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9 (1873) Spanien - Vives
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Sturm.

S. 331. Schwarz, Gcsch. dcr Erziehung, 1813. II. S. 277 fgg. Karl Schmidt,Gcsch. dcr Pädagogik III. Band. Cöthcn 1861. S. 150 fgg. — Vömcl, Schulrcdeübcr I. Sturm, in Schwarz' Darstellungen aus dem Gebiete der Pädagogik, Lpz. 1833.S. 99 fgg. X. ü. Ltrobol, Ilistoiro <Iu Fzmmass Protestant cte Ltrasbourx.Ltrasd. 1838. Karl von Raum er, Gcsch. der Pädagogik, I. Thcil. Stuttg. 1857.S. 258. fg. Lkarles Lolrmiät, tu vie et los truvaux äo 3ean Lturin, 8trasd.1855. Albert Langc'S Rccension der beiden letztgenannten Werke in den N. Jahrb.Bd. I-XXVI. Heft 3. S. 122 ff. Ecksteins Vortrag übcr Sturm in dcr 24. Vers,deutscher Philologen und Schulmänner, N. Jahrb. für Phil. u. Päd. II. Abth. 1866.S. 64 ff. — Die Artikel dieser Encyklopädie, in welchen Sturm bereits vorgckommenist und die hierher gehörigen Schriften dcö Mannes selbst werden im Folgenden Erwäh-nung finden.

SlurmS Leben. Johannes Sturm wurde am 1. Oct. dcö JahrcS 1507 zuSchleiden in dcr Eifel geboren. Seinem Vater Wilhelm Sturm, seiner Mutter Gertrud,einer geborncn Hulö, seinen beiderseitigen Großeltern, die er noch gesehen und gekannthatte, und mit diesen zugleich seinen ersten Lehrern, Joh. Neuburg, Jac. Vlomcdal, Aut.Dalbcr und Gcrh. Episkopius, widmete und bewahrte er noch in spätem Alter ein An-denken voll Hochschätzung und Dankbarkeit: „Denn wunderbar tief" — so schreibt er imI. 1565 an den Lehrer der untersten Elaste des Straßburger Gymnasiums — „wurzeltin den Herzen gebildeter Menschen das Andenken an die Wohlthätcr ihrer Kindheit, unddarum ist auch dcr Beruf gerade des Lehrers ein so dankbarer, welchem das kindlicheAlter anvcrtraut ist." Der Vater, Intendant auf den Gütern des Grafen Dietrich vonManderscheid, hatte bei mäßigem Einkommen für eine Familie von vierzehn Kindern zusorgen. Aber Johannes war so glücklich, als neunjähriger Knabe in das gräfliche Hausausgenommen zu werden, um daselbst mit den ihm gleichaltrigen Söhnen des Grafenunter Dalbar's geschickter Leitung Erziehung und einen Unterricht zu genießen, dessenKosten Sturms Vater nicht hätte bestreiten können (existoluo cluss. I, 1). Außer denschon genannten erwähnt er noch einen Lehrer an dcr Hieronymianerschule zu Lüttich,Arnold von Einaten, als einen Wohlthätcr, der im Innersten seines Herzens fortlcbe.Um das Jahr 1521 wandte er sich nämlich, mit den jungen Grafen von Manderscheid,zu seiner ferneren Ausbildung nach Lüttich, wo die Brüderschaft vom gemeinsamen Lebenim I. 1496 eine für die damalige Zeit vortreffliche Schule gegründet hatte und denJugcndunterricht entschieden auf bessere Bahnen lenkte. Der Lehrplan, vor allem aufeine religiöse, sittliche Bildung angelegt, begünstigte die Sprachstudien und verband miteiner verbesserten Grammatik Schreibübungcn in Prosa und Versen, sowie die Lcctürceiner ziemlichen Anzahl griechischer und römischer Autoren und den Vortrag TcrcnzischcrLustspiele mit verteilten Rollen. ES unterliegt keinem Zweifel, daß diese Schule, auswelcher Sturm etwa drei Jahre zubrachte, ein „anregendes Vorbild" für ihn gewordenist (s. den Art. Hieronymianer S. 540); und wenn wir die einheitliche Methode, denstreng geordneten Fortschritt und die Verthcilung der Lehrpcnsa in den acht Elasten desLütticher Gymnasiums (Schmidt, In vis cio Lturm, p. 4) vergleichen, so finden wir hierden Ausgangspunct dcr nachmaligen Schöpfung des großen Schulmannes in Straßburg.Vermutlich absvlvirte er in den Jahren 1521—1523 die drei obersten Elasten dieserSchule; im dritten Jahre nämlich vor dem Bauernkriege — so erzählt er selbst in eineman den Lehrer der dritten Elaste zu Straßburg gerichteten Briefe — also 152 l spielte er»aclmockum tum uäolososus ot paons puor« bei einer Ausführung des tcrcnzischen Phormiodie Rolle des Geta und noch im späteren Alter freut er sich des Nutzens, den er vomStudium und von der Einübung dieser Rolle gehabt, wobei ihm weder Lehrer nochMitschüler geholfen (oxp. oluss. I, 8). Im I. 1524 begab er sich nach Löwen, wo dasvon VuSlidius gestiftete oolIs§1um trilinAuo, die Vorlesungen des Rüdiger Ne sch übergriechische, die des viclgerühmten Conrad Goklen über lateinische Sprache und Literatur(s. die Vorrede zu 61c. vrutt. vol. II. S. 1) dem wohlvorbercitctcn Jünglinge im Ver-