Vivcs.
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die Person der Lehrer. Wenn z. B. Stnrnr verlangt, der Erwerb äußerer Güterdürfe kein Sporn für sie sein, Vaterlandsliebe und Menschenliebe seien die Trieb-federn, so sind dies wieder Gedanken, welche Vivcs im 2. Buche eis trnä. äiss. anvcrschiednen Stellen mit aller Schärfe hcrvorhebt. Ebenso sind die übrigen For-derungen gemeinsam: Gelehrsamkeit ohne Arroganz und Morosität, Verträglichkeit gegendie Amtsgenossen, nicht zu große Strenge gegen die Schüler, Prüfung der Anlagen derSchüler, bcsondre Geduld mit den Anfängern, individuelle Behandlung u. s. w. —Was den methodischen Gang des Unterrichtes betrifft, so gebührt hier unzweifelhaftSturm das Verdienst einer musterhaften und selbständigen Durchführung des Principsin der praktischen Organisation seiner Schule, allein Vives hat nicht nur das Principselbst in seiner Wichtigkeit hervorgchoben, sondern auch das Wesen des methodischenGanges durch feine und treffende Bemerkungen erläutert. Die Nothwcndigkeit der Re-petitionen, die Forderung der Sicherheit in den Elementen als Bedingung des weiterenFortschritts, der Einheit im ganzen Gange der Anstalt hat Vives deutlich genug her-vorgehobe»; in einzelnen Puncten, wie z. B. in der Forderung regelmäßiger Lchrercon-fereuzen seiner Zeit weit vorancilend. Die Einheit von Gymnasium und Akademie istSturm vielleicht ebenfalls unter dem Einfluß von Vives als nothwendig erschienen; eineEinrichtung, welche in der Praxis bei den damals herrschenden Zuständen sich entschiedennachtheilig erwies, indem sie einen rohen burschikosen Geist an der ganzen Anstalt förderte,ohne doch mit der Akademie die Leistungen einer Universität wirklich zu ersehen. Bei Viveswird diese Einheit an Bedingungen geknüpft, welche die ganze Einrichtung von vornherein als ein Ideal erscheinen lassen, das auf die Wirklichkeit zwar Einfluß übe», abernicht direct in sie übergehen kann. Sturm wollte ferner, daß die Schüler nicht, odernur in seltenen Fällen zum Fleiße gezwungen würden; der gute Wille, Lust und Liebezu den Wissenschaften, seien die Hauptsache. Dies ist wieder ganz Vives; nur daßdieser in der Regel auch der Schule die Fähigkeit zutraut, diese Gesinnung zu erwecken,und daß er sich daher besonders eingehend mit der Frage befaßt, wie dies bewirkt wer-den könne. Alle diese Lehren haben bei Vives die volle Frische der Originalität undtragen die Spuren einer tief durchdachten psychologischen Begründung; so z. B. wenner ausruft (äs trnä. äiss. III. ss. oben)) „mirns Illlsrtntis sst Iruinnnnm inxs-nnun sto." Auch in der Begünstigung von Erholungen, Spielen und Leibesübungenstimmt Sturm ganz mit Vives überein. In der Theorie scheint nach einigen Aeuße-rnngen Sturms dieselbe Uebereinstimmung auch hinsichtlich der Anwendung von Lob-sprüchen und der Benützung des jugendlichen Ehrgeizes zu bestehen (vgl. KückclhahnS. 80 und die dort angeführten Stellen); hier ist aber keinem Zweifel unterworfen,daß der praktische Schulmann sich durch die Ergiebigkeit dieses bedenklichen Erziehungs-mittels verleiten ließ, bedeutend über die von Vives gezogenen Grenzen hinauszugchcn,wie es ja in noch höherem Grade auch die Jesuiten thaten, so daß in dieser BeziehungSturms Schule zwischen Vivcs und den Jesuiten die Mitte hält. In der speciellcnMethodologie des grammatischen und rhetorischen Unterrichts sind es namentlich dreiPuncte, in welchen Sturm in auffallender Weise mit Vivcs übereiustimmt: die vorzüg-liche Sorgfalt für eine reine und echt römische Anssprache des Lateinischen, die Eollec-taneenbücher und die Lehre von der Imitation, wenn man die letztere bei Sturm nichtnach der Darstellung von Räumers, sondern vielmehr in einem möglichst günstigenSinne auffaßt. Was die Aussprache betrifft, so verweisen wir hier einfach auf dieStelle äs trnä. äiss. III. vol. VI. S. 312 f. sä. LInj., womit man Kückclhahn S. 87vergleichen mag. Die Collcctancenbücher (Diarien), welche Kückclhahn für einen besonderswichtigen und originellen Bestandtheil der Sturm'schcn Methode zu halten scheint, finden sichbei Vives (a. a. O. S. 310) so speciell beschrieben, daß man sich leicht nicht nur von derIdentität des Grundgedankens überzeugt, sondern auch davon, daß die Sturm'sche Hinrich-tung nur eine unbedeutende Modification der von Vives vorgeschlagenen ist. Hinsichtlich derimitntio dürfte freilich ein Zweifel bleiben, ob der neueste Bearbeiter der Sturm'schcn Päda-