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9 (1873) Spanien - Vives
Entstehung
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Dergcrins und VegiuL.

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einschneidende Jnvcctive zu richten, die allgemeinen Beifall fand und auch den strengenBandcnführer so beschämte, daß er die Statue wieder Herstellen ließ und selbst — Versemachen lernte. (Die Jnvcctive ist fälschlich auch dem Guarino zugcschriebcn worden.)Im I. 1393 wurde V. Professor der Logik in Padua und gelaugte nun als Gelehrterzu solcher Geltung, daß er im I. 1401 zn gleicher Zeit Magister der Philosophie, derMedicin und beider Rechte wurde. Sein Fürst zeichnete ihn durch das höchste Vertrauenaus und zog ihn in den wichtigsten Angelegenheiten zu Rathe. Als aber freilich Fran-cesco in die bedenklichsten Verwicklungen mit Venedig gcricth und nur in schleunigsterVerständigung mit der mächtigen Republik die Möglichkeit einer Rettung für ihn lag,verlor V., weil er zu solcher Verständigung ricth, das Zutrauen des verblendeten Für-sten; ja der Zorn desselben nöthigte ihn zur Flucht aus Padua. Er wandte sich nachVenedig, und die rasch sich entwickelnden Thatsachcn bewiesen, daß er mit Recht eineKatastrophe gefürchtet hatte. Zu derselben Zeit, wo das Haus dclla Scala in Veronadurch die Macht der Vcnctiancr zu Grunde gieng, erlag auch die Dynastie der Carrarain Padua. Francesco II. fiel am 14. November 1405 in die Hände der Venetiauerund wurde 1406 in einem Kerker der Lagunenstadt erdrosselt; mit ihm endeten auf gleichschreckliche Weise zwei Söhne, Francesco und Giaconw. Ein dritter, Marsiglo, wurdenoch 1424 ein Opfer der venctianischcu Politik.

V. ist der Geschichtschreiber des unglücklichen Fürstengeschlechts geworden (S. Vitugkrincipum Ourrurisnslum bei Lluratorl Lcriptt. rvr. ItnI. I. XVI). — Er stand ebenim Begriffe, in seine Vaterstadt zurückzukehrcn, als sein früherer Lehrer Zarabella ander Spitze einer Gesandtschaft in Venedig erschien, um Padua der Republik zu übergeben.Mit diesem kehrte er nun nach Padua zurück, und seitdem blieb er an der Seite desbedeutenden Mannes, der zu den höchsten kirchlichen Würden emporstieg. Als derselbeim Auftrag des Papstes Johann XXIII. um die Zeit der Eröffnung des Costnitzcr Con-cils, zugleich mit I. von Challant und Chrysoloras, au den Kaiser Sigmund gesendetwurde, schloß V. sich an und gewann bei dem kurzen Aufenthalte am Hofe die ganzeGunst des Monarchen. Im I. 1415 kam er mit Zarabella nach Costnitz. Ob er dannauch an der Reise Theil genommen, welche Sigmund antrat, um den hartnäckigen PapstBenedict XIII. zn der vom Concil gewünschten Nachgiebigkeit zu bestimmen, ist zweifel-haft. Dafür steht fest, daß er beim Kaiser in hohem Ansehen sich behauptete. Als erim I. 1417 seinen verehrten Gönner Zarabella durch den Tod verloren und dann dessenLeichnam nach Padua gebracht hatte, schied er für immer von Italien, um sich an denHof Sigmunds zu begeben. Er folgte diesem 1419 nach Ungarn, und dort scheint erauch 1428 gestorben zu sein.*)

Wir dürfen sagen, daß sein Aufenthalt am Kaiserhofe einen ersten Schimmerhumanistischer Bildung in die von Sigmund beherrschten Länder gebracht habe. Fürdiesen hat er auch in einfachem und schmucklosem Stil eine später verloren gegangeneNebcrsetzung des Arrianos gearbeitet (vgl. über dieselbe SchwcminSki S. 3).

Für uns ist er Gegenstand der Aufmerksamkeit besonders durch seine pädagogischeSchrift cko inZmiuis moribus et lidsiulldus stuäiis uä Udertinum Ourrurienseiii. Alserste Ausgabe wird die von BreScia 1485 aufgeführt; andere folgten 1490,1497,1502;die letzte ist die Leipziger vom I. 1604 in 12. Tie Schrift fand auch wegen ihrergeschmackvollen Darstellung großen Beifall und scheint selbst beim Schulunterrichte ge-braucht worden zu sein. Wir geben aus ihr im Folgenden eine Zusammenstellung seinerpädagogischen Grundsätze. Die Bedeutung derselben im allgemeinen dürfte schon Brückersehr treffend in folgenden Worten bezeichnet haben: vum juvsntuti morum et Iionvstn-rum äisciplinurum xraceopta truäit, itn institutionem iiuno äiseipulo eommeullut, utpatent, llunnmi eum nnimi nuturnm, vitiu, emenäutionem itn perspexisse, ut ueeuruta

*) Dem Cardinal hat er ein biographisches Denkmal gesetzt in seiner lüpistola eie vita stobitu TarabsIIao. Auch eine Vita kotrarsbas Hai er geschrieben.