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9 (1873) Spanien - Vives
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Südamerica.

einmal da, die Gewohnheiten waren festgewurzelt und die Mericancr brachten es schließ:lich zu weiter nichts als zu einem wahrhaften Wirrwarr, in Sachen der Schule fogut, wie in allen andern Dingen. Die Regierung, welche sich nicht mehr zu helfenwußte, faßte einen heroischen Entschluß: sie Leceutralisirte den öffentlichen Unterrichtdurch das Gesetz vom 23. Octobcr 1846. Jeder einzelne Bundesstaat organisirte undverwaltete seine Schulen wie er wollte. Da und dort waren einige Fortschritte Folgedieser Maßregel; aber an vielen andern Orten war das Mittel schlimmer als dasUebcl, dem es abhelfcn sollte. Wir lassen den Minister Lerdo de Tejada reden:Un-geachtet der Anstrengungen, die von manchen Staaten gemacht wurden, insbesondereauch von den Staats- und Gemeindebehörden, um die Erziehungs- und Unterrichts-anstaltcn in der Republik zu verbessern und auf einen angemessenen Fuß zu bringen,ist der Zustand, in dem sich dieselben noch gegenwärtig befinden, doch ein über alleBlaßen trauriger, da man, wie die Dinge liegen, cinräumen muß, daß mindestensdrei Viertheile der gcsammten Nation nicht einmal wissen, daß es ein Ding in der Weltgiebt, das man Abc nennt.*)

d) Primär-Untericht. In beinahe allen Staaten der Republik giebt csöffentliche Schulen für Knaben und Mädchen; arme Kinder erhalten in denselben un-entgeltlichen Unterricht. Diese Schulen werden unterhalten auf Kosten der Einzel-staatcn (mit Unterstützung von Seiten der Centralregiernng), der Gemeindeverwaltungen(nzmntniniontos) und einiger Privatgesellschaften, unter denen die Oomxanin Uanoastorianaund die Looieäaä cko Usneüoknein in Mexico in erster Linie zu nennen sind. DieHauptstadt und alle bedeutenden Städte besitzen außerdem Privatinstitntc, welche als höherePrimärschulen gelten wollen. Wenn man sich an die neuesten statistischen Angabenhalten will, würde sich die Anzahl der letztgenannten Anstalten auf mehr als 1000 be-laufen, in welchen über 180,000 Kinder unterrichtet werden sollen, Knaben und Mädchen.Allein Wappäns konnte leicht Nachweisen, daß hier eine außerordentiche Uebertreibungvorliegt. Die Pcivatinstitute sind nur Kindern mehr oder minder gebildeter Ständezugänglich; nun beläuft sich aber die Totalsumme der Kinder dieser Stände in demAlter, in welchem sie die Schule besuchen, d. h. vom 7. bis zum 14. Jahre kaum auf180,000, selbst wenn man 10°/° Mestizen mitrechnet. Hiezu ist nun aber noch zu be-merken, daß, da die Gesammtzahl der mericanischen Bevölkerung ans etwa 8,500,000Seelen geschätzt wird,**) und da nach dem Ministerialbericht von 1856 das Verhältnisder Schülerzahl zu der Einwohnerzahl gleich 1 : 37 ist, somit offenbar auf die hieraussich ergebende runde Zahl von 230,000 Schülern nicht mehr als 50,000 Schüler derunentgeltlichen Elementarschulen der ganzen Republik kommen würden. Diese Berech-nungen, sic mögen so offieiell sein als sie wollen, haben denn doch etwas phan-tastisches. Die Schulen von Pucbla gelten allgemein als die besten im ganzenLande; übrigens versichert man, daß ein auffallender Unterschied stattfinde zwischendenen, welche mit Klöstern verbunden sind (dies ist die Mehrzahl), und denen, welcheselbständig Lastehcn. Pucbla, eine Stadt von 70,000 Einw., besitzt 15 Knabenschulenund ebensoviel Privatinstitute für Knaben, ferner 4 öffentliche und ungefähr 70 Privat-anstaltcn für Mädchen (wir wiederholen, es ist schwer zu erkennen, ob das zuverlässigeAngaben sind). Mehrere französische Schulen wurden in Mexico gegründet, in derEpoche, welche den unglücklichen Maximilian auf den Thron hob, und Liese zeigten auchalsbald befriedigende Erfolge; wir haben nicht erfahren können, ob sie das Kaiserreichüberlebt haben.

lieber den Unterricht selbst und über die Schulbücher in den Primärschulenist wenig zu sagen. Der Lehrplan umfaßt nur eben das Unentbehrlichste; die Leitfädenoder Katechismen sind darnach eingerichtet. Die Kinder sind im allgemeinen sehr srüh-

*) Onsckro einoptioo äö In Rexnblioa, angeführt von WappäuL S. 117.

**) 8,567,000 im I. 1869 nach dem Gothaer Almanach.