Sturm.
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kchr mit glcichstrcbcndcn Freunden die beste Gelegenheit zur Vollendung seiner humanistischenStudien boten. Tic »amhastcstcn seiner dortigen Studicngcuosscn, die nachmals alle inder Wissenschaft eine hervorragende Stellung cinnahmcn und mit denen Sturm auchspäter ein frcuudsckafilichcS Verhältnis unterhielt, waren sein nur ein Jahr älterer Lands-mann, der Geschichtsschreiber dcö schmalkaldischen Bundes, Johannes Philipson SlcidanuS,die Ncrztc Günther von Andernach und Andreas Vesaliuö, letzterer alö großer Anatomund Leibarzt Karls V. und Philipps II. bekannt, Bartholomäus Latonius als Philosophund Lehrer der Beredsamkeit,' Jacob TmphaliuS als Nechtsgelchrtcr an der PariserUniversität, wo auch Sturm wieder mit denselben zusamincntraf, mit Auszeichnung ge-nannt. Wiewohl Sturm cs nicht versäumte, sich die erforderlichen Kenntnisse in Mathe-matik, Physik, Astrologie und anderen Realien zu erwerben, so bildeten doch in Löwendie beiden elastischen Sprachen und von diesen wieder die lateinische sein Hauptstudium.In der Vorrede zum II. Band von Cicero's Briefen (1558) gedenkt er der Vorliebe,die er zu Löwen für diesen Repräsentanten der römischen Literatur gewonnen, und wieer durch fleißige Lcctüre die Schwierigkeiten überwunden habe, welche damals viele Ge-lehrte in diesem Autor fanden. Er blieb von da an Hauptqnelle, auS der er selbst fürseine wissenschaftliche Bildung schöpfte und die er anderen zugänglich machte. Freilichwar cS nicht das antike Leben, der Staat und die Familie des Römers, von denen eraus Ciccro'S Schriften eine Gcsainmtanschaunng gewinnen wollte, geschichtliche und anti-quarische Kenntnisse dienten nur der Erklärung des Ausdrucks, er stndirte sic zunächstum der ciccronianischcn Latinität willen, die bereits auch diesseits der Alpen „der Maßstabzu werden anfieng, mit dem die Höhe der Bildung gemessen wurde/' gegenüber dermittelalterlichen Barbarei — und zwar mit aller der Uebcrtrcibung und exclusiven Einseitigkeit,wie sic im Gefolge einer großen Ncncrung sich zu zeigen pflegt. In der Schule derBrüder zu Lüttich, die mit ihrer Hauptaufgabe auch das Streben nach einer rciucreuLatinität verbanden, war Sturm schon für daö Bessere gewonnen worden; tiefen Eindruckmachte ihm daö Werk des Cardiuals Adrian äo sormono lutino, welches 1518 zu Baselerschienen war (Vorrede zu uä (Rrxsvg'ouuiu ex Uenniseis Lturminnis, ^.rgmtt. 1574) -er benutzte die für den Staudpunct jener Zeit angemessenen, aber methodisch auch über-schätzten und von mechanischen Köpfen mißbrauchten Vccabclnsammlungeu und Phraseo-logien aus Cicero. Vor einer sklavischen Nachahmung, vor einer musivischen Compo-sition cicerouianischcr Phrasen bewahrte ihn sein guter natürlicher Takt und Geschmack,sowie die Energie eines selbständigen Geistes und Sterbens. Bewegt er sich auch amliebsten in ciccrouianischcm Latein, so muß doch zugestandcn werden, daß er es seinenGedanken, deren er viele und eigene besitzt, accommodirt und keineswegs bloß glatte, ge-dankenlose „Phrasen drechselt." Sturm hat es, wie wenige seiner Zeitgenossen, ver-standen, die Gründlichkeit seiner ciccronianischcn Studien für den stilistischen und ora-torischcn Gebrauch zu vcrwcrthcn und darin eine nicht zu bestreitende Meisterschaft erlangt.Da diese nachmals die Grundlage wurde und als unentbehrlichstes Mittel diente, mitdem er sich als Universitätslehrer, Thcolog, Staatsmann und vor allem als Schulmanngeltend machte, so werden wir auch seine Löwcner Studien als entscheidend anzuschenhaben für seine spätere Wirksamkeit und den zuletzt von ihm gewählten Beruf. SeinePccuniärcn Mittel reichten nicht auö, um den Aufenthalt in Löwen länger zu bestreiten;nur mit Mühe konnte er von seinem Vater einige Thalcr erhalten, um seine abgetragenenKleider in einen solchen Stand zu setzen, wie es die Sitte der wohlhabenden, fcingcklci-detcn Brabantcr verlangte (Strobel S. 127 f. aus ungedrucktcn Briefen Sturms). Inden beiden letzten Jahren seines fünfjährigen Aufenthalts in Löwen war er daher ge-nöthigt, vom Lernen zum Lehren übcrzugchcn und in einem Alter von kaum 20 Jahren(1527) sich durch öffentlichen Unterricht die Subsistenzmittel selbst zu erwerben (Vorr.zu Cie. Nhct. I. S. 3). Aus demselben Grunde bethciligte er sich — und dazu leisteteauch Sturms Vater einen Gcldvorschuß — an einem größeren Gewinn versprechendenUnternehmen seines Lehrers Nüd. Nesch, der, wie viele Gelehrte jener Zeit, eine Druckerei