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9 (1873) Spanien - Vives
Entstehung
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Sturm.

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neben ihrem Hauptzwecke, die nach der Nomenclaturmcthodc eingerichteten Wörterbücher,welche die Schüler zu führen und durch alle Classen hindurch fortzusctzeu hatten. Daßübrigens Sturm's Methode vom Analytischen ausgicng und erst in den höheren Classenmehr synthetisch wurde, ist auS unserer Zusammenstellung der Lehrpcnsa für die ver-schiedenen Classen ersichtlich; ebenso daß er außer der statarischen Lectüre auch die cur-sorische unterschied und am gehörigen Ort cintrcten ließ. Im übrigen sind die methodischen,didaktischen und pädagogischen Belehrungen, Ansichten und Winke, die in den Schriftendieses Mannes Vorkommen, so zahlreich, daß nicht mit Unrecht behauptet worden ist, allesGute, was über Methode gesagt worden, sei schon bei Sturm zu finden. Vgl. SchwarzGesch. der Erz. II. S. 279 Amn. Ans der strengen und einheitlichen Durchführung deseinjährigen Classensysteins beruhte wesentlich der wahre und gedeihliche Fortschritt,welcher dem Straßburger Gymnasium in kurzer Zeit die allgemeinste Anerkennung ver-schaffte. Daß bei so gleichmäßigen Anforderungen leicht das tiefere geistige Ergreifendes Lehrstoffes hinter der äußerlichen Erfassung und dem, was sich durch eine Prüfungam bequemsten constatiren läßt, zurücktritt, daß selbst reiferen Schülern keine rechteGelegenheit zu selbständiger Entwicklung individueller Fähigkeiten und zu Liebliugsstudicngeboten wird das sind freilich unverkennbare Nachtheilc, die mit der strengen Durch-führung dieses Princips verbunden sind; allein man kann eben nicht alles zugleich habenund Sturm's klarer, praktischer Sinn wußte die überwiegenden Vorthcilc einer weisen,aber zwingenden Beschränkung auf das für alle Nothwendige und Passende in seinenfrequenten Schülercurien und für seine Zeit gebührend zu würdigen. Mit den Jahres-cursen war die strengste Durchführung des Systems der Klassenlehrer verbunden,von denen jeder sein von Sturm selbst ihm angewiesenes Pensum, im engsten Anschlußan das vorhergcgangcne und ohne in das nächsthöhere übcrzugreifen zu versehen hatte,lieber den Stand der nächstunteren Classc mußte sich jeder Lehrer, insbesondere durchstetes Einvernehmen mit dem Lehrer derselben, auf das genaueste unterrichten. Häufignimmt Sturm Gelegenheit, seine Lehrer auf diesen innigen Zusammenhang, sowie aufdie genau einzuhaltende Abstufung und Verbindung des Unterrichts und der Erziehungvom Eintritt in die Schule an bis zum Abschluß der Studien zu einem einheitlichenGanzen hinzuweiscu (Olass. epp. III. 1 ff. Vgl. Bach's Secularrcde S. 167),nirgends verliert er seinen festen und zweckmäßig angelegten Bau aus dein Auge.

Als ersten und hauptsächlichsten Unterrichtsgegenstand erkannte er mit seinen Zeit-genossen die Sprache, deren methodische Erlernung das beste formale BildungSmittclabgab und die zugleich für die künftige Berufsthätigkeit seiner Schüler unentbehrlich war.Es konnte dies nur die lateinische sein, als die alleinige Sprache jener Zeit in denCabinetcn der Fürsten, in der Diplomatie, bei den Gerichtshöfen und in der gelehrtenWelt, deren internationaler Verkehr durch sie hergestellt wurde. Ueberdies vermittelte sieseit dem Wiederaufleben der Wissenschaften den Zugang zum elastischen Alterthum über-haupt (Illbor aoaäkm. kol. VI. sgg.). Wird aber diese Unentbehrlichkeit der lateinischenSprache und die in ihrem Studium liegende allgemeine Bildungskraft zugegeben, so darfman auch den Manu nicht tadeln, der mit Entschiedenheit das beste Mittel zur Er-reichung des Zweckes wollte, nämlich die Concentration des Unterrichtes im La-teinischen und die Zurückführung des lateinischen Stils und der Eloquenz auf Cicero'sNorm und Auctorität. Dies ist nicht bloß mit dem Geiste jener Zeit zuentschuldigen",sondern es verdient positives Lob: denn nur so war es möglich, der lateinischen Spracheden festen Boden im Gymnasium zu gewinnen und für die Zukunft zu sichern. WasTrotzendorf in genialer Begeisterung für das classische Alterthum gethau, was Neauder,der Freund und Beförderer der sog. Realien, seine Schüler wenigstens bis zum 16.Lebensjahre ausschließlich lehrte, das erkannte auch Sturm mit seinem klaren Verstandbei aller ihm selbst eigenen Vielseitigkeit und weltmännischen Bildung, durch die er seinenälteren und seinen jüngeren Zeitgenossen weit überragt, als das Richtige. Treffend be-merkte Geffcrs (im Art. Humanismus S. 611):Sturm sah schon zu seiner Zeit mit