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9 (1873) Spanien - Vives
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Strafe.

Stumpfsinn.

msntiu rsAsntw sagt Seneca (cts 6Ism. I, 22) und Tcrenz: puäoro st lidernlitatelibsros rstiusrs satiüs ssss ereäo, guam mstu (^äslpll. net. I, 1, 21.). Aber fernesei cs von uns, hiemit ein pädagogisches Kunststück anpreiscn zu wollen. Es ist Sachedes Taktes, die seltenen Fälle herauszufühlen, wo dieses seine Mittel anschlagcn kann.Alles hat seine Zeit. Das gilt besonders auch von der Anwendung der verschiedenenArten von Züchtigungen, die wir bisher durchgangen haben. Mit Absicht wurde dabeivermieden, für bestimmte Vergehen bestimmte Rügen festzusezcn, oder gewitzen Straf-arteu einen besonderen Rang anzuweiscn. Der erste Rang gebührt immer derjenigen,welche in dem gegebenen Fall, objectiv und subjectiv, die angemessenste ist, und dieseslätzt sich gegenüber den Kindsnatnren überhaupt und bei der Verschiedenheit in Alter,Geschlecht und sonstigen Verhältnissen und Umständen nicht ein für allemal vorausbe-stimmen. Lapions multu rsinitiot, multcw purum suni, soä sunubilis inASuii servulnt,^A-rieoluL donos imitubimur, gut non tuntum rsstus procsrusipus nrborss solunt, ssäUlis gno^ns, c;ua8 uliiuu äspruvuvik ouusu, uäminioula, cinib>U8 äirissuntur, upplicunt,uliu8 cirsumoiciunt, ns proesritutem rumi prsmunt, ciuu8clum inürmu8 vitro looi nu-triunt, ciuidu8cium ulrsuu umbru luboruutibus ooelum upsriunt. 8sonnäuin Imscvicisdit xorksotu8 xusäuZ'ossus, cpuoä ing'snrum Huu rutious truotanäum 8it, ^uomoävin roetum pruvu llootuntur (Lsnooa äs 6loin. II, 7).

Strafen sind in alleweg nothwendig, und es ist eine künstliche Rede, die uns zu-muthet, sie nur als das allerletzte Mittel anzuwenden, wenn alle sonstigen fehlgeschlagenhaben. Man sucht nicht auf weiten Umwegen, was inan kurz bei der Haud habenkann. Das Nasche und Einschneidende der Züchtigung hat namentlich bei acuten Willenö-störungcn des Kindes eine heilende Wirkung, die von einer andern Behandlungsart seltenzu erwarten ist. Aber es kommt nicht auf die Härte einer Züchtigung an, sondernauf die Stärke, womit sie auf Bewußtsein und Gewissen des Zöglings einwirkt. Da-nach ist zu wählen und zu handeln. Eben darum aber ist auch die Anhäufung vonStrafen zu vermeiden, durch die Leib und Seele hartschlägig werden. Wer mit ihnenwirken will, mutz sie zu sparen wissen. „Die Strafe" — sagt Nägelsbach — „isteiner Münze gleich, welcher der Executor beliebigen Werth geben kann. Welchen Werthsic haben soll, steht bei ihm, er kann einem geringen Quantum von Strafe eine großeBedeutung beilegen."

Uebcrhaupt, und dies sei zum Schluß gesagt, die wahre Zucht kann der Züchti-gungen nicht entbehren, wie sie auch der Belohnungen nicht entbehren kann; aber siebedarf noch ganz anderer Mittel, um dem keimenden Bösen zu wehren, die Ausbrüchdes sündigen Wesens zurückzudrängen. Gesunde Nahrung für Geist und Herz, Luftund Licht dem Kindesgemüth, das eoslum apsriro Scneca's, das Himmel öffnen, christ-lich verstanden, muß den Vortritt haben. Darum: „ihr Väter, erbittert eure Kindernicht, daß sie nicht scheu werden" (Kol. 3, 21); „reizet eure Kinder nicht zum Zorn"— weder durch Verzärtelung noch durch Härte — „sondern ziehet sie auf in der Zuchtund Vermahnung znm Herrn" (Eph. 6, 4). Je völliger ein Zögling in diese Zuchthineinwächst und je kräftiger er zu dem „wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir re."hingeführt wird durch die Vermahnung zum Herrn, um so eher hört für den Erzieherdie Nöthigung auf, zugleich sein Zuchtmeister zu sein. A. Hapbcr.

Strafgewalt s. Strafen.

Strafpredigten s. Tadel.

Strenge s. Erzieher.

Stndicnlehrcr s. Lehrer S. 205.

-LlnmpfflNII — steht dem Wortlaut nach dem Scharfsinn entgegen, hat aber ansich eine wcitcrgreifcnde Bedeutung als die des bloßen Gegentheils. Denn zwar be-zeichnet Stumpfsinn auch den Mangel an logischer Lebendigkeit, aber noch mehr und häu-figer sowohl den Mangel an geistigem Trieb überhaupt als namentlich auch die Encr-