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7 (1869) Reinlichkeit - Schule
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Religionsunterricht in niederen Schulen.

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mir, wie so wenige Menschen über sie vornrtheilsfrei nrtheilen, wie sie nicht für dengebildetsten Menschen ein Hauptbuch für sein Leben sein soll." (C. Ritters Leben vonKramer 1. S. 146 fgd.) Geschah solches am grünen Holze — und dazn zahlt gewißder geist- und gemüthvolle Ritter — was mochte damals am dürren werden? Esgehörte die ganze Entfremdung von dem Wesen des Christenthnms dazn, worein dieZeit des Rationalismus versunken war, um die Unnatur begreiflich zu finden, in dieman bei der religiösen Unterweisung der Jugend unter dem Aushängeschild derNatür-lichkeit gerathcn war. Uebersehen darf zwar nicht werden, daß durch die trockene undeinseitig dogmatisircnde Art des Religionsunterrichts in den damaligen Schulen eineenergische Reaction herausgefordert war; denn die Art, wie auch schon der früherenJugend bloß Glaubenssätze cingeprägt, oft eingeblänt wurden, war eben so wenig demGeiste der Jugend angemessen, und Basedow sagt immerhin auch einige Wahrheit indem Worte: „Bis jetzt wiederholt mancher gute Knabe in täglich verwünschten Schul-stunden die mit Striemen eingebläntcn Worte eines Gesandten Gottes, um sie nie zuverstehen, wenigstens nicht zu verehren, wenn er dem Zuchtmeistcr entwachsen ist."

Vieles von diesen Uebclständen fällt auf die Mangelhaftigkeit der Volksschule inder frühem Zeit überhaupt, ans die Ungeschicklichkeit der Lehrer und die Vernachlässi-gung, unter der namentlich die Volksschule bis in die neue Zeit herein gelitten hat,wie denn überhaupt die langsamen Fortschritte derselben zu den demüthigendsten Er-scheinungen gehören, die man einem christlichen Volke Vorhalten kann. Dian that, wiewenn der Herr nie etwas von den Kleinen geredet hätte. Wenn aber auch in unfernTagen der alte Geist des Rationalismus, nur zeitgemäß aufgestntzt, wieder auftauchtund dem wesentlich geschichtlichen Charakter des Religionsunterrichts in der Volksschuleentgegentritt, wenn er im Geiste des zwar persönlich tief religiösen, aber mit seinerPädagogik eben doch nicht ans eigentlich christlichem Grund und Boden stehendenPestalozzi ans Scheu, Sittlichkeit und Religiosität bloß von außen an die Jugend zubringen, beides aus dem Innern des Individuums herauswachsen lassen will, so habenwir ein Recht, für den geschichtlichen Charakter des religiösen Jugendnnterrichts ent-schieden einzutreten. Ans dem Innern des Individuums kann nur heranswachsen,was in ihm samenartig verborgen liegt; die Wahrheiten des Reiches Gottes als einesReichs der Gnade und Wahrheit liegen aber nicht in dem menschlichen Individuum,sondern sie treten aus dem Herzen und Munde des lebendigen Gottes an dasselbehinan, und in diesem ist nur das Bedürfnis derselben zu Wecken und die lebendigegläubige Aufnahme durch Unterricht zu vermitteln. Der Grnndirrlhum der rationalisti-schen Pädagogik ist die Verkennung der Sünde im Menschen; so sieht er auch imChristenthum nicht das Werk der erleuchtenden und erlösenden Gnade, so verkennt erauch den ganzen geschichtlichen Charakter desselben, und seine ganze Weisheit schrumpftdabei in wenige Moralprincipien zusammen. Wie wenig damit ausgerichtet ist, kannjeder aufmerksame Erzieher an seinen Kindern lernen. Die ganze heilige Schrift, inwelcher der gnädige Gott dem sündigen Menschen hülfreich entgegenkommt, ist eineGeschichte der Sünde einerseits und der rettenden Gnade andrerseits. Diesen geschicht-lichen Charakter muß denn auch der Religionsunterricht in der Volksschule vorwiegendtragen und die ganze Natur des Kindes kommt demselben verlangend entgegen. Ge-schichte, Geschehenes, Thatsächliches ist so recht seine geistige Lebeusnahrung, der Ge-schichte lauscht es mit nie ermüdender Begierde. Für die Auffassung abstracter Wahr-heiten und Lehrsätze fehlt ihm noch mehr oder weniger das Organ, daher wird dereinseitig verständelnde Moralist mit aller Mühe nichts dauerndes schaffen, er wirdthun, was die Römer nannten litus urarv, das Ufer, den Ufersand pflügen. Dernächste Windstoß wird ihm seine Arbeit wieder verwehen und verderben und demSamen wird der treibende Boden fehlen.

Mit der biblischen und kirchlichen Geschichte geht Hand in Hand die Darlegungund Einprägung der Lehre. Die christliche Wahrheit ruht in der heiligen Geschichte