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Sturm.
zahlreichen Auflagen derselben geben Niceron-Rambach XX, S. 90 ff., Teissicr a. a. O.Morhof im Polyhistor I, 2, 13, 15 und I, 6, 1, 13, Strobel, S. 124. und am voll-,ständigsten Schmidt, in vis äs 8t., S. 314—331. Eine Sammlung der pädagogischenSchriften Sturm's veranstaltete das Lehrerkollegium zu Thorn im I. 1586 unter dem !Titel: Institutionis titsrutus s. äs äisssnäi st äossnäi rutions. I'omus I. 8tnrinin-nu8. 4°; eine zweite von Friedr. Hallbaucr erschien zu Jena 1730 mit dem Titel: äob.Lturmii cts institntions solrolusticu opnssulu omniu. 8°.
Die ansgebreiteten und vornehmen Bekanntschaften, welche Sturm von seinem acht- ^jährigen Aufenthalt in Paris mitbrachte, sein reges Interesse für die Sache der Kirchen- jreformation, sein versöhnlicher Charakter, seine Gewandtheit im mündlichen und schrist- slichen Ausdrucke befähigten ihn, neben seiner Thätigkeit als Schulmann in die damaligenVerhandlungen über die gegenseitige Stellung der Confessionen thätig einzugreifen undin höherem Aufträge des Straßburger Magistrats, der protestantischen Stände, desKönigs von Frankreich u. a. wiederholt nnd zum Theil gefahrvolle Reisen und Missionen— wie z. B. als Gesandter an die Könige von Frankreich und England, in das Lagerder protestantischen Fürsten bei Donauwörth, zu dem Religionsgesprächc iu Hagenauund in Worms 1540, sowie zu dessen Fortsetzung in Regensburg 1541 — zu über-nehmen und mit Klugheit und Geschick zu vollführen. Seine guten Dienste wurdenallseitig anerkannt: bei drei Kaisern, Karl V., Ferdinand I. und Maximilian II., bei -
den Königen von Frankreich, England und Dänemark und bei vielen anderen Fürsten s
stand er in Gunst und hohem Ansehen; Lohn und Ehren wurden ihm in reichem Maße j
zu Theil. Dieser Umstand, daß Sturm so verschiedenen Herren selbst von entgegen- !
gesetzter politischer und religiöser Farbe diente, hat ihm bei einigen den Vorwurf „eines s
schwankenden und inkonsequenten Charakters" zugczogen (Raumer I, 446 f.) und Mar- s
bach (Deutschland und die Hugenotten I, S. 59) spricht ihm sogar eine deutsche undehrliche protestantische Gesinnung ab. Allein manches, was diese Vorwürfe begründensoll, erklärt sich zur Genüge aus den schwankenden Verhältnissen der vielbewegten Zeit,in welcher Sturm lebte und wirkte, vieles aus dem versöhnlichen Charakter des Mannesund aus der bei solchen Natnrcn damals noch lange nicht erloschenen Hoffnung, daß der !Brnch zwischen den Confessionen kein unheilbarer, daß sogar eine Gesamtrcform undeine Wiedervereinigung der Kirchen möglich sei. Wiederholt hat er den Gedanken aus- sgesprochen (zuerst 1533 in der spistotu äs smsnäunäu soolssin uä Ouräinrrlss ete.),daß durch eine Versammlung auserwählter frommer Männer die Differenzen ausge-glichen und der Friede hergestellt werden könne. Daß aber Sturm's Interesse für diehugenottische Sache, wodurch er eigentlich zuerst während seines pariser Aufenthaltes indieses kirchlich-politische Treiben verwickelt worden war, und die Sache der Protestanten !in Deutschland nicht immer durch dieselben Schritte gefördert werden konnte, daran !trug die treulose Politik und die unehrliche Diplomatie jener Zeit die Hauptschuld. Die iinconsequent scheinenden Schritte Sturm's nehmen sich in dem von Schmidt (Cap. VI ff.) Ientwickelten historischen Zusammenhänge ganz anders aus und rechtfertigen nicht das kharte Urtheil, welches einige über ihn fällen (vgl. Langc's Recension über Raumer a. !a. O. S. 127). An der Ehrlichkeit und dem guten Willen Sturm's auch auf dem !Gebiete der Politik, sowie an der Wahrheit der von ihm selbst vorhandenen gelegent- !lichen Aeußerungen zu zweifeln, finden wir keinen genügenden Grund. Die Mühen sund Beschwerden seines Schulamtes hätte er leicht mit einer bequemeren und glänzen-deren Stellung an einem Fürstenhofe oder einer gewinnrcicheren Beschäftigung vertau-schen können; er benutzte aber die gebotenen Gelegenheiten nicht und blieb, was er selbstfür seinen von Gott ihm verliehenen Beruf erkannte, Schulmann mit Aufbietung allergeistigen und sittlichen Kraft (äs um. äie. rat. I, 1. Vgl. Melchior Junins in der,illunss 0, I.).
Schwere Prüfungen waren dem Greise beschicken. Wie seine Freunde und Gönner,die ihn nach Straßbnrg berufen hatten, so-war auch Sturm den Auffassungen der