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düng derselben, um deren willen ihre naturgemäße Berechtigung am rechten Orte nichtanshört.
Daß man (wie z. B. Zillcr a. a. O. S. 161 ff. in einem ganzen Capitel thut) dasUnterrichten als eine Kunst anffaßt, dazu besteht ein unbestrittenes Recht (unser ArtikelLehrer Bd. IV. S. 207 geht hierauf schon näher ein; ebenso redet der Art. KatechismenBd. III. S. 902 auch von einer katechetischen Kunst; von dem Theologen Kähler existirtsogar eine Schrift mit dem Titel: „Die katechctische Baukunst," Kiel 1850); und wereinmal einen recht tüchtigen Lehrer docircn gehört hat, der begreift, warum Curtman ge-radezu von der Schönheit des Unterrichts hat reden können. (In einem andern Sinnhat Joh. Mich. Sailer — über Erziehung rc. 1807, S. 370 — den Informator einenKünstler genannt, der „Kunstsinn und Knnsttalcnt" besitzen niüße, jenen, um schnell war-znnehmcn, was ist und nicht sein soll, was sein soll und nicht ist; dieses, um das Un-förmliche von der werdenden Statue wcgzuhaucn, für die schöne, reine McnschcnforinBahn zu machen und die schöne, reine Menschheit in dem weichen Thon zu gestalten."Hier ist nicht der Unterricht das Kunstprodnct, sondern der Zögling; allein das paßtmehr auf die Erziehung als auf den Unterricht, und ist denn doch nur eine Art Alle-gorie, während wir den Unterricht eine Kunst im eigentlichen Sinn nennen.) Der Be-griff einer Kunst schließt die drei Momente in sich: 1) daß das Product einer mensch-lichen Thätigkcit ein schönes ist; 2) daß dazu eine künstlerische Begabung gehört, aber3) daß auch der Begabteste erst lernen und üben muß, um der Kunst Meister oder gar,wie man auch auf diesem Gebiet sagen kann, ein Virtuos zu werden. In erster Be-ziehung werden wir uns meist schon zufrieden geben, wenn nur nichts unschönes mitunterläuft; also etwaige Ansbrüche von Zorn und Unmuth, gemeine Ausdrücke, oderFehler der Darstellung, wie Unklarheit, Jncorrectheit der Sprache, unnöthigcs Sich-wie-derholen oder sehr nöthiges, aber allzuhänfiges Sich-corrigircn, weil man sich oft vernennt;lauter Dinge, die freilich nicht bloß die Schönheit, sondern den praktischen Erfolg des Un-terrichts schwer beeinträchtigen. Dann aber auch alle jene Eigenheiten, die sich, wie diePfarrer auf der Kanzel, so die Lehrer in der Schule allzu leicht angewöhnen, Manieren,Gesten und Grimassen, durch die sie den Schülern geradezu lächerlich werden; ebensoein eitles Prunken mit Gelehrsamkeit, das den Schülern Rcspcct cinflößen soll, aber meistdie gegenthcilige Wirkung hat. Positiv aber werden wir sagen müßen: was irgend diedidaktische Trefflichkeit eines Lehrers ausmacht, die vollständige, freie Beherrschung desStoffes, die Klarheit der Darstellung und Entwicklung, der feste, ruhige, den Schülerstets neu in Anspruch nehmende Fortschritt, die Reinheit der dennoch populären Sprache,das immer treffende, niemals stockende Wort, die Gewandtheit und Geistesgegenwart,um auf des Schülers unerwartet zu Tage kommende Vorstellungen sofort einzugehcn unddaran anzuknüpfen, ebenso die Sicherheit, das Unrichtige oder Schiefe in der Antwortdes Schülers und die Wurzel seines Jrrthums zu erkennen, und ihn von da aus aufdas Nichtige zu leiten, überhaupt das Geschick, Zufälliges zu benutzen, und doch dieZügel fest in der Hand zu behalten — das alles giebt dem Unterricht auch den Glanzdes Schönen. Und nicht minder alle die sittlichen Eigenschaften des guten Lehrers, dieans allem Ernst hcrvorleuchtende Liebe, die jedem Schüler wohlwill, jeden auf dem Her-zen trägt, die sich der Wahrheit, auch des Mittheilcns der Wahrheit, wie der vomSchüler erkannten Wahrheit und darum jeder guten Arbeit, jeder guten Antwort freut(1. Kor. 13, 6), die reine, heitere und constante Stimmung des Gcmüths (auf die auchZiller a. a. O. S. 166 einen Hauptwerth legt, „da sie die Nichtigkeit im praktischenHandeln und Beurtheilcn verbürge und den Untcrrichtsact selbst zum künstlerischen er-hebe"), die Treue, die sich auch am Kleinen bewährt und nimmer müde werdend jedenTag in Gottes Rainen frisch das Tagewerk beginnt und vollbringt: das alles hebt dasLehrgeschäft weit über Handwerk und Taglöhncrarbcit, cs macht dasselbe zur Kunst; derBeweis dafür liegt in dem hohen Genüsse, den es dem gebildeten Menschen immer ge-währt, wenn er, auch als ganz unbetheiligtcr Zeuge, einem tüchtigen Lehrer, sei es m