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9 (1873) Spanien - Vives
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Unterrichtssprache.

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wo und wie die deutsche Sprache neben der Muttersprache als Unterrichtssprache anzn-wcndcn sei. So wird in rein wendischen, polnischen, Manischen und masurischen Schulender Unterricht in Religion und Gesang allerdings durchgchcnds, der in Lesen undSchreiben nur anfänglich in der Muttersprache crthcilt, indem schon auf der mittlerenStufe an die Stelle der wendisch-deutschen oder polnisch-deutschen Fibel das Lesebuchtritt, an welches die übrigen Tisciplinen: Vaterlandsknndc, Geschickte, Naturgeschichteangcknüpft werden. Im Rcchcnunterrichte wird jedoch die polnische und wendischeSprache nur zuallererst behufs Vermittlung des Verständnisses der wichtigsten betreffen-den Bezeichnungen gebraucht, dann alsbald diese Disciplin lediglich in deutscher Sprachebetrieben (Ccntralblatt für das gestimmte Untcrrichtswcsen in Preußen. Jahrg. 1863.S. 43. Jahrg. 1865. S. 244 n. 678). So liegt allerdings dem ganzen Unterrichtedie Tendenz zu Grunde, möglichst bald und möglichst praktisch und mit Erfolg die nicht-deutschen Schüler zur Kenntnis und zur schriftlichen wie mündlichen Verwendung derdeutschen Sprache zu bringen und zwar thcils durch den mündlichen Gebrauch beimUnterricht in den verschiedenen, auf der obersten Stufe (außer Religion und Kirchcn-gcsang) in allen Lehrgcgcnständen, thcils durch das Lescnlernen und den Gebrauch desdeutschen Lesebuchs, endlich durch die Schreibübungen. Da das Deutschsprcchcn beimUnterricht, also das eigentliche deutsche Unterrichten als ein besonders wirksames Mittelangesehen werden muß, die deutsche Sprache den nichtdcutschen Schülern anzucigncn, soist in einem RcgicrungScrlasse (Ccntralblatt re. 1868. S. 437) noch ganz besondersauf die Benutzung dieses Mittels hingcwicscn. Auch in den dänischen Schulen Nord-schleswigs wird allmählich die deutsche Unterrichtssprache cingcführt, ohne vorläufig mehr,als die Benutzung des deutschen Lesebuchs zu fordern (Ccntralblatt re. 1871. S. 618).

In den sogenannten ntragnistischen Schulen, wo Schüler verschiedener Muttersprachevereinigt unterrichtet werden, sind in Preußen die Verhältnisse ohngefähr dieselben, wiein den nichtdcutschen Schulen, nur daß die Kinder der verschiedenen Sprachidiome an-fangs jedes in seiner Muttersprache Unterricht erhalten, bis in den oberen Classcn sichbeide Abthcilungen so weit nähern, daß alle Schüler der deutschen Sprache mächtig sindnnd die deutschen Kinder wohl auch den slavischen Dialekt sich angeeignct haben (Ccn-tralblatt. 1868. S. 434). In Oesterreich bestehen ntraquistische Schulen in diesemSinne nicht, da man stets nur die eine Sprache gerade beim Beginn des Unterrichtsberücksichtigt, nachdem man vorher darüber mit den nächsten Schulvorständen unterhan-delt hat, welche von den beiden Sprachen voranszugehcn habe, um an ihr die erstenAnfangsgründe des Leseunterrichtes zu beginnen (Hclfert, a. a. O. S. 302). Da kamund kommt es Wohl öfter vor, daß dort, wo, wie in Schlesien, zwei slavische Mund-arten, ncmlich die polnische nnd die czechischc in vielen Gemeinden mehr oder wenigergemischt gesprochen werden, die polnischen Kinder die czechischcn Wörter polnisch buch-stabiren, aber dann czcchisch anssprechcn. Durch nationale Agitationen nnd durchklerikale, antideutsche Einflüsse ist in beiden Staaten den bestehenden Gesetzen über dieUnterrichtssprache in Gegenden und Ländern mit gemischter Bevölkerung vielfach Eintraggeschehen. Namentlich hat man in Oesterreich die deutsche Unterrichtssprache, z. B- inUngarn und Galizien, selbst in ganz deutschen Gemeinden gewaltsam beseitigt und diedeutschen Lehrer rücksichtslos vertrieben. Anderwärts wie in Böhmen, Mähren nndtheilwcise auch in Schlesien wird durch nationale Schulaufsicht oder durch solche Per-sonen, die der sogenannten nationalen Partei zngeihan und in der Lage sind, auf dieSchule Einfluß zu nehmen, insofern Schaden eingerichtet, als man deutsche Schulenzu Polnischen und czechischcn machen will, weil man vorgicbt, daß die Mundarten vonder Mehrzahl der Schüler gesprochen werden, wenn es nicht hie und da doch der Ein-sicht und Energie der obersten Landcsbehörde gelingt, die vorgeblichen pädagogischen Be-denken dieser Pscudopädagogen zu zerstreuen.

Dieselben Verhältnisse wie in der Volksschule finden nun auch in der Mittelschulestatt. Wenn schon die Einheit des Reichs für seinen Wcchselvcrkchr mit den Ländern