Succcssivcr Unterricht.
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mit vier wöchentlichen Stunden einträtc. — Ein andrer Vorthcil, der ans dem successivenUnterricht hervorgehen würde, liegt in der zweckmäßigeren und wirksameren Beschäftigungdes Lehrers. Wird nemlich ein solcher Gegenstand, wie Naturgeschichte, Geographie,Französisch mit wenigen Stunden durch viele Classcn hingezogcn, so wird derselbe ent-weder einem Fachlehrer anvertraut, der dann oft in 2/ 3 Classcn nur mit je 2 Stundenbeschäftigt ist, also schon in dieser Beziehung schwer Boden und Einfluß bei den Schülerngewinnen kann, oder er wird in den einzelnen Classcn von verschiedenen Lehrern gegeben,was dann wieder ein lebendiges Jneinandergreifen der Pensen für die einzelnen Classcnhindert. Durch den successiven Unterricht ist es dagegen möglich, die Vorthcile desClasscn- und Fachlehrers zu vereinigen. — Ein andrer Lchrgegenstand, in dem nach derbisherigen Weise auch das Resultat der darauf verwendeten Zeit wenig entspricht undfür den der Mehrzahl jedes Interesse fehlt, so weit nicht etwa zeitweilig ein energischerLehrer dem cntgegentritt, ist das Französische. Der Erfolg würde gewiß ebenfalls eingünstigerer sein, wenn es in stärkerer Stundenzahl begonnen würde, während es inPrima, wie von Hollenberg vorgcschlagen ist (Zeitschr. f. Gymn. XVII. 881), oderauch noch früher aufhören könnte. — Die Frage des successiven Unterrichts tritt auchbei der Vertheilung des mathematischen Unterrichtes auf. Hier hat man namentlich inden mittleren Classcn (denn in den obersten sollte es sich wohl von selbst verstehen, daßnicht Trigonometrie, Stereometrie, Algebra u. s. w. mit Erfolg neben einander gelehrtwerden können) ein bestimmtes geometrisches und arithmetisches Pensum zu behandeln;da wird es denn gerathen sein, entweder geradezu das eine mit dem andern semester-weise abwcchseln zu lassen, was wir bei drei wöchentlichen Stunden für allein zweck-mäßig halten, ohne daß dadurch etwa eine kurze Auffrischung des gerade ausgefallenenPensums in einigen Stunden am Ende jedes Semesters ausgeschlossen wäre, oder, wennwöchentlich 4 Stunden für die Mathematik angeseht sind, das eine Pensum in 3 Stun-den zum Hauptgegenstand zu machen und das andere in einer Stunde repetitionsweisefortzuführcn (s. d. Art. Ebene Geometrie Bd. II. 729). Eine solche Einrichtung em-pfahl der österreichische Organisationsentwurf von 1849, eine solche fand auch das baye-rische Programm für den mathematischen Unterricht, von 1866, für znläßig, wenn das-selbe auch ein Nebeneinander beider Pensen für zweckmäßiger zu halten schien.
In kleinerem Maßstabe kann ferner der successive Unterricht bei dem Entwürfedes Lectionsplanes maßgebend sein. Herbart sagt über die größtentheils üblicheWeise der Zersplitterung des Unterrichts (Umriß §.133): „Die Zeit, welche dem Unter-richt zukommt, darf nicht zerstreut werden. Zwei Stunden in der Woche für dies undzwei Stunden für jenes, jede durch zwei oder drei Tage von der andern getrennt, —sind eine alte eingewurzelte Verkehrtheit, bei der kein Zusammenhang des Vortrags ge-deihen kann." Dem stimmen Wiese (Briefe S. 81) und Mützcll (Zeitschr. f. Gymn.IV. 124) im Princip ebenfalls bei, und gewiß ist, daß diese Zersplitterung kein eigent-liches lebhaftes Interesse aufkommen läßt. Daher scheint es gerathen, die demselbenGegenstand bestimmten Lehrstunden auf mehrere hinter einander folgende Tage zu legen,um einen zusammenhängenderen Eindruck hervorzubringen (s. Lectionsplan IV. 184). Manwird freilich sagen, daß, wenn derselbe Gegenstand an den zwei oder drei ersten Wochen-tagen zur Behandlung gekommen sei, die gewonnenen Kenntnisse dann wieder durch diefünf oder vier folgenden Tage unterbrochen werden und so verloren gehen. Dem wider-spricht aber die bekannte Erfahrung, daß ein kräftiger Eindruck sich leichter auch nachlängerer Zeit wieder auffrischcn läßt, als ein schwacher nach kürzerer Zeit. In Halbcr-stadt hat man und, wie Th. Schmidt (Jahns I. 76. S. 281) versichert, mit gutemErfolge den lateinischen Sprachunterricht auf die eine Hälfte, den griechischen auf dieandere Hälfte der Woche vertheilt, und damit hängt zusammen, was derselbe ebenfallsempfiehlt, daß in den oberen Classeu stets zwei Lectürestunden desselben Schriftstellersauf einander folgen. Im allgemeinen scheint es uns aber doch bedenklich, denselben Gegen-stand zwei Stunden hintereinander zu behandeln. Bisweilen kann es freilich erwünscht