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Sturm.
zur Herausgabe classischer Autoreu angelegt halte. Daß aus derselben neben Terenz,Lenophonö Memorabilien, Chrysostomus u. a. vor allem ein Homer hervorgegangen sei,findet sich wenigstens in der vitm Stmrmil aus dem Jahre 1590 (Nunes Sturm. S. 3)besonders hervorgehoben. Im 1.1529 gieng Sturm mit einem Thcilc der neugedrucktenBücher, zum Verkauf derselben, nach Paris. Nachdem er hier sein buchhändlerischesGeschäft erledigt hatte, mußte er nun ernstlich darauf bedacht sein, sich für einen be-stimmten Lebensbcruf zu entscheiden, in dem er sein Talent und seine Kenntnisse ver-werthen könnte. Er wählte die Arzneiwissenschaft und widmete sich einige Jahre seinesPariser Aufenthaltes medicinischen Fachstudien. Allein gerade das Vorwort zu demdamals von ihm herausgegebenen lateinischen Galen von Gerhard (Basel 1531. Fol.)zeigt zur Genüge, daß ihm dieser Beruf, insbesondere die praktische Ausübung desselben,wenig zugesagt haben würde, während ihn seine innerste Neigung an die bisher betriebenenhumanistischen Studien in so hohem Grade fesselte, daß er diese selbst und ihre Ver-breitung als seinen wahren Beruf erkennen und als das Fach ansehen mußte, in welchen:er die gedeihlichste Wirksamkeit entfalten konnte. Von nicht geringem Einfluß war dabeidas rege Leben und die großartige Bewegung, die nach dem Wiedercrwachcn der classtschenStudien und gerade damals an der pariser Universität auf dem literarischen und kirchlichenGebiete herrschte und in welche der junge Sturm sich bald hineingezogen fühlte. Helleund energische Köpfe, besonders die an dem von Franz I. gegründeten Collegium ange-stellten Docenten, hatten der Liebe für die classtschen Studien und das neue Bildungs-ideal bereits den Sieg verschafft über die nur von der Sorbonne noch vertretenen mittel-alterlichen Wege und Grundsätze. Sturms humanistisches Wissen, seine stilistische undoratorische Gewandtheit, sein methodisches Geschick blieben nicht verborgen und gewannenihn: bald die Gunst und Freundschaft hervorragender Gelehrten und der einflußreichstenMänner. Er folgte der Einladung des Cardinals Bellay, des gelehrten Wilhelm Bu-däus und anderer, zugleich aber auch dem Drange des eignen Herzens und trat, nachdemer die Medicin als Fachstudium wieder aufgegebcn hatte, 1530—1537 als akademischerLehrer an der Universität mit Vorträgen über griechische und römische Classiker und überDialektik (nach der Methode des Rudolf Agricola) auf (Vorrede zu Cie. Rhct. I. S. 1).Er hätte nicht nöthig gehabt, wie er später selbst erzählte, den Katheder neben der Thüreausstellen zu lassen, um sich dem etwaigen Misfallcn seiner Zuhörer durch eine schnelleFlucht leichter entziehen zu können (LIunss Sturm. L. 6). Denn allgemein war der Beifall,wenn er Cicero und Demosthenes erklärte oder, was er zuerst an der Pariser Hochschulewagte, die Dialektik im Gegensätze zu der unfruchtbaren scholastischen Behandlung mitder ihm eignen Klarheit und Eleganz des Ausdrucks als eine brauchbare und jedesStudium fördernde Wissenschaft zu lehren und zu empfehlen wußte. Einer seiner Schüler,Peter Ramus, spendet ihm dafür das beste Lob, und es ist gewiß, daß gerade SturmsVorlesungen ans die nachmalige philologische und philosophische Richtung dieses Mannesvon nicht geringem Einfluß geblieben sind (Schmidt In vis äs Sturm S. 11. Vgl. d.Art. Raums oben Bd. VI. S. 562). Nicht bloß die studirende Jugend, auch ältereLeute und solche, die bereits selbst in der Wissenschaft einen Namen erlangt hatten, warenSturms eifrige Hörer. Ein reiches Einkommen gewährte ihm außerdem ein nach seinerVerheiratung mit Johanna Ponderia, einer gelehrten Pariserin, gegründetes Pensionär,dem bald die strebsamsten Jünglinge aus den angesehensten Familien des In- und Aus-landes zuströmten. Gelehrte und hochgestellte Männer, die nach Paris kamen, suchtenseine Bekanntschaft; mit Erasmus, Melanchthon, Bucerus u. a. stand er in brieflichemVerkehr; König Franz hielt den gelehrten und beredten Mann seiner Gunst und seinesSchutzes würdig. — Wie anderwärts, so gieng damals in Paris ein reges Strebennach kirchlichen Reformen mit den aufblühcnden classtschen Studien Hand in Hand; diebesten Köpfe, besonders die am königlichen Collegium angestellten Theologen, übten einefreimüthigc Kritik des kirchlichen Dogma's und begünstigten offen die reformatorischenBestrebungen. Sturm, der bei einem Besuche in Straßburg, unmittelbar vor seiner