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Duccessivcr Unterricht.
und umgekehrt, so daß ein Ganzes ziemlich schnell hinter einander bewältigt und so einkräftiger Eindruck von demselben hervorgernfcn würde. ^) In ähnlicher Weise wird inden mittleren Classcn verfahren werden können, daß neben dem grammatischen Pensumin den für die Lectürc bestimmten Stunden dem einen Quartal ausschließlich etwa Ovidund Tcnophon, dem andern Cäsar und Homer Angewiesen würde. Wir verweisen auchnoch auf die englische Einrichtung, von der Wiese (Briefe S. 82) berichtet, daß ans denxnblie soüools der Cursus jedes Semesters gewöhnlich in zwei Theile gethcilt werdedie lnnssusAö bims und die llistor^ tims, indem in der zweiten Hälfte von den Auctorenüberwiegend die Historiker gelesen würden, z. B. zu Rugby in der Sprachenzeit in PrimaHomer, griechische Tragiker, Demosthenes, Aristoteles Ethik, Virgil, Cicero; in der Ge-schichtszeit Thucydides, Arrian, Tacitus. — In ähnlicher Weise wird das Princip einessnccessiven Unterrichts auch auf andre Lehrgegcnstände Anwendung finden können. DemFranzösischen ist nur eine beschränkte Stundenzahl zugewiesen; da habe ich cs in denmittleren Elasten zweckmäßig gefunden, in der ersten Zeit jedes Semesters alle Stundendem grammatischen Pensum zuznwenden und nach Absolvirnng desselben nur Lectüre zubetreiben, die nur durch die Rückgabe häuslicher Compositionsübungcn ab und zu unter-brochen wird. Bei der geringen Zeit, die man von dem Schüler für die Vorbereitungans diese Lectürc verlangen darf, wird freilich zunächst nur ein kleines Stück in einerStunde gelesen werden können, die Schüler kommen aber bald in den Gang, so daßdasselbe nach einiger Zeit erheblich ausgedehnt werden kann. Indem aber die Erklärungselten größere Schwierigkeit darbietct, darf man das Gelesene zur Repetition, Befestigungund Erweiterung des Grammatischen benutzen; denn es scheint mir nicht zweifelhaft,daß cs bei der geringen Zeit dringend geboten sei, das Grammatische auf das Elemen-tare und lieblichste zu beschränken, Abweichendes oder Eigcnthümliches der gelegentlichenBemerkung bei der Lectüre vorzubehalten. Das Vorausschicken des Grammatischen imAnfänge jedes Semesters soll zugleich verhüten, daß gewißc wichtige Partien, die beieinem Nebcneinandergchen von Grammatik und Lectüre erst in den letzten Wochen andie Reihe kommen würden, der nothwendigen Wiederholung und Einprägung entbehren,während diese nach jener Vertheilung vielfach bei Gelegenheit der Lectüre stattfindenkönnen. — Ebenso wenig wird in der Geschichte und Geographie, denen gemeinschaftlichin den mittleren und oberen Classcn vom preußischen Normalplan je drei Stunden zuge-wiesen werden, etwa eine Stunde das ganze Semester hindurch für die Geographiebestimmt werden dürfen, sondern cs wird gerathen sein, am Anfang oder Ende jedesSemesters sämmtliche Stunden auf Absolvirnng des geographischen Pensums zu ver-wenden, in der übrigen Zeit ununterbrochen Geschichte zu betreiben. Wie der Uebelstandder einzigen unglückseligen Stunde in der Natnrlehre in Sccunda in ähnlicher Weise zubeseitigen sei, darüber habe ich mich in dem Artikel Natnrlehre (V. 152) ausge-sprochen.
Was nun auch principicll für den snccessiven Unterricht geltend gemacht werdenkann, so hat doch Mützell (Z. f. G. IV. 124) vollkommen Recht, wenn er an die obenangeführte Stelle Hcrbarts (§. 133) anknüpfend sagt: „Ich weiß sehr wohl, daß dieseVorschriften für die Praxis der Schule eine weit geringere Erheblichkeit haben, als esauf den ersten Blick scheinen mag. Gewiße Untcrrichtsgegenstände entziehen sich derConsequenz derselben ganz, weil die Schule im Interesse der Schüler auf einer ununter-brochenen Betreibung derselben beharren muß. Will man das System im großen durch-führen, so entsteht eine ziemlich complicirte, künstliche Maschinerie, die leicht ins Stockengerathen kann und bei der Lehrercollegien vorausgesetzt werden, wie sie sich nur selten
*) Eine Hauptbedingung der Ausführbarkeit dieses an und für sich sehr cmpfehlenswerthenVorschlags hinsichtlich der klassischen Lectüre liegt natürlich darin, daß der lateinische und grie-chische Schriftsteller in einer Hand liege. Wo das nicht ist oder nicht sein kann, wird die Aus-führung leicht hieran scheitern. D. Red.