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9 (1873) Spanien - Vives
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Taubstummcnbildung.

keit geschenkt hat. Als Jesus an das galiläische Meer mitten in die Mark derZehnstLdte gekommen war, so lautet die schöne Erzählung bei Marc. 7, 31, brach-ten sie zu ihm einen xwPox stoyU.-litos und baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte.Und er nahm ihn vom Volke weg bei Seite, legte ihm seine Finger in die Ohrenspützete und berührte die Zunge desselben (d. h. netzetc mit seinem Speichel dessen Zunge,vgl. die Heilung des Blinden Joh. 9, 6), sah auf gen Himmel, scufzete und sprachd.i. thue dich auf! und alsbald thaten sich seine Ohren auf und das Band seinerZunge war gelöst und er redete recht. Und über die Maßen erstaunten sie und sprachen:Er hat alles Wohl gemacht; die Tauben macht er hören, die Sprachlosen reden. Un-glaublich, daß dennoch und obwohl Gott will, daß allen Menschen geholfen werde(1. Tim. 2,4), der religiöse Wahn, man dürfe Gottes an solchen Geschöpfen kund-gethanen Willen nicht corrigiren, den Schöpfer nicht meistern wollen, bis in die neuesteZeit der Bildung der Taubstummen, ja überhaupt ihrer guten Behandlung hinderlichgewesen und daß die aristotelische Ansicht, es seien die Taubstummen jeder Bildung unzugäng-liche Wesen, während des ganzen Mittelalters die herrschende geblieben ist, zumal da Jnstinianden von Geburt Taubstummen als Bilduugsunfähigeu das Verfertigen von Testamenten unddrgl. untersagt und da auch Augustinus im Hinweis auf Römer 10, 14 und 17 dieTaubstummheit ein vitium genannt hatte, guoä ixsuin imxsäit üäsin, nuin snräus natulitsrus, guibus lootis üäsm eouoiMt, äisosrs non xotsst, die Erziehung zum Glaubenaber für die vernehmlichste Aufgabe eines jeden Unterrichts, wo nicht für das einzigeZiel desselben galt.

Als die ersten Beispiele der Bildungsfähigkeit von Taubstummenund als die ersten dabei angewendeten Methoden werden folgende erwähnt:Rull. L.Arioo1n äs invsntions äiuleokieu IX. 1474 kannte einen Taubstummen, derAusgeschriebenes verstanden und seine Gedanken schriftlich auszndrücken gelernt hatte.Der Hofprediger des Kurfürsten Joachim II. von Brandenburg, Joachim Pascha (s-1578),soll seine taubstumme Tochter durch Bilder gebildet haben (vgl. Seidel's Bildergallcrie,1751 S. 72). Vom Bencdictiner Pedro de Po nee zu Sahagun in Leon (-j- 1584)bezeugen drei Landsleute in ihren Schriften, daß er drei taubstumme Geschwister desConuetable von Castilien Velasco und einen taubstummen Sohn des arragonischenStatthalters Gurrea im Sprechen, Lesen und Schreiben, in der Landessprache und infremden Sprachen, in Religion, Geschichte und Mathematik mit Erfolg unterrichtet habe,Lurch keine andere Kunst, wie Philipp's II. Leibarzt, Valesius (clo suoru pllilosoplüsI-sMou 1652 S. 53), sagt, als daß er ihnen zuerst das Schreiben beibrachte, dann aufdie durch die Schrift bezeichnten Gegenstände mit dem Finger hinwies und sie endlichdie den Schriftlichen entsprechenden Laute angeben ließ. Die Grundsätze des von Ponceeingeschlageuen Verfahrens sind muthmaßlich in dein 1620 in Madrid unter dem Titelrsäuoion äs las Istrus arte xuru enssnuu-r a ablar los muäos erschienenen Werkevon Inan Pablo Bo net benutzt, der Velascos Secretär gewesen ist und sich ebenfallsmit dem Unterrichte von Taubstummen beschäftigt hat. K. Neumann hat in seinem1827 erschienenen Werkedie Taubstummen-Anstalten zu Paris," welches zugleich diewesentlichsten Momente der Geschichte des Taubstummenunterrichts enthält und sichunter den wenigen deutschen Werken über Taubstummenbildung auszeichnet, auf dieBedeutung dieses ältesten Werkes über Len Taubstummenunterricht aufmerksam gemacht.Es handelt von den Buchstaben des Alphabets, ihrer Erfindung und mit welchen Sprach-werkzeugen die entsprechenden Laute gebildet werden, sodann von den Ursachen der Stumm-heit und Taubheit und einigen Mitteln zur Hebung der letzteren, bespricht die Erklärungeines auf acht Kupfertafeln dargestellten, nur wenig von dem in französischen und deutschenTaubstummenanstalten gebräuchlichen abweichenden Handalphabets, das der Schrifteines ckuun Ilustistu Uortu äs kuitivls Ilterurum entlehnt sein soll und eine vollständigeLehre von der Lautbildung giebt (wobei er vorschlägt, statt dem Taubstummen den Fingerin den Mund zu stecken, ihm eine aus Leder verfertigte Zunge, die sich hin und her