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9 (1873) Spanien - Vives
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Succcssivcr Unterricht.

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Zeichen einen verwirrenden Eindruck ausüben. Ebenso hindert die Zersplitterung derSchulzeit auf zu vielerlei Gegenstände, daß für dieselben dasjenige Interesse geweckt werde,welches allein den Unterricht innerlich erfolgreich machen kann. Spricht dies für einensuccessiven Unterricht, so muß daneben das vuristus äslootut nicht vergessen werden, währendEintönigkeit ermüdet." Daher darf der einzelnen Disciplin auch nicht zu viel Zeitzugestanden und der Unterricht in einem Lehrgegenstande nicht zu lange ohne Unterbrechungfortgesetzt werden, damit die Kraft nicht erschlaffe und eine Abstumpfung cintrete, dienur schwache oder gar keine Eindrücke zuläßt. Wenn ncmlich mehrere Stunden hintereinander derselbe Gegenstand behandelt wird, so ist die Gefahr vorhanden, daß sich zuschnell eines aufs andre häuft, so daß der Schüler zu keiner Klarheit gelangen kann,weil er nicht im Stande ist, die verschiedenen Eindrücke aus einander zu halten und zubewältigen. Dies kann ncmlich ebenso leicht dadurch erreicht werden, daß zwei ganzdifferente Unterrichtsgcgcnstände neben einander zerstreuend austrcten, als dadurch, daß inderselben Disciplin, z. B. in der Grammatik zu viele Regeln, in der Geographie zuviel Einzelheiten, in der Geometrie zu viel Sätze hinter einander gehäuft werden. Esist durchaus nothwcndig, daß dem Schüler Ruhcpunctc der Entwicklung gewährt werden(Herb. §. 75), daß ihm die nöthige Zeit gelassen wird, mit dem einen Gedanken ver-traut zu werden und sich denselben zur Klarheit zu bringen, che zu dem folgenden übcr-gcgangen wird; es muß dafür gesorgt werden, daß, wie man in einem etwas derben, aberganz treffenden Bilde sagt, das Erlernte verdaut werde, in sueouin ot sunAuinom über-gehe. Dies dürften die beiden Gestchtspuncte sein, die den successiven Unterricht einer-seits empfehlen, andrerseits ihm das nöthige Maß verschreiben. Es fragt sich nun, wound in welcher Ausdehnung derselbe zur Anwendung kommen könne. Dies wird abergeschehen einmal bei der Entwerfung des Lehrplanes, also bei der Verthcilungund Aufeinanderfolge der Lchrgcgenstände auf die verschiedenen Elasten und Semester,dann bei der Entwerfung des Lect ionsplanes, ncmlich bei der Verthcilung derLectionen auf die Wochentage und die Stunden desselben Tages, endlich bei der Vcr-theilung des einer Classe zngewiesencn Pensums auf die für dasselbe be-stimmte Zeit, indem ein solches Pensum oft mehrere heterogene Theile aufweist, z. B.Grammatik und Lcctüre, die sich auch wieder in das Prosaische und das Poetische spaltet.

Bei der Entwerfung des Lehrplanes wird vom Standpnnctc des successivenUnterrichtes aus empfohlen, gcwiße Disciplinen, denen nur eine geringe Anzahl vonStunden im Lehrplan zugewiescn werden kann, zeitweilig ganz ruhen, sie dagegen zuandrer Zeit in verdoppelter Stärke cintretcn zu lassen (Herb. §. 133). Raumer sprichtsich sehr entschieden dafür aus (Gesch. d. Päd. III. 147):Man hat auf Gymnasiendie Gewohnheit, in Fächern, welche nicht als den übrigen ebenbürtig gelten, z. B. inder Geographie, nur eine, höchstens 2 Stunden wöchentlich zu unterrichten und zwaröfters 3 oder 4 Jahre lang in verschiedenen Elasten. Dies ist m. E. eine unglückliche Ge-wohnheit. Man stempelt auf diese Weise jene Fächer zu Nebenfächern, mit denen manes nicht so genau nehme. Der Schüler bemerkt dies wohl und richtet sich danach.Aber die Schüler dürfen nichts von allem, was man sie lehrt, als Nebensache ausehen.Anstatt daher diese sogenannten Nebenfächer bei wöchentlich 1 oder 2 Lehrstunden mehrereElasten hindurchzuschleppen, sie lau zu lehren und zu lernen, wende man vielmehr etwa4 Stunden in der Woche ein Jahr hindurch auf ein solches Fach und schließe damit ab.So treibe man in einer bestimmten Classe 1 Jahr lang vierstündig Naturkunde, in einerfolgenden Classe, in welcher die Naturkunde wegfiele, 1 Jahr lang vierstündig Geo-graphie u. s. w. Bei einer solchen Einrichtung gewinnen die Schüler den Lehrgcgenstandlieb, sie leben sich mit ihm ein, während er sich bei der andern Weise wie ein zäherFaden in die Länge dehnt und dem Schüler keine Freude gewährt, am wenigsten dieFreude eines sicheren Lernens und Erwcrbens. Haben sich nun die Knaben schon inden untern Elasten lebendig die Bilder der Pflanzen und Steine eingcprägt, so fürchteman doch das Vergessen nicht. Jene inneren Bilder der Dinge können in den Hinter-