Successiver Unterricht.
Tabakrauchcn.
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und unter ganz besonders günstigen Umständen zusammen finden dürften." Aber imAngc sollte jener idealere Zustand bei der Entwerfung der Lehrpläne, der LcctionSpläneimmer behalten werden, um danach, wenigstens soweit es dem entgegenstchende erheblicheUebelstände erlauben, die Vertheilung der Lehrgegcnstände und Pensen auf die Jahrcs-curse, die Semester und Quartale, auf die Tage und Stunden vorzunehmcn.
I)r. Erler.
Südamerika s. am Schluß des Bandes.
Sünde s. d. Art. Böse.
SllPPlirilNg s. Pensionsverhältnissc.
Suspension s. Disciplinarverfahren.
Sympathetisches Gefühl s. Mitgefühl.
Synthetisch s. Methode.
T.
Tabakrauchen. Der Gebrauch des Tabaks ist nachgerade fast über die ganze Erdeverbreitet. Wir finden ihn im hohen Norden, wie im äußersten Süden, in den Ost-und Westländern, bei den rohesten und gebildetsten Völkern, je und je als Arzenei, jeWohl im Dienste religiöser Gebräuche, meist aber als Mittel des Genusses. Gr wirdangewendet gegen verschiedene unbehagliche Einflüße, gegen Kälte sowohl als Hitze, Feuchtig-keit wie Trockenheit, Hunger und Durst. Auch gegen die Pein der Langweile muß erHülfe bringen; vor allem aber hat er als Lustmittel ein gewißes sinnliches Behagenzu schaffen und den Lebensgenuß zu steigern. Die Canäle, durch welche die Kraft desnarkotischen Krautes der Natur des Menschen zugeführt wird, sind Mund und Nase.Daß man ihn wohl auch noch in die Ohren stecken werde, wie ein alter Satiriker weis-sagt, hat sich bis jetzt nicht erfüllt. Man kaut ihn, man schnupft ihn, man verbrenntihn, man schluckt den Rauch davon oder läßt ihn wieder zum Mund als einem Kaminausgehen. Das letztere ist die bei uns gewöhnliche Art dieses seltsamen Genusses, dasRauchen des Tabaks. In dieser Form allein berührt auch der Tabak das pädagogischeGebiet. Daß das Kauen oder Schnupfen desselben unserer Jugend gefährlich gewordensei, ist uns nicht bekannt. Beide Formen des Genusses haben zu wenig ansprechendesfür die jugendliche Phantasie; die eine stößt sie mehr ab als unflätig und cckclhaft, dieandere reizt als eine wunderliche Fütterung der Nase mehr den Sinn für das Komischeund geht selten über Versuche der Schelmerei und des Muthwillens hinaus. Bei demGenuß in Form des Rauches aber vereinigen sich verschiedene Umstände, um ihn fürden Knaben und Jüngling vcrsuchlich zu machen. Da ist der an sich schon interessanteVerbrcnnungsproceß, da ist der eigenthümliche Reiz, den das narkotische Kraut auf diejunge Natur übt, erst grauerlich und schauerlich, und hinterher doch, wenn man dabeibeharrt, behaglich; da ist namentlich der Kitzel des Vorwitzes, den Männern nach zuthun und sich selbst schon einen Mann zu dünken, und müßte er auch in Gedanken seinerLänge noch eine Elle zusctzen. Dieser letztere Umstand namentlich, die Nachahmung desMannes, ist unserer Anschauung nach vom größten Gewicht; er bildet die Hauptmachtdes Naucherthums, er ist der glückliche Werber für das unabsehbare Heer der Raucher.Wäre nicht dieser psychologische Reiz, den die Pfeife oder Cigarre des Mannes aufdie Jugend übt, der physiologische allein wäre sicherlich nicht stark genug gewesen,um eine so ungeheuere Verbreitung des Rauchgcnusses auch in unserem Volke zu bewirken,daß ein Münchener Professor, von Bibra, sagen kann, ein nichtrauchender Mann seieine Ausnahme. Blies doch das zollvereinte Deutschland im Jahr 1807 allein über3400 Millionen Cigarren in die Luft, und das neue deutsche Kaiserreich dürfte cs Wohl