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9 (1873) Spanien - Vives
Entstehung
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Unterrichtszeit.

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frei bleibt. Man ist freilich froh, wenn diese Zeit wieder vorüber ist; dennoch ist dieseEinrichtung als das beste AuskunftSmittcl erschienen, und die Uebcrzcugung, daß die ab-gekürzte Zeit um so gewissenhafter benutzt werden müße, wirkt nicht unvortheilhaft auf denUnterricht zurück.

Ueber die Pause s. d. Art. Taß dieselbe nicht ungebührlich ausgedehnt werde,darauf zu sehen, ist Sache des Direktors; cs wirkt gewiß nicht günstig auf den Geistder Schüler, wenn sie die mangelnde Gewissenhaftigkeit nnd Pünktlichkeit ihrer Lehrerdabei zu beobachten Gelegenheit haben, ebenso wie es das Recht der Schüler und desnachfolgenden Lehrers beeinträchtigen heißt, wenn der Lehrer seinen Unterricht, dener vielleicht spät begonnen, nun erheblich über die bestimmte Zeit hinaus auSdehnt.

Der Schulpforte cigcnthümlich ist die Einrichtung, auf die erste Lehrstunde von67 Uhr 2 Arbeitsstunden folgen nnd so die Lehrstunden mit den Arbeitsstundenmehrfach abwechseln zulasten. Für eine andere Anstalt, die nicht alle Schüler in nächsterNähe um sich versammelt hat, wäre dies Verfahren natürlich nicht anwendbar; dortempfiehlt es sich dadurch, daß einerseits die Gcsammtheit unabänderlich frühzeitig in einegeordnete Thätigkeit hineinkommt und andrerseits dem ganzen Cötus nicht ein zu langerZeitraum hinter einander zu eigner Disposition freisteht, der leicht zu Ucbcrschreitungder Hausordnung führen könnte. Daneben ist der zur Selbstbeschäftigung gewährteZeitraum von 2 Stunden erheblich genug, um auch eine größere zusammenhängende Ar-beit vornehmen zu können.

In Berlin wird seit einigen Jahren die Frage des Nachmittagsunterrichtsmit großer Lebhaftigkeit verhandelt; ausführlich haben sich gegen denselben der Stadt-schulrath Hoffmann (Zcitschr. f. Gymnas. XXII. S. II sf.) und der Director Klaibcr(Progr. d. Doroth. Realsch. 1867) ausgesprochen und unter Genehmigung der Behördenist an einigen der dortigen Schulen der Versuch gemacht worden, denselben im Sommerganz ausfallen zu lassen, die Anzahl der obligatorischen Lehrstunden incl. Gcsangstundenbis auf 30 Stunden herabzusetzcn, dagegen nun täglich 5 Unterrichtsstunden Vormittagsvon 81 Uhr, natürlich mit den üblichen Pausen zu ertheilcn. Die Gründe, welche fürdiese Einrichtung angeführt werden, sind hauptsächlich zweierlei Art, der eine ist pädagogischen,der andre Gesundheitsrücksichten entnommen. Bei den Berliner Verhältnissen sei es nemlichunter Beibehaltung des Nachmittagsunterrichtes für sehr viele Eltern völlig unmöglich,die Hauptmahlzeiten im Verein mit den Kindern cinzunehmcn; infolge davon kommeaber der Vater mit diesen kaum auf eine irgend ncnncnswcrthe Zeit in Verkehr; dieThätigkeit beginne nemlich in der großen Stadt verhältnismäßig spät am Tage, dannsei die Arbeitszeit für die Väter auf eine bestimmte, längere Zeit zusammengelcgt, umdie übrige für einen Ausflug ins Freie disponibel zu haben, und das Streben nach einersolchen Zeiteinthcilung dehne sich mit jedem Jahre weiter aus; während dieser freien Zeitdes Vaters seien aber die Kinder entweder in der Schule beschäftigt, oder durch dieausgedehnten häuslichen Arbeiten völlig in Anspruch genommen. Der andre Grundwird der Weite der Schulwege entnommen, die im Durchschnitt 1530 Minuten be-tragen, so daß etwa IV-2 Stunden täglich darauf verwendet werden müßten. DieseWege, weit entfernt der Gesundheit förderliche Spaziergänge in frischer Luft zu sein,müßten namentlich im Sommer während der größten itze und in der staubigen Atmo-sphäre Berlins zurückgclegt werden; sie absorbirtcn die Kräfte und zugleich diejenige Zeit,die sonst von den Eltern im Verein mit ihren Kindern im Freien würde können zuge-bracht werden. Die so erschöpften Schüler seien nun aber auch für den Unterricht nicht:besser geeignet, als sic cs in einer 5tcn Vormittagsstunde sein würden. Diese Gründefind nun allerdings nur für die Verhältnisse einer sehr großen Stadt *) maßgebend, und

*) In Oesterreich sind bereits in größeren Städten mehrfach sämmtliche Obligatstundcn auf denVormittag verlegt, was dort bei der geringeren Anzahl dieser Stunden leichter möglich ist (V. 453Amm). In Hamburg wird der Unterricht in der Regel von 82 Uhr, im Winter von 98 Uhr,aber mit einer cinstündigcn Panse, die in Räumen des Schullocals zugcbracht wird, crthcilt.

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