Dives.
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exxerimentis oollsxsrunt äoxmatg."). Auch diejenigen, welche das Zerstreute sammeln,ordnen und erläutern, haben den Namen von Erfindern erlangt, wie Aristoteles in derDialektik. Uebrigens sind Experimente willkürlich und ungewiß, wenn sie nicht voneiner Methode (ratio) geleitet werden. So kommt cs, Laß, wie Plato sagt, Erfahrungdie Wissenschaft hervorbringt, Wissenschaft aber die Erfahrung leitet. Es folgt danneine weitläufige Erörterung über das Wesen der Wissenschaft, die Absicht beim Studiumderselben und die Art, wie dasselbe betrieben wird, worauf Vivcs auf die Frage ein-tritt, welche Bestrebungen dem Menschen schädlich und welche nützlich seien. Hier kehrter in einer schönen und tiefsinnigen Betrachtung zur Religion zurück, die er als Endzielund Ausgangspunct aller Bildung ansieht. Sie soll in zwei Stufen gelehrt werden:zuerst die einfachsten Grundbegriffe von Gott und von Christus als unserem Erlöser;sodann eingehender, nicht an der Hand irgend welcher menschlicher Erfindungen, sondernallein durch die heilige Schrift, in welcher eine vollkommene Erkenntnis der Gottes-verehrung enthalten ist. Als dritte Stufe folgt dann das freie theologische Studiumderjenigen, die sich in der Liebe zu Gott höher erheben und zu Hirten seiner Heerdeberufen sind.*) Sodann wird gezeigt, daß keinerlei Erkenntnis an sich dem Glaubennachtheilig sein kann; jede nimmt ihren Stoff ans den Dingen, die Gott geschaffen hatund die daher gut sind. Ja, die Erkenntnis führt zu Gott, da der natürliche Wegderselben von den Wirkungen zu den Ursachen aufsteigt und Gott die höchste Ursacheist. Abraham und Moses sollen nach dem Zeugnis des Philo und des Basilius vonder Naturbctrachtung zur Erkenntnis Gottes gelangt sein und in diesem Sinne singtder Psalmist: „die Himmel erzählen die Ehre Gottes" und Paulus sagt, daß die unsicht-baren Dinge Gottes durch die sichtbaren erkannt werden („invisibllin äoi per visibiliaiutM§i;" vgl. Röm. 1, 20). Daher ist hochmüthige Unwissenheit auch moralischschädlicher als ein bescheidenes Wissen. Die Wissenschaften sind an sich alle gut; abernicht immer für uns. So kann z. B. daß Studium schaden, wenn cs so einseitigbetrieben wird, daß die Frömmigkeit darunter leidet. Streitsüchtige Bücher sind ver-derblich. Jedes Studium ist verwerflich, wenn es in böser Absicht, z. B. um andernzu schaden, unternommen wird. Nichtige Lügenkünste, wie Wahrsagerei aller Art, sindverderblich. Nach einer philosophischen Ableitung aller wahren Wissenschaften kommtVivcs sodann auf die Literatur und entwickelt das Bedürfnis eines Wegweisers durchdie ungeheure Masse von Büchern. Eine vollkommenere Ausführung dieses Gedankensder Zukunft überlassend, will er in den folgenden Büchern einen Anfang damit machen,zu zeigen, was man in jeder Wissenschaft lesen solle. Er schließt mit Betrachtungenüber die Vorsichtsmaßregeln, welche bei der Benutzung der Bücher von Gegnern desChristcnthums anzuwenden seien.
Das zweite Buch hat fast durchweg pädagogische Fragen zum Gegenstände, daherwir hier etwas ausführlicher berichten. Vives will nunmehr erörtern, was und wieman es lehren soll, wo man Schulen errichten und wer Lehrer sein soll. Er beginnt mitBesprechung des Ortes zur Gründung einer Schule. Vor allen Dingen sei aufgesunde Lage zu sehen, aber der Ort soll nicht gar zu anmuthig gelegen sein, umdie Schüler nicht zu sehr zu Ausflügen einzuladcn. Sodann sehe man auf Billigkeitder Nahrungsmittel, damit nicht gute Köpfe aus Mangel an Mitteln auf das Studiumverzichten müßcu. Vives legt Werth auf die Ausbildung unbemittelter junger Leutenicht nur wegen ihrer selbst, sondern auch wegen des Gemeinwohls, weil die wohlhabcn-
") VI. 856 oä. Lins. — Die ganze Stelle von den Worten „bluno illuä est u nobis" (Anfangvon Cap. 4, nach der von Majanö herrührcndcn Eintheilung) ist bemerkenöwcrth für Vivesreligiösen Standpunkt. Die sehr fein gehaltene Stelle über das theologische Studium: „Hasesunt oius oui oommissus ost grox, gut ot a äomino suäivit: „äiliAis ms plus, guam bi?""könnte vielleicht auch auf die Anctorität des Papstes bezogen werden, allein nach dem ganzenZusammenhang lehrt Vives unzweifelhaft, dah eben diejenigen die wahren Hirten sind, denenjene höhere Liebe innewohnt.