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Unterrichtszeit.
man könnte cS den Behörden einer solchen überlassen, unter Berücksichtigung der indivi-duellen Verhältnisse, die sich übrigens auch in Berlin für die verschiedenen Stadtgegcndenund LebcnSbcrnfc der Eltern verschieden gestalten, unter' zwei Ucbcln das kleinere zuwählen. Doch läßt Hoffmann nicht undeutlich durchblicken, daß er sich überhaupt wenigvon dem Erfolge des Nachmittagsunterrichts verspreche, auch hat der Wegfall desselbenund der daraus hervorgchende Gewinn einer ausgedehnten freien Zeit so viel verlockendesfür den Lehrer, daß diese Frage auch hier einer Besprechung wird unterzogen werdenmüßen. Nun steht aber die Abschaffung des Nachmittagsunterrichts in nothwcndigerVerbindung mit der Verminderung der wöchentlichen Lehrstunden, incl. Gesang undZeichenstunden auf ZO Stunden und mit der Vermehrung der vormittäglichen Lehrstundenauf 5. Und die letztere Ausdehnung scheint uns unter gewöhnlichen Verhältnissen durch-aus nicht zu rechtfertigen. Zunächst beruft man sich darauf, daß auch jetzt schon amMittwoch und Sonnabend der Unterricht mehrfach auf 5 Stunden ausgedehnt werde,ohne daß Klagen darüber laut geworden wären. Das Letzte darf wohl entschieden be-stritten werden, man hat sich diese Ausdehnung als eine durch andre Umstände bedingteNothwendigkeit gefallen lassen, um wenigstens die beiden freien Nachmittage zu behalten;daß aber die Lehrer die Abspannung der Schüler in der letzten Stunde nicht bemerkt undrecht übel empfunden haben sollten, ist kaum wahrscheinlich. Um diese Ausdehnung er-träglicher zu machen, verlangt man von einigen Seiten größere Pausen, wodurch dieUnterrichtszeit noch erheblich verkürzt werden würde. Wenn man aber die 5 Vormittags-stunden für um so unbedenklicher hält, als die Schüler dafür den ganzen Nachmittag zurErholung hätten, so spricht die bekannte Erfahrung, daß der Unterricht am Montag wegender Zcrstreung des vorangcgangenen Sonntags sich am wenigsten fruchtbar erweist, nichtgerade für diese Behauptung. Ferner wird ja der Nachmittag wohl nicht bloß zur Er-holung, sondern als Ergänzung des verminderten Schulunterrichtes zu ausgedehntererPrivatbeschäftigung benutzt werden sollen. Denn wie es dem Körper und namentlichdem jugendlichen nicht vorteilhaft ist, wenig und weit aus einander liegende Mahlzeitenzu halten, so würde es auch der geistigen Entwicklung nur schädlich sein, wenn der Un-terricht und die Arbeitszeit auf die eine Hälfte des Tages zusammengedrängt, die ganzeandre Hälfte der Erholung, dem Vergnügen, dem Nichtsthnn preisgegcbcn würde. Istes nun auch dringend zu wünschen, daß der Jugend eine angemessene Zeit zur Erholung,Gelegenheit zur Erfrischung im Freien und zur Uebung der körperlichen Kraft gewährtwerde, so kann cs doch schwerlich empfohlen werden, in der eigentlichen Saatzeit desLebens, wo das Gedächtnis leicht empfänglich, die Auffassungsgabe lebendiger und rascherist und wo es gilt, Material zu sammeln und zu verarbeiten, die Hälfte der Tageszeit,namentlich für die Schüler der untern und Mittlern Elasten, ohne geordnete Thätigkeitzu lassen. Verständige Eltern würden dies von vornehercin nicht dulden; aber auch denandern würden die ohne Beschäftigung hcrnmlnngcrnden Kinder bald zur Last werden;man würde sich daher genölhigt sehen, neben der Schule noch einen besonderen Unterrichteinzurichten, Hauslehrer anzunchmcn, die für eine passende häusliche Beschäftigung derKinder Sorge trügen, da die Anzahl der Eltern, die einen solchen selbst zu ordnen außerStande sind, jedenfalls recht groß ist. Andrer Art würde das Bedenken für die erwach-senen Schüler sein, unter denen allerdings nicht wenige, besonders bei geeigneter Anregungund Anleitung seitens der Schule, die Zeit zu selbständigen Studien benutzen, recht vieleaber auch zu allerhand Extravaganzen misbrauchen würden. — Nicht minder wichtigerscheint eS aber für den Lehrer, daß er nicht so lange hinter einander zu unterrichtengenöthigt werde. Allerdings werden die meisten es vorziehen, den ganzen Nachmittagfrei zu haben, auch wenn sie dafür 4, ja S Stunden hintereinander unterrichten sollten;aber wir stehen nicht an, selbst für sie eine so ausgedehnte, regelmäßige Mußezeitfür nicht unbedenklich zu erklären, und cs dürfte noch sehr die Frage sein, ob fürviele derselben diese lange Erholungszeit, der behaglichen Muße freigegcbcn, anregendoder dcprimirend auf ihre eigentliche Schulthätigkeit zurückwirkcn würde. Aber abgesehen