Untcrrichtsgegcnstände.
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Weltverkehr. Ihre Arbeit ist materieller Art und bewegt sich vorherrschend in gewohntenGeleisen. Es gilt nicht, neue Ideen, die der Verwirklichung fähig sind, zu schaffen; jaes ist nicht einmal ihre Aufgabe, den neuen, von anderen geschaffenen Ideen Bahn zubrechen. Aber sie sollen den engen Kreis, auf den sie beschränkt sind, nicht nur voll undwürdig ausfüllcn: sie sollen auch empfänglich sein für den hebenden Einfluß, der vonaußen her auf sie geübt wird, und zu unterscheiden wissen, welchen Einflüssen sie nach-gcbcn, welchen sie sich widersctzcn müßcn.
Die verschiedenen Elasten der Stände sind nicht streng von einander getrennt, so daßman von jedem einzelnen Stande mit Sicherheit sagen könnte, welcher bestimmten Elasteer angehört; die Uebergänge sind vielmehr stetig, und mancher Stand läßt sich, je nachdem Standpuncte, von welchem man seine Thätigkcit und Stellung ansieht, der einencder der andern Elaste zuzählen. Auch die Gestalt, die ein einzelner Stand annimmt,ist nicht immer dieselbe; die Gegend und die Natur der Ocrtlichkcit, die landesüblichenSitten und Gewohnheiten, die kirchlichen und staatlichen Verhältnisse geben demselbenStande an verschiedenen Orten oft ein sehr verschiedenes Gepräge. Alles dies wirdnicht ohne Einfluß bleiben auf die Gestaltung der Schulen. Namentlich werden dieRealschulen und die Volksschulen hierdurch berührt werden. Es wird und muß Schulengeben, die man ebenso gut als niedere Realschulen wie als höhere Volksschulen ausehcnkann; auch unter den Schulen, die unzweifelhaft als Volksschulen zu bezeichnen sind,wird es mancherlei Abstufungen geben. In Beziehung auf die Realschulen werden wirauch hier wieder an die Nothwendigkeit erinnert werden, ihnen für ihre Organisationeinen möglichst weiten Spielraum zu lassen.
Es könnte scheinen, als ob wir den eigentlichen Gegenstand unserer Erörterung ausdem Auge verloren hätten. Dieser Schein wird jedoch schwinden, wenn wir an dasüber die verschiedenen Ständegruppen Gesagte, die, wie cs uns bedünken will, unmittelbardaraus abzuleitcnden Folgerungen bezüglich der den einzelnen Schulgattungen zufallcndcnUnterrichtsgegenständc anreihen.
Die Volksschule wird sich in ihrem Lehrplane auf Religion, Muttersprache, vater-ländische Geschichte und Geographie, geometrischen und naturkundlichen Anschauungs-unterricht nebst dem damit zusammenhängenden Zeichnen, auf Rechnen und Gesang zubeschränken haben. Ter Unterricht in der Muttersprache wird dem Schüler nicht nurFertigkeit im Lesen und Schreiben, sondern auch die Befähigung zu geben suchen, mitrichtigem Verständnisse Gedrucktes und Geschriebenes zu lesen und Gesprochenes zu ver-nehmen und in möglichst corrcctcr und in verständlicher Weise seine eigenen Gedankenmündlich und schriftlich auszusprcchcn. Der geschichtliche und geographische Unterrichtwird das Vaterland nicht aus dem Zusammenhänge mit der übrigen Welt herausreißcndürfen. Von den inner» Beziehungen der verschiedenen Unterrichtögegcnstände und derNothwendigkeit, nicht alle neben einander zu treiben, haben wir an dieser Stelle nichtzu sprechen; aber eine Hindeutung auf beide Puncte dürfte zur Abwehr etwaiger Mis-verständnisse räthlich sein.
Das Gymnasium hat bis zu den im classischcn Alterthume wurzelnden Funda-menten alles Sprach- und Geschichtsstudiums und bis zur wissenschaftlichen Begründungdes mathematischen und naturwissenschaftlichen Wissens fortzuschreitcn. Hieraus ergicbtsich nicht nur auf historischer Seite das Uebergewicht der alten Sprachen und der altenGeschichte, welches sie im Gymnasium bereits haben, sondern auch die hervorragendereStelle, die dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichte allgemeiner als jetzt zuer-kannt werden muß, wenn die Einheit der Gymnasialbildung unter manchen modernenBestrebungen nicht verloren gehen soll. Der grundlegende Charakter altsprachlicher undalthistorischer Studien, sowie die Rücksicht auf die Ergänzung, welche das Gymna-sium in der philosophischen Facultät findet oder doch finden sollte, und die Möglichkeit,manches nach einander zu treiben, was man leider noch so oft neben einander treibt,Pädag. Encyklovädie. IX. 38