südamcrica.
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reif; es ist nicht übertrieben, wenn man sagt, daß sic nm zwei Jahre vor den nnsrigcnvoraus sind. Aber was sie so leicht lernen, vergessen sie auch leicht wieder, undmeistens bleibt ihnen am Schluß nichts als eine hübsche Außenseite: man bemerkt ihregroße Leichtigkeit im mündlichen, und selbst im schriftlichen Ausdruck, mit südlich feurigerEleganz; allein an Nachdenken sind sie nicht gewöhnt und der theoretische Unterricht,welchen sie empfangen haben, ist bald vom Wind verweht, da sie alles nur in derSchule lernen, und zu Hause nie ein Buch öffnen. Ein französischer Reisender, welcherdie socialen Zustände Mexicos in der Nähe beobachtet hat, zeichnet sie folgendermaßen(es handelt sich nm Kinder aus den wohlhabenden Classen, in den Städten): „Sie
sind folgsam, rcspectvoll, und hegen in ihren Herzen keine jener muthwilligcn Bos-heiten, über die man bei jungen Europäern gleichen Alters oft so sehr zu klagen hat.Es sind wilde Kinder, aber ohne Zerstörungstrieb, ohne die Lust, alles durcheinanderzu Werfen; neckisch, aber ohne daran zu denken, jemand wehe zu thun; heimliche Tückeist ihnen ganz fremd und sie wissen nichts von dem schändlichen Laster, welches die Jugendbei uns entehrt. Leider zerstören die schlechten Beispiele, welche sie beständig vor Augenhaben, im Umgang mit der Dienerschaft, welcher man sie anvertraut, gar oft ihr besseressittliches Gefühl. So giebt es viele unter ihnen, welche ihren Kameraden, ihren Elternohne Gewissensbisse Dinge entwenden,*) an denen sic Gefallen finden, und diese fataleNeigung verliert sich, durch die Schuld gerade ihrer Erzieher, im reiferen Alter nichtimmer. Die Väter gaben sich viel zu wenig damit ab, ihren Kindern Moral einzu-prägcn, und es streng zu rügen, wenn sie sich solcher Vergehen schuldig machen."
e) Mittlere Unterrichtsstufe (Läuoaoion sscunäaria) und höherer Un-terricht. Der Unterschied zwischen den beiden auf den Elementarunterricht folgendenStufen des Unterrichts, wie wir ihn aufstellen, ist in Mexico gar nicht mehr strengaufrecht zu erhalten, seitdem die Universität der Hauptstadt keine eigentliche Hochschulemehr ist, da an ihre Stelle eine Anzahl von Kollegien gesetzt wurde, welche untereinander keine Verbindung haben (s. oben). Dreierlei Anstalten sind hier zu nennen:1) die geistlichen Seminare (ssmiimrios eoneiliaras), unterhalten und geleitetvon der Geistlichkeit; 2) die Nationalcollegien (eolkAios naeionalss) der Haupt-stadt, welche theils aus dem Erträgnis der ihnen eigenthümlich angchörenden Stiftungs-fonds, theils aus Unterstützungen der Centralregiernng erhalten werden; 3) die in denverschiedenen Staaten zerstreuten Collegien und Institute, welche von ihrenRenten und dem Einkommen aus besonderen Stiftungen leben, mit Zuschüssen vonder Geistlichkeit.**)
Der Seminare sind es zehn, eines in jeder Diöcese. Laut ihren Gründungs-acten lehrt man darin Latein, Philosophie, kanonisches Recht, römisches Recht, Theo-logie (tsoloZ-ia, ksoolastica) und zwar Dogmatik und Moral; mehrere Häuser habenaußerdem noch Lehrstühle des Naturrechts, des Völkerrechts, des Civilrechts, der fran-zösischen und englischen Sprache. Was ihre Frequenz betrifft, so giebt der angeführteBericht folgende Ziffern: Mexico 488 Zöglinge, Puebla 599, Morelia 360, Guada-larara 733, Monterey 250, Oaxaca 200, Merida 224, Durango 175, Chiapas 24,Culiacan 30.
Die Nationalcollegien, welche außerhalb des Univcrsitätsverbandes gegründetwurden, denen aber seither der akademische Unterricht übertragen ist, sind neun an derZahl. Ihr Besuch war (im I. 1857) wie hier folgt: San Jldefonso 240 Schüler,San Juan de Letran 171, San Gregorio (den Jesuiten gehörig) 140, die Berg-werksschule 228, die medicinische Schule 206, die Akademie der schönen Künste vonSan Carlos 274, die Militärschnle 97, die Ackerbauschule 145, endlich die Handels-
*) Seit der Gründung französischer Schulen in Mexico soll diese Untugend sehr abgenommenhaben. (Anm. de Fossey'ö).
") Die folgenden Nachweisungen sind vorzugsweise aus Wappäus geschöpft, welcher voll-kommen zuverläßig ist.