Vives.
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Wissens auf diesem Gebiete.*) Und dies lehrte Vives fast hundert Jahre vor Bacon,zu einer Zeit, wo die wirkliche Forschung erst ganz schüchtern einzelne Versuche zu wagenbegann, während Bacon schon mitten in einer entwickelten Naturwissenschaft stand.
Zur Vollendung der cnchklopädischcu Ausbildung empfiehlt Vives, eine gewisseKenntnis vom Ackerbau, Architektur, Schiffahrt u. s. w., d. h. von den Künsten despraktischen Lebens, sich mehr durch fleißiges Hören und Forschen als durch systematischesStudium zu erwerben. Für diejenigen aber, welche das wissenschaftliche Studium fort-scheu wollen, theilt sich jetzt der Weg, da von hier ab der Einzelne nicht mehr allesbewältigen kann. Vives unterscheidet den Weg derjenigen, »gut oorpora curaturisunt," d. h. der Mediciner, und derjenigen „gut uni mos." Hier fehlt die nähereBestimmung; offenbar weil Vives die Theologie, die vor allen Dingen hiehcr gehörthätte, nicht behandeln will. Er widmet der Medicin den Rest des vierten Buchesund behandelt im fünften als den zweiten Zweig des Wissens, der sich auf Pflege desGeistes bezieht, ausschließlich die Staatswissenschaften.
So stark Vives sonst die Erhabenheit des Geistes über den Körper zu betonenpflegt, so stellt er doch die Medicin sehr hoch. Er hält den Beruf des Mcdiciucrsfür so wichtig, daß derjenige, der sich einmal für denselben entschieden, mit Ausnahmeeines strengen Fachstndiums, gar nichts wissenschaftliches mehr treiben und sich ganzauf das zu seiner Kunst Gehörige beschränken sollte.**) Deshalb soll auch der Berufdes medicinischen Forschers, Welcher die Wissenschaft zu erweitern und zu vervollkommnenhat, von demjenigen des Praktikers getrennt werden. Die Grundsätze, welche Vivesüber das Studium und die Ausübung der Medicin entwickelt, sind durchaus gesundund rationell: sorgfältigstes Studium der Anatomie, Prüfung der Wirkung der Arznei-mittel unter den verschiedenartigsten Verhältnissen, welche Einfluß üben können, Heilung,so weit möglich, durch bloße Diät, erst im Nothfalle durch Mcdicamcnte u. s. W.
Das fünfte Buch umfaßt zwei ganz getrennte Bestandthcile: die Erörterung desStudiums der Staatswissenschaften und eine Abhandlung: „äo vita. obmoribus oruäiti," welche den Abschluß des ganzen Werkes bildet. Die Erwerbungder xrnäöntia,, welche die Haupteigenschaft des Staatsmannes bildet, wird nach Vivesvorzüglich gefördert durch ein ernstes und gründliches Studium der Geschichte, wobeiVives, ohne gerade schon einen klaren Begriff der Culturgeschichte erfaßt zu haben,
*) Vgl. folgende Stellen: VI. 348: „negus snim sst plrilosoplrus, gui äe „instantibus"st äs „motu enorm!" nut „oonkormi" nuAntur subtilitsr, ssä gui Asnsrstionss st nnturnsnovit plantnrum stgus snimnntiuw, gui vnusas, our guiägus ünt, st guomoäo." . . . ,,Inomni pliilosopliis guss sst äs natura illuä prasäiostur Mvsui, ea illum moäo auäiturum,guas imaZinsm liabonnt vsri (das Wahrscheinliche), guantum guiäsm inZenio, juäioio, usust äiliAsntia potusrunt asssgui, guibus euras kuit illa inäa^ars: nnm guoä nos verum essepro esrto possimus oonllrmars, rnrum sst. Initio sxliibsnäa sunt kaoillima, iä sst sensibusipsis psrvia. Hi sunt snim uä ooZnitionsm omnem aäitus." p. 349: „nilril sst bis opusäisputationibus, ssä oontsmplations nnturas taoita." p. 350: „nilül Ille jam opus sstaiteroationibus et rixis, seä nspsotu guoäam. Itagus oontsmplabitur rerum naturamin ooslo st nubiio st ssrsno, in n^ris, in montibus, in silvis: tum sx üs gunsiet st soisoi-tnbitur multn, gui in loois iiiis sunt krsguentes: guoä Asnus sunt liortulani, nxrieolae,pastores, venntorss: guoä lllinius st nlü Irarum rerum magni autorss inäubio koosruot:nsgus snim unus aliguis potsst omnin linse aäso tum multn, tum vsria intusnäo obirs.Ixss etinm, sivs eoutempletur guiä, sivs nnrrnntsm nuäiat, non ooulos moäo intsntos lladeat,vel nurss, ssä nnimum guogus: ma^na snim st neouratn nnimaäversions sst opus in omninnturn eontuenän, obssrvntions liao tomporum et inAsnü so virium ouiusgus rsi."
**) „Oisoiplinis omnibus atgus sxsreitüs litsrnrum nsternum vsls äiost, in l>ano unsmintsntus st inoumbens prorsus. l?aoilius tulsrim euiusvis nrtis proksssorsm äivsrsis non-nungunm ocoupars guam lruius, guao näso lonAL, vsria, obsours sst, nt aeArs guamlibstlolix Ingenium ounotum sit ei psreipisnäae aut rits sxerosnäns par: guanto minus inAsnüPortio aligua."