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9 (1873) Spanien - Vives
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Tabakraucher

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doch wenigste»» dem größten Theile schadet^ nur einem immer weniger als dem andern;nöthig aber hat ihn gar niemand." Genauere Beobachtung hat nachgcwicsen (Daheim1865 S. 677 re.), daß das Rauchen namentlich für nervöse Naturen entschiedenschädlich sei, indem es die Ueberempfindlichkcit der Nerven steigert und einen Krankheits-zustand hervorbringt, der mit dem Namen Rücke um arksreiz nng bezeichnet wird.Die Wirkung des Nicotin Wirft sich nämlich vorzugsweise auf das Gehirn und Rü-ckenmark. Daraus folgen denn allerlei Krankheitscrschcinungen, welche durch die vomRückenmark nach Kopf, Hals, Brust, Unterleib ausgehenden Nervenpaare vermitteltwerden: krankhafte Gefühle im Hals, Brustbeklemmungen, Herzklopfen, Verdauungs-störungen, Magenkrampf, Kolik w., wozu sich noch allerlei damit zusammenhängendeGemüthsverstimmungen gesellen: ängstliche Vorstellungen, Verzagtheit, schwankendesWesen, unnöthige Sorgen u. dgl.

Uns dünkt, das sei schon genug, um mindestens solche Leute, die fühlen, daß sieNerven haben, vom Rauchen abzuhalten. Für sie ist der Tabak recht eigentlich Gift.Wenn Uebel, wie die oben genannten, anfhören, so wie der Rancher mit seinem Feuer-werk anssetzt, und sich wieder einstellen, sobald er es wieder in Thätigkeit setzt (N. H.S. 28), wenn ein Arzt, der Jahre lang gegen sein eigenes Herzleiden, seine Appetit-losigkeit und sein schlechtes Aussehen vergebens doctert, dann, nachdem er das Rauchenaufgegeben, auf einmal von allen seinen Leiden geheilt ist, so ist doch sicher der Beweisgeliefert, baß der Tabaksrauch der eigentliche Geist der Krankheit sei. Man weiß, wieschwer ein gewöhnlicher Raucher, selbst wenn es seiner Willenskraft gelungen ist, denRauchbann zu brechen, seinen Leib diesem Bann entzieht. Hat das gewohnte Rauchenauch keine fühlbaren Krankheitserscheinungen hervorgerufen, so treten solche oft da ein,wo man von dem täglichen Räuchopfer abläßt. Ein ehrsamer Krämer, der seit Jahrenseine Morgenpfcife gewohnt war, wurde, als er der schmählenden Hauschre zu lieb, dieihm dafür Len gewohnten Kaffee opferte, das Rauchen aufgab, sterbenskrank. Der Arzthörte endlich, was geschehen, verordnet eine Pfeife, und die erschrockene Hausehre bringtselbst das alte Aergcrnis herbei. Wenige Züge, und der kranke Mann war genesen, ein Beispiel von vielen, die eben so viele Beweise sind für die Störung, welche derTabaksgenuß iu der Haushaltung des Leibes anrichtet. Selbst die Menschenfresser derSüdsee verachten nach Dr. Schmarda's, eines österreichischen Weltumseglers, ZeugnisLas Fleisch von Rauchern wegen seines widerlichen Geschmacks. Was braucht manweiter Zeugnis für den bösen Einfluß des Tabaks auf Fleisch und Blut des Menschen?Neuere Aerzte sprechen darum auch geradezu von Rauch-oder Cigarrenvergiftung,und eine xlitlrisis kuinatoria (Raucherschwindsucht) gesellt sich in der Pathologie desArztes schwesterlich zum äeiirinm tromous oder Säuferwahnsinn. Nicotin und Alcoholfratcrnisiren.

Bei der nahen Verbindung von Leib und Seele wird es nicht zu verwundern sein,wenn mit dem leiblichen auch bas seelische Leben in Mitleidenschaft gezogen wird.Wir beschränken uns hiefür auf eine einzige statistisch beglaubigte Thatsachc. Das Mo-nopolerträgnis der Tabaksfabrikation in Frankreich hat sich in 33 Jahren (183265)von 28 Millionen Franken jährlich auf 180 Millionen gehoben: ein stattlicher Gewinnfür die Staatskasse! Aber gleichlaufend mit diesem Fortschritte des Tabakserträgnissesschritt auch die Zahl der Geisteskranken in Frankreich vor, nämlich von 8000 auf44,000 Wahn- und Blödsinnige. Der französische Akademiker Jollh glaubte in einemvor der Akademie gehaltenen Vortrage beide Erscheinungen in ursächliche Verbindungsetzen zu müßcn.Die unmäßige Anwendung des Tabaks," schloß er,verursacht eineSchwäche des Gehirns und Rückenmarks, die zum Wahnsinn führt." Fälle von Gehirn-erweichung infolge starken Rauchens sind auch sonst mehrfach beobachtet worden. DieRauchgewohnhcit ist also nach diesem allen auch für das leibliche Leben durchaus nichtso harmlos, als man es häufig zu nehmen pflegt, sondern vielfach nachtheilig: