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9 (1873) Spanien - Vives
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Tabakrauchcn.

noch um ein gutes weiter bringen. Der Verbrauch auf der ganzen Erde in jeder Formwird gegenwärtig auf ohugefähr 2 Millionen Tonnen 4,400 Millionen Pfund fürdas Jahr veranschlagt, eine Menge, die das Gewicht des Getreides aufwicgt, welches10 Millionen Menschen in einem Jahre verzehren würden, deren Werth dem ganzenBrodbedarf eines Jahres in England gleich kommt. 5'/? Millionen Morgen Landessind für den Ban von Tabak verwendet. °

Bemcrkenswerth für unfern Zweck ist der Umstand, daß die vorherrschende Formdes Tabaksgennsses, das Rauchen desselben, gewöhnlich in der Jugend seinenAnfang nimmt. Daß ältere Personen erst dasselbe anfiengen, ist im ganzen selten.Die Ranchcrstatistik weist das 18. Lebensjahr als dasjenige nach, in welchem durch-schnittlich das Tabakrauchcn begonnen wird. Die Gefahr, in praktische Bekanntschaftmit dieser Sitte zu gerathen, erstreckt sich demnach auch in das angehende Jünglings-,ja Knabenalter, umfaßt somit ein gnt Theil der Jugend, wie sic unseren höheren Schulenanvcrtrant ist, ohne darum die niedere, ja die Volksschule ganz unberührt zu lassen. DieGefahr, sagen wir, und bezeichnen damit sogleich von vorncherein unseren Standpunctzur Sache. Gefahr besteht einem drohenden Ucbcl, einem zu besorgenden Schadengegenüber. Wir erklären aber sogleich zum Anfang, daß wir das Tabakrauchcn imganzen als ein Uebcl für nufer Volk ansehcn und zwar als ein nicht so gar unbedeuten-des. Von dieser Anschauung ans wird dann auch die pädagogische Seite der Sache indas rechte Licht treten. Es liegt uns demnach ob, zu zeigen, wie das Tabakrauchcn

1) ein Schaden sei für unser Volk d>erhanpt,

2) ein Schaden sonderlich für unsere Jugend, und daun

3) wie diesem doppelten Schaden zu steuern sein möchte.

Wir können hier vieles nur andeuten oder nur in Umrissen geben, was ausführlichbehandelt ist in dem Schriftchen:die Rauch Here, alten und jungen Gliedern desRanchcrordens, sonderlich rauchenden Vätern, Lehrern und Geistlichen zur genauerenBetrachtung vorgeführt von I. V. Strebet. 2. Aufl. Stuttg. Metzler. 1869." Wirwerden darum öfters darauf zurückwcisen unter der Abkürzung: R. H.

Vor allem stellen wir den Begriff des Tabakrauchens fest, wie er hier in Betrachtungkommt. Der Tabak ist eine arzneiliche Pflanze, die, richtig angewendet, manchemUebel zu steuern vermag. Als solche wurde sie auch anfangs von dem Manne, der siezuerst (1560) in Europa pflanzte und ihre botanische Benennung (Mootimm) veranlagte,dem französischen Gesandten am portugiesischen Hofe, -kenn dlioot äs Viilsmaiu, ange-sehen und nach ihm von vielen gerühmt (R.H. 23 rc.). Wenn man die in diesemKraute liegenden Kräfte auf Krankheiten oder auf Verstimmungen des Leibes anwendet,z. B. auf das sogenannte Llissrsrs, auf eine gewiße Art von Leibschäden oder zur Aus-schließung des verstopften Leibes, so ist dagegen nichts zu sagen, so wenig als gegenRhabarber, China rc. Man mag dasselbe auch in Rauchform gebrauchen, wie andereDämpfe. Wir geben den arzneilichen Nutzen des Tabaks auch in Form des Rauchenszu für Fälle von leiblicher oder geistiger Ermüdung, als Abstumpfuugsmittel gegen dasGefühl von Hunger und Durst, als Bewahrungsmittel gegen den Schlaf im Falle derNöthigung zu längerem Wachen; wir begreifen daher auch den Werth des Tabaks fürden Soldaten im Feld wie im Lazarett); auch als Schutzmittel Wider manche ansteckendenKrankheiten, als Gegenwehr bei widerigen Gerüchen u. Lgl. mag dem Tabaksrancheseine Ehre bleiben so gut, als dem Rauche der Wachholderbeere oder Ranchkerze. Indiesen und ähnlichen Fällen ist der Tabak Arzneimittel und als solches an sich harm-los. Ja wir gehen noch weiter und wollen auch mit dem Manne nicht rechten, derzuweilen eine Cigarre zu seinem Vergnügen verbrennt und sich dadurch eine Stunde derRuhe und Erholung angenehmer und behaglicher macht, soweit das seine Person alleinangeht. Der Tabak würde dabei einen ähnlichen Dienst thun, wie Kaffee, Thee, Wein,Bier, nur freilich immerhin mit dem Unterschiede, daß die genannten Getränke zu denNahrungsmitteln zählen und die mit ihrem Genüsse verbundene Erhöhung des natürlichen