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9 (1873) Spanien - Vives
Entstehung
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Sturm.

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Schweizer Reformatoren zugcthan, und solange ein Jakob Sturm, Bncer und Hedionwalteten, trat selten ein Widerwille zwischen den Straßburger Lutheranern und Reformirtcnan den Tag; Sturm konnte unangefochten seiner Ucberzcugung und mit den noch milden"Lutheranern in Frieden leben. Mit dem seit 1 560 in Deutschland wachsenden Haß der beidenKonfessionen nahmen auch in Straßburg die Dinge eine andere Gestalt an und die luthe-rischen Prediger gewannen die Oberhand. Von allzu eifrigen Reden kamen sie zuSchmähungen gegen dieKalvinisten" undPhilippisten." Sturm, von Natur nichtsweniger als vcrfolgungssüchtig, konnte seine Ueberzengung nicht verhehlen und verstandes auch, dieselbe durch die Neberlegcnheit seines Talents und sei» gründliches Wisseneingehende theologische, besonders Bibelstudien in der Ursprache hatte er zu diesem Zweckenoch in spätem Alter gemacht zu bekräftigen. Gerade deshalb und wegen seinesEinflusses wurde er das Ziel von Anfeindungen, offenen und versteckten Angriffen. Alsnun ein von ihm selbst berufener jüngerer Professor der Theologie und Prediger, Jo-hannes Pappus, im I. 1578 im Namen des Kirchenconvcntes dem Senate die Concor-Inenformel zur Annahme und Unterschrift für die Stadt vorlegte und gleichzeitig 68Thesenüber die christliche Liebe" anfstellte, durch deren Verteidigung er die Gemütherfür die Verdammung der Andersdenkenden und Ausrottung der reformirtcn Sympathieenin Straßburg zu gewinnen hoffte, fühlte sich Sturm berufen, die Verteidigung derhart Angegriffenen zu übernehmen. So entstanden seine theologischen StreitschriftenVntipuppi trss contra, lloanuis kuppt carttutom ot conäsmuationsm Oliristianum,zuerst als Reden, dann im Druck erschienen 1579, 4°, und zwei Jahre später ^ntipapxtgnarti partes trss xrtorss, idlsupoli kalut. 1581. Sie sind die Hauptquclle überdiesen von beiden Seiten mit zunehmender Erbitterung geführten Streit über die christ-liche Liebe, den Schmidt im XV. Capitel ausführlich geschildert und Ranmer I, S. 268(S. 263 ff., Ausg. 3) nach Gebühr gewürdigt hat. Sturm unterlag, die Concordicn-formel wurde angenommen. Auf Betreiben der lutherischen Geistlichkeit, die einen An-hänger der Tetrapolitana in einer so einflußreichen Amtsthätigkeit und an der Spitzeder wichtigsten Geschäfte nicht dulden durfte, wurde am 7. Dec. 1581 im Rathe durchStimmenmehrheit beschlossen, daß Sturmwegen seines hohen Alters und aus anderenUrsachen" seines Rectorates entlassen sei. Dafür entschädigte ihn die Treue seinerFreunde, die Liebe und Verehrung seiner Schüler die Mehrzahl der Straßburgerwar bei ihm in die Schule gegangen sein im Ausland gefeierter Name. Sorgenganz anderer Art trübten aber die letzten Lebensjahre des Greises. Eine der schönstenEigenschaften Sturm's war seine edle, jedes Opfers fähige Freigebigkeit gegen jedermannund namentlich gegen Glaubensgenossen, die sich in ihrer Noth und Bedrängnis an ihnwandten. Zahlreiche Flüchtlinge aus Frankreich und England, die um ihres Glaubenswillen die Heimat verlassen mußten, fanden in seinem Hans ein freundliches Asyl oderUnterstützung, er wollte lieber selbst darben und machte, wenn die eigenen Mittel nichtreichten, zum Zwecke des Wohlthuns Anleihen bei Straßburger Kaufleuten (Einzelnesbei Strobel, S. 35). In großem Maßstabe war letzteres der Fall gewesen, als ermehreren Truppcnführern, die seit 1562 den Hugenotten Hülfe aus Deutschland brachten,Vorschüsse von 12,00030,000 fl. durch seine Bürgcleistung zu verschaffen wußte. Nachder Bartholomäusnacht war an eine Rückerstattung nicht mehr zu denken; wo er seineForderungen geltend machte, wurde er mit leeren Versprechungen hingehalten; unter-dessen häuften sich die Zinsen so, daß Sturm die Darleiher nicht mehr befriedigenkonnte. Nach der Dienstentlassung hatte er sich auf seinen Northeimcr Landsitz unfernStraßburg zurückgezogen, wo er an einer Schrift (äs Polio uäv. 'I'ureus xorsnäo)über die Vertreibung der Türken aus Europa, eine schon seit Jahren von ibm genährteLieblingsidee arbeitete und seinen Garten bestellte, dessen Ertragnisse er verwerthenmußte. Sein Silbergeschirr und sein besseres Mobiliar waren in die Hände der Gläu-biger übergegangen. Mit Standhaftigkeit und Seelenruhe ertrug der fromme Greissolchen Wechsel des Glücks, den gelehrten Freunden, die ihn häufig besucbten, zeigte er