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Unterrichtsgcgenstände.
keit, Liebe und die, worin alle sich verschmelzen, Schönheit oder, unter der inncrn Be-ziehung genommen, Heiligkeit. Die Form der Wahrheit eignet der Unterricht demMenschen an durch die eigentliche Vernunftlehre im weitesten oder die Philosophieim strengsten Sinne, die Form der Gerechtigkeit durch die Rechts lehre und, da dasLeben der Gerechtigkeit nur im Staate möglich ist, durch die allgemeine und besondereStaatslehre, ferner durch die Geschichte, welche die Ansichten des Gerechtigkcits-lebens erleichtere, die Form der Liebe durch die Religionslehre, deren Zweck dieWicderanfcßlung der Menschheit an die Gottheit aus voller Nene und Liebe ist. Nachder Religionslehrc wird vom Menschen ein Leben gefordert, dessen ganze Wirksamkeitvon der Liebe zu Gott und den Menschen geleitet wird. Ein solches Leben ist nur inder Kirche denkbar. Daher gehört zur Rcligionslehre auch die Kirchenlehre, und anbeide schließt sich die Geschichte der Religion und der Kirche. In des MenschenLeben sollen sich aber die drei Formen der Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe innigstvereint darstellen, so daß die Acußcrung des menschlich-göttlichen Lebens sich nur in derForm der Schönheit zeigt. Der Sinn für die Schönheit wird durch drei Unterrichts-gegenstände erzeugt: 1) durch die Lehre vom Schönen überhaupt, 2) durch diepraktische Lehre vom schönen Leben im Gesammtleben oder die Lehre vom Wohl-stände im ausgedehntesten Sinne, 3) durch Kunstübungen (Uebungen im Zeichnen,in der Musik und in der Dichtkunst) zur Erregung und Belebung des Sinnes fürSchönheit.
Hiermit schließt Graser die Aufzählung der Unterrichtsgcgenstände für den Menschenim allgemeinen ab. Auf eine Beurtheilung seiner Deduction lassen wir uns nicht ein;daß wir hier wirklich eine Deduction vor uns haben, ist nicht zu verkennen. Als einauffallender Mangel in dem Ergebnisse derselben erscheint das Fehlen der Sprache unddes damit zusammenhängenden Lesens und Schreibens unter den Unterrichtsgegenständen.Graser erwähnt die Sprache an andern Stellen. Sie ist ihm ein Uebungsmittcl zumUebergange vom Anschaulichen zum Abstracten, vom Realen znm Idealen, dieVernnnft-lehre der höheren Elementarschule. In der Volksschule habe der Sprachunterrichtnur die „juridische Sicherheitsmaßregel" und damit die Orthographie, in der höhernElementarschule die Analyse der Rede als Bild des Gedankens und damit das geordneteDenken znm Zwecke.
Die von Graser gemachte Unterscheidung der realen und idealen Unterrichtsgegen-stände findet sich, obwohl nicht immer in gleichem Sinne, auch bei andern. Verworfenwird sie von Bcncke, der zunächst Vorstellungen und äußere Fertigkeitenals die vorzüglichsten Gegenstände des Unterrichts unterscheidet. Für die Vorstcllungs-seite treten nach ihm die äußere und die innere Welt aus einander. Die Unter-richtsgegenständc der äußern Welt zerfallen 1) in solche, bei denen es auf eine völligconcrete Auffassung der Außenwelt ankommt (rein beschreibende Erd- undHimmelskunde und rein erzählende Geschichte), 2) in solche, die es in halb-abstracter Auffassung mit Vorstellungen zu thun haben, welche Arten und Gattungenund welche allgemeine Erfolge verstellen (Naturgeschichte, Physik und Chemie),3) in solche, in denen die Abstraktion in Bezug auf die Außenwelt die höchste Höhe erreicht(Geometrie und Arithmetik). Für die Eintheilung der aufdie innere Welt bezüg-lichen Unterrichtsgegenstände hält sich Beneke an die verschiedenen Bildungsformcn, von denen,wie er meint, für den Unterricht hauptsächlich das sich in den Sprachformen abspie-gelnde Logische, Metaphysische und Aesthetische und das im moralischen und Reli-gionsunterrichte hervortretendc Praktische und Gemüthlichc in Betracht kommen. Beiden äußern Fertigkeiten wird entweder das Psychische durch das Leibliche in seinerinncrn Ausbildung unterstützt, oder das Leibliche dient dem Psychischen für die äußereFortwirkung. Zu den Fertigkeiten der ersten Art wird die Gymnastik gerechnet; die derzweiten Art beziehen sich entweder ans die Hervorbringung gewisser Fabrikate (mecha-nische Thätigkeiten aller Art), oder auf Tarstellunaen des Innern, vermöge deren das