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9 (1873) Spanien - Vives
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Vives.

einfältige und verkehrte Köpfe sind zum Studium untauglich, während sie bei einermechanischen Beschäftigung noch weit eher brauchbare Menschen werden können. Unge-eignet sind ferner solche, welche durch einen Fehler ihrer Natur zur Wuth und Rasereineigen. Verschlagene und betrügerische Menschen soll mau fern zu halten suchen, weilsie die Kenntnisse nur zum Schaden auwenden Würden. An Hochmüthigen, die sichschämen zu lernen und meinen, sie wüßten schon genug, soll man nicht gleich ver-zweifeln; man soll sie an solche Wissenschaften bringen, bei denen sich die Unwissenheitnicht verbergen kann, und soll ihren Uebermuth häufig dcmüthigcn. Es giebt aberauch freche Verächter der Lehrer, die besser für den Pflug passen, als für das Buch,und besser für Wald und Feld, als für die menschliche Gesellschaft. SpielsüchtigeKnaben soll man nicht wegweisen, sondern bessern. Ueberhaupt werden sich alle übrigenNaturen zum mindesten für das Erlernen der Sprachen eignen und später kann mansie dann je nach ihrer besondern Anlage für dies oder jenes bestimmen. Den Knabensoll die größte Ehrfurcht gegen die Schule und die Lehrer eingeprägt werden, die ihnenals Diener Gottes erscheinen müßen.

Schließlich bespricht Vives die allgemeinen Grundzüge der Methode, wobei erin ausgesprochener Weise ein inductives Verfahren voranstellt.*) Die Reihenfolgedes Vortrages soll übrigens gleichwohl in der Regel eine solche sein, daß das Späterenatürlich aus dem Vorhergehenden zu folgen scheint, weil dadurch die Schüler unwill-kürlich mit fortgezogen werben. Die Art, wie den beiden Ansprüchen des inductivenVerfahrens und der Reihenfolge gleichzeitig genügt werden soll (was in manchenGegenständen allerdings denkbar ist, da Vives bei der Reihenfolge nicht eigentlicheDeduction ans Principien im Auge hat), wird nicht weiter erörtert. Bei aller Hoch-schätzung der Ordnung will übrigens Vives Abschweifungen auf das religiöseGebiet zulassen, damit wir uns auch beim Lernen von Zeit zn Zeit erinnern, daß wirChristen sind. Die heilige Schrift soll besonders bei jeder Gelegenheit herbeigezogenWerden, wie cs die Griechen mit dem Homer machten. Sie soll aber nicht nur Beispieleliefern, sondern beständig als höchste Auctorität erwähnt werden. Im übrigen soll derLehrer sich stets nach der Fassungskraft der Schüler richten und nicht immer strengnach dem Gang der fertigen Wissenschaft verfahren. Der Meister der Wissenschaftmag das Vollendete betrachten und in Regeln fassen; möge dann jeder sehen, wie ersie versteht. Der Lehrer aber soll zwar nie von der Wissenschaft abweichcn oderFalsches als wahr geben; wohl aber soll er sich in der Auswahl und Behandlungsweisedes Stoffs nach der Fassungskraft der Schüler richten. Das Evangelium zeigt, daßder göttliche Meister und Lehrer beides verstanden habe.

Das dritte Buch handelt speciell vom Unterricht in den Sprachen. Auch hiersind größere Abschnitte rein pädagogisch. Vives beginnt mit der Wichtigkeit der Redeüberhaupt, die er bekanntlich als das Band der menschlichen Gesellschaft faßt, und leitetdaraus sofort die Nothwendigkeit ab, der Muttersprache ciue besondere Pflege znzn-wenden. Sowohl die Eltern als auch die Lehrer sollen sorgfältig darauf halten, daßdie Kinder ihre Muttersprache so gut als irgend möglich reden. Deshalb soll manaber auch darauf achten, daß Ammen und Pfleger und wer sonst mit dem Kinde vielin Berührung kommt, keine Fehler machen, die das Kind annehmen könnte. Chrysippushabe aus diesem Grunde sogar gebildete Ammen verlangt und Cicero hebt dieWichtigkeit der im Hause gehörten Sprache für die spätere Bildung hervor. Durch

*) In xrascsptious artiuin uiulta sxpsrirusuta solliASiuus, multorum usum obssrvabimus,nt ex illis universales Laut rsAulas. Vs guilnis vxperiinemis si siut, guas oum norm» noncouzruaut, siAuauäa est causa eur üat: sin sa nssciatur st xauca siut, guas uou guaärent,auuotauäa sunt: sin xlura sint, guam guas couAruant, aut pari nuiusro, uou statusuäuiuäs so äoguia, ssä transmittsuäum aämiratisn! Postsroruiu, ut ex aämiratious, sisut üsrisoususvit, piulosoxlna uaseatur. VI. p. 236. ülaj.

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