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Unterrichtsgcgenstände.
stimmt wird. Die Vernunft entwickelt sich zunächst durch das Anscheinen der Außen-welt, und zwar um so vollkommener, je richtiger sie das Einzelne anffaßt, vergleichtund unterscheidet und die Vorstellungen durch die Sprache fixirt; ferner aber erzeugensich in ihr selbst theils aus den Gesetzen des Denkvermögens, thcilö aus der Anlagezur Religiosität und zur Moralität übersinnliche Ideen. Hieraus folgt nun nach N.als der allgemeinste Unterricht, den man gewöhnlich als Elementarunterricht bezeichne,Anschauungsunterricht, Sprachunterricht und in Verbindung mit ihm Lehr- und Schreib-unterricht, ferner ein Unterricht über moralische und religiöse Gegenstände und ein Un-terricht zur Uebung der Denkgesetze theils an praktischen Urtheilen, theils an der Zahlund Formenlehre. Bei der fernem Wahl des Lehrstoffs bleiben nach den weitern Aus-einandersetzungen die individuellen Verhältnisse maßgebend, obwohl zngcstanden werdenmüße, daß es für die allgemeine Cnltur ein großer Gewinn wäre, wenn alle auch einenallgemein bildenden Unterricht in dem erhalten könnten, was eigentlich ein Interesse fürjeden Menschen haben müßte, der nicht auf der niedrigsten Stufe stehen bleiben wolleoder müße und eben daher wenig von dem Lastthier, das unter dem Joche der Arbeiterliege, verschieden sei. „Hierzu würde außer der fortgehenden und sich erweiterndenBehandlung der genannten Elcmcntargcgenstände vornehmlich die genauere Kenntnis derErde, der Geschichte unseres Geschlechts, der Naturprodukte und der Naturgesetze, sowieder vollkommensten Werke des menschlichen Geistes (wozu auch die Kenntnis der ammeisten ausgebildeten alten und neuen Sprachen gehört) zu rechnen sein."
Wie Nicmcyer, so hat auch Schwarz sein pädagogisches System auf dem Funda-mente der psychologischen Vermögensthcorie aufgebaut, und diese zeigt sich bei ihm, wiebei jenem, ungeeignet für die Ableitung der Unterrichtsgcgenstände, da die allgemeinenSeelenvcrmögen eben unabhängig von dem Stoffe sind, an dem sie sich bethätigcn.Niemeyer möchte am liebsten alles wissenswürdige zum Gegenstände des Unterrichtsmachen und in der That läßt sich bei Zugrundelegung jener Theorie kein Wissen undkein Können denken, welches dem Zwecke deS Unterrichts zu dienen unfähig wäre.Wirklich erwähnt auch Schwarz, wo er von der Uebung der Combinationskraft spricht,in einer Anmerkung u. a. das Schachspiel und die Dechisfrirkunst. Man hält es mitRecht für nöthig, neben der Grammatik auch Mathematik in den Schulen zu treiben.Beide sollen nach der in Rede stehenden Theorie den Verstand schärfen. Warum ver-wendet man dann aber nicht die beiden Fächern zugcwcndete Zeit nur auf Grammatik,die ja der alten Sprachen wegen doch nicht entbehrt werden kann? Daß, wie Herbartsagt, der Verstand der Grammatik in der Grammatik, der Verstand der Mathematik inder Mathematik bleibt und daß sich der Verstand jedes andern Faches in diesemandern Fache auf eigne Weise bilden müße (Encyklopädie der Philosophie Z 108 ),ist freilich eine Ansicht, welche sich mit der Annahme allgemeiner Scelcnvermögen nichtverträgt.
Wir können der von Schwarz gegebenen Ucbcrsicht der Unterrichtsgcgenstände nureinen logischen Werth zuerkcnncn. In gleichem Falle befinden wir uns ähnlichen Uebcr-sichten späterer Zeit gegenüber. Wenn z. B. Gustav Vaur (Grundzüge der Er-ziehungslehre) cs als den Zweck des Unterrichts ansieht, dem Zögling eine Kenntnis deräußeren Umgebung zu geben, in welcher das menschliche Leben sich bewegt, der Wir-kungen, zn welchen sich dasselbe bereits entfaltet hat, und der Richtungen, zu welchen essich entfalten kann und soll: so möchte daraus streng genommen wohl auch nichts weitergefolgert werden können, als daß alle Gegenstände des Wissens auch Gegenstände des Unter-richts sein müßten. Wenn er dann zu einer Ucbcrsicht der Unterrichtsgcgenstände gelangt, inder unterschieden werden I. Kenntnisse, welche sich auf die äußere Umgebung des mensch-lichen Lebens und die äußern Wirkungen, in welchen es sich entfaltet hat, II. solche, diesich ans die innere Welt — und III. solche, die sich auf die freie Jncinsbildung deräußern und inncrn Welt beziehen und wenn dann im Hinblicke auf den bloßen Wissens-stoff ohne gleichzeitige Berücksichtigung seiner Beziehung zum Untcrrichtszwccke und zum