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9 (1873) Spanien - Vives
Entstehung
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Südamerika.

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richten, zufällig gefundene Lehrer verwenden mäßen. Die Einkünfte finden sich einnnd mit ihnen neue Väter. Ein Palast steigt ans dem Boden, ein erster Lehrstuhl der Grammatik wird gegründet, dann ein zweiter und so fort, wie die Schülervorrücken. Schon wird die Philosophie, die theologische Moral und die scholastischeDogmatik gelehrt, man erlangt eine Bulle für die Universität mit dem Recht, Diplome«n wnsstrss (Magister) und äootoros zu crthcilcn. Das Seminar des h. Bartho-lomäus verwandelt sich für die Weltlichen in ein eolopsio maxor. Man lehrt darindie exacten Wissenschaften, wie man an P. Dadus von Mailand sieht, welcher dieUotooroloZäen des Aristoteles und die Lehre von der Lpimora vortrng. Eine ArtMischsprache (lonAnn äs Aitnnos, Zigeunersprache) hat sich ans spanischen und india-nischen Bestandtheilen gebildet: gleich wird ein neuer Katheder errichtet, eine Gramma-tik muß sofort zu diesem Behuf gemacht werden. Und wie nun für alle diese Be-dürfnisse gesorgt ist, hat man auch Mittel nnd Wege sich nach außen auszubrcitcn. Solegt man 1604, ans die gleiche Manier, anfangs von Almosen sich fristend, den Grundzu den Kollegien in Cartagena und Tunja, von wo man sich dann weiter ausbrcitct,um sich mit Len jungen Indianern zu befassen. Vor dem Ende des Jahrhunderts hatman zwölf große Collegien allein in der Provinz S. Fe, Noviziate, zahlreiche Missionenim Lande umher u. s. w. Man mag von den Vätern denken was man will, inankann ihren unermüdlichen, glühenden Eifer nnd ihren Muth nur bewundern, obwohldiese Eigenschaften, wie die Zeit gezeigt hat, rein vergeblich nnd znm Schaden derwahren Civilisation verschwendet wurden. Ueberall hin drangen die Väter, nnd über-all gewannen sie die Herrschaft. Aber man machte zuletzt doch die Warnehmnng, daßwenn sie auch persönlich von allem Streben nach irdischen Gütern für sich fern undfrei erschienen, dies doch keineswegs der Fall war in Beziehung auf den Vorthcil desOrdens, der in ihren Augen zusammenficl mit dem Vortheil der Kirche. Der Erz-bischof von Santa Fe z. B. konnte ihnen nicht verzeihen, daß sie Handel trieben: erverbot ihnen am Ende alle kirchliche Gerichtsbarkeit. Die gleiche Anschuldigung wurdein Paraguay sogar zu einer politischen Frage, so zwar, daß die Väter der Ncductioncndie Maske abwarfen und plötzlich offen mit Spanien brachen, was ihren Sturz be-schleunigte. Am 2. Januar 1767 sprach ein königliches Decret ihre Verbannung ausden drei Provinzen Buenos Aires, Rio de la Plata und Tncnman aus, sie mußtenihre großen Kollegien in Assuncion, Cordova n. s. w. verlassen nnd nach Spanienzurückkehrcn, nachdem sie hatten mit anschcn müßen, wie ihre Besitzungen confiscirtwurden, um zu der Stiftung höherer Lehranstalten in Buenos Aires verwendet zu werden.

Um es kurz zusammenzufassen, bis zu den Unabhängigkeitskriegen erhielten die Kolo-nisten von Spanisch-America in Hinsicht auf den Unterricht von ihrer Regierung nichtjene einsichtige und nachdrückliche Anregung, jenen Sinn für die Arbeit, der allein dieVölker mündig machen kann, und die Jesuiten beschäftigten sich mit den Eingewandcrtenund mit den cingebornen Bevölkerungen nur, um das moralische Ucbergewicht ihresOrdens zu sichern. Die Einzelnheiten, welche wir über die Einrichtungen der Gegen-wart mitzutheilen haben, werden die kläglichen Folgen dieser Politik ins Licht setzen,welche um so ungeschickter sich erwies, je schlauer sie sein wollte.

I. Mexico, n) Gesetzgebung im allgemeinen. Es ist bereits bemerktworden, daß die politische Befreiung der mcricanischen Nation weder durch die geistigeEmancipation derselben vorbereitet und cingeleitet wurde, noch daß die letztere eine Folgeund Frucht jener erstcren gewesen ist: ja man kann sogar sagen, daß abgesehen voneinigen ehrcnwerthen Ausnahmen in letzterer Hinsicht ein Rückgang stattgcfunden hat.Alles, was die Mcricancr von Civilisation besaßen, das verdankten sie Spanien. Nunwar aber Spanien zur Zeit der Revolution eines der am wenigsten fortgeschrittenenLänder Europas. Als die Mericancr ihre Verbindung mit Spanien brachen, glaubtensie, um sich auf die Höhe der ersten Nationen der Welt zu erheben, genüge es einfachdie Einrichtungen derselben zum Muster zu nehmen. Allein die Ueberlicferungcn waren