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9 (1873) Spanien - Vives
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Vaterlandsliebe.

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mag genügen, auf diese Ausnahmszuständc hinzuwciscn, durch welche natürlich auch derErziehung zur Vaterlandsliebe eigeuthümliche Schwierigkeiten bereitet werden. Bei dernun folgenden Erörterung gehen wir von dem normalen Verhältnisse ans, dessen wiruns glücklicherweise in Deutschland erfreuen, und in welchem die Gemeinsamkeit derHeimat, der Abstammung und des staatlichen Lebens zur Entwicklung der Vaterlandsliebeim vollen Sinne zusammenwirkcn. Wir schließen diese allgemeinen Erörterungen mitder inhaltrcichcn und schönen Zusammenfassung aller Momente der Vaterlandsliebe,welche Werner in seinem System der christlichen Ethik (111. S. 610 f.) gicbt:Be-dürfnis nnd Gewohnheit des Vaterlandes, Dankbarkeit gegen seine Wohlthatcn undSegnungen, Begeisterung für seine Macht nnd Größe sind die drei Grundbestimmungen,welche sich in der Seele eines jeden Patrioten auseinander herausbilden und ihn mitunlöslichen Banden an die geliebte vaterländische Heimat fesseln. Das Vaterland istder theurc Boden, der das Vaterhaus trägt, jedes Einzellcben nährt und groß zieht;seine Berge nnd Flüsse, Haine und Thäler, seine Städte nnd Dörfer sind das heimischeund traute Gcsammtbild, in welchem lebenslänglich das Haus unserer Erinnerungensteht. Die Menschen, welche dieser Boden trägt, sind dem auf ihm aufkeimcndcn Einzcl-leben durch das Blut gemeinsamer Abstammung verwandt und befreundet; unter ihnenlernt es gesellige Sitte und erfährt cs die wohlthucndcn Segnungen derselben; cs verwächstmit ihrer Gesammtheit durch all' die tausendfachen Beziehungen, welche jedes Einzcllebcnmit allen übrigen seiner Art und Sphäre durch die vielvcrschlungcnsten Bande einigen.Das Gesammtgut ihrer geistlichen nnd gemächlichen Begabungen, ihrer wohlthätigcnEinrichtungen und gemeinnützigen Anstalten ist für jeden Einzelnen als freundlichesErbgut da, von welchem er in vollem Maaße genießen mag, um seines menschlichenDaseins auf edle und würdige Weise froh zu werden. Die Bewohner jenes Bodenssind die natürlichen Genossen seiner Freuden nnd Leiden; gemeinsame Noth und gemein-same Liebe machen das Zusammensein mit ihnen zur theurcn, unaufgeblichen Gewohnheit.Der Boden, der die Gräber der Ahnen birgt und die Hciligthümer der nationalen Ver-gangenheit trägt, der Boden, den Gott dem Erdenbürger als Stätte seines Lebens undWirkens zugcwiesen, ist dem gesitteten Menschen ein heiliger Boden, und die Ge-nossenschaft, mit welcher er ihn thcilt nnd gemeinsam bewohnt, ein gottgcfügter Verein,an welchem er als lebendiges Glied mit treuer Pietät hängt. Diese treue Pietät ist diepflichtgemäße sittliche Vergeltung für das Glück, das ihm aus der Theilnahme an denGütern des heimatlichen Bodens erwächst."

In der für uns abgeschlossenen Geschichte des Alterthums bieten vor allen dasisraelitische und das griechische Volk Beispiele der auf dem Grund der an-geführten normalen Verhältnisse erwachsenen Verwirklichung des vollen Begriffs der Vater-landsliebe. Das römische Volk, welches auf unsere eigene Entwicklung neben jenenbeiden den größten Einfluß geübt hat, ist nicht sowohl von innen herauSgewachscn, alsvielmehr durch jenen Krystallisationsproccß entstanden, vermöge dessen die wachsende An-ziehungskraft der stets mächtiger werdenden Roma nähere und fernere Länder und Völkermit sich vereinigt hat; und darum tritt im römischen Patriotismus die Anhänglichkeitan Land und Volk hinter der Achtung und Liebe und dem Gehorsam des Bürgers gegenden staatlichen Organismus, gegen die ros zuMien, wohl auch geradezu gegen den sovollkommen ausgcbildetcn RcchtSformalismuS zurück, welcher die disparatcn Glieder desungeheuren Reiches umfaßt hielt. In diesem Sinne sagt Cicero (Do oktie. I. 17):»Omnium sooiotatnm uulla 68t Aravior, nnila earior, gnain oa <ina6 «mmrexudlica ost nuiouigne nostrnm. Lari 8nnk parentös, cari lilwri, piroxingni,kamiliarss; soä vmno8 omninin curitutes xatria uns. oomxloxa sst: pro qua guisdonns «tnditot mortom oxxstsrs, si si sit xrokntnrus?" Und ferner (Do orat. III. 43):»Ouo ainoro tanävm inllammati 6888 ckodemus in eins moäi imtrirun, gnao nun inomnidns tsrrzL äomns est vlrtutis, iiuxerii, äiAnitatis? onins pwimnmPädng. Enchklopädie. IX. 40