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Ncrgerius und Vcgius.
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Die wesentliche Bedingung für das Lebensglück der Kinder haben die Eltern nachV. in einer gediegenen wissenschaftlichen und moralischen Bildung derselben zu erkennen.Diese muß in der frühesten Jugend beginnen, da späterhin Versäumtes sich kaum nocheinbringen, Verbildetes sich nur sehr schwer wieder beseitigen läßt. Die Erziehung ingrößeren Städten, wo so viele und mannigfache Eindrücke für die Bildung benutzt werdenkönnen, ist der Erziehung in Abgeschiedenheit bei weitem vorzuziehen. Die Fürsten aberhaben den von ihnen Beherrschten auch in diesen Dingen mit gutem Beispiele voranzn-gehen; es gebührt sich, daß diejenigen, welche auf alles Anspruch machen, sich auch inallem tüchtig zeigen.
Früh mäßen die Eltern auch darauf sehen, daß sie die Anlagen ihrer Kinder er-forschen, um darnach ihre Beschäftigungen und Studien bestimmen zu können; besondershaben sie dafür zu sorgen, daß edlere Naturen nicht aus Mangel an ernster Beschäfti-gung in Trägheit sinken, nicht in niedrigen Dingen verkommen. Und es ist so schwierignicht, edlere Naturen zu erkennen. Denn solche zeigen sich bald empfänglich für Lob,crröthen beim Tadel, zeigen sich willig bei ernster Ermahnung, kehren gern nach Er-holung und Genuß zu ernster und anhaltender Arbeit zurück; wie solche vor Drohungenund Schlägen, vor Dcmüthigung und Schande sich scheuen, so entzündet sich ihr Herzin vorwärts treibender Ruhmbegierde; dabei wissen sic doch straffe Zucht zu schätzen,und daß sie strenge Erzieher lieben, das gerade ist ein Beweis dafür, daß sie von edlerArt sind. In besonderer Weise gewinnt ans solche Naturen bildenden Einfluß daslebendige Vorbild; es ist daher von größter Wichtigkeit, baß Jünglinge in bewährtenMännern Vorbilder zu allem Guten erhalten nnd diesen dann nach Kräften ähnlich zuwerden suchen. Wirken doch schon die Vorbilder, welche die Geschichte aufstellt, nichtselten sehr erfreulich.
Die gemeinen, illiberalen Naturen lassen schon früh an einem gewißen Hange zurKargheit sich erkennen. Sie eignen sich daher auch vor allem zu erwerbenden Thätig-keiten, zum Handwerk, zum Handel, es sind Krämerseelen, welche, auch wenn sie dieRichtung auf das Höhere einschlagen und zu Wissenschaften nnd Künsten sich wenden,dieselben doch nur um des Erwerbes willen treiben, wie sie ihrem ganzen Thun einen ma-terialistischen Charakter geben. Es hängt damit zusammen, daß sie oft mit dem Scheinezufrieden sind, gern in Illusionen sich wiegen und andern durch Prahlerei zu imponirensuchen, während sie selbst wieder leicht sich bethören lassen. Vor solchem Scheinwerk istdie Jugend dringend zu warnen. Da empfiehlt es sich, sie zu ermahnen, schweigsam zusein und nur nach erhaltener Aufforderung die eigene Ansicht auszusprechen; besonderswird sie vor unanständigen und schmutzigen Reden zu warnen sein. Auch vor Leicht-gläubigkeit und Flatterhaftigkeit hat sie sich in Acht zu nehmen.
Sehr bedeutsam ist des V. Ansicht, daß die Erziehung großentheils Sache desStaates sei, ja daß es vielleicht am besten wäre, wenn dieser sie ganz in die Handnähme. Denn es liege gar sehr in seinem Interesse, daß die Jugend wohl gesittet sei,und eine vernünftige Erziehung komme eben nicht bloß den Erzogenen, sondern der gan-zen bürgerlichen Gesellschaft zu gut.
Die nächste Aufgabe der Erziehung ist, die Jugend vor dem Unsittlichen zu behüten.Deshalb muß man sie von allem fernhalten, was ihre so erregbare Sinnlichkeit aus Irr-wege führen kann, vom Tanz und anderen Veranstaltungen, welche sie zum Verkehre mitdem weiblichen Geschlechte verleiten; aber auch die Einsamkeit kann ihnen gefährlichwerden, und es ist wichtig, daß sie vielfach mit Männern von erprobter Sittlichkeit und