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3tuffö^c in Böfjercn Stnftaltcn.
33ertoanbluttg öon fßrofa itt S3erfe ift nod; zeitiger jeberntannS ®ing, forbert Befon»bereS gormtatent unb muß beSl;al& jebenfaüS freigegeBeit werben; ntetrifd;e UeBer»fefcungett auS ben Stilen mag man bett ^Begabteren empfehlen. 2tet;nlidj berl;alt eS fid)mit ber bialogifdjen nnb ^Briefform, Wiemol;l eS bod; häufiger ift, baß ein Begabter ©d;ütereine ©rjä^tung in @efpräd;Sfortn, als bafs er fie in tnetrifd;er gut wiebergieBt. S3on©inigett wirb bie Sreftituirung umgeftedter beutfd;er SSerfe empfohlen, waS Bei ber tatei»nifdjen SSerfification eine notljwettbige SSorftufe ift, bei ber SDtutterfpradje aber fd;Wer=lidj gleid;en 2Bertf) für bie Kraftübung Bjat (ngl. SDöberlein Sfebett ©.251). ^Bringtein fähiger 3'üngling unberlangt eigene poetifd;e 33erfttd)e, fo wirb ber £el;rer Wol;Ibaran tljun, biefe nidjt mit ju großer 9'Jad^fidjt 31 t Beurteilen, fonbern bem ©djülerbttrd; |jinweifung auf bie ftrengen @efe( 5 e ber Kttnft, bie aud; baS ©enie nidjt unge»ftraft oerad;tet, ein Ijo^eS ßiel öorjitalten; ftedt ein ©djilter in bem 3 uitgett, fo er=weist er itjm burd; 2litWenbung beS fdjarfen SJtefferS gegen bie üppigen 2titSWüd;fe eine2Bol)ttl;at; ift eS ein Bloßer SDidjterling, fo wirb eS Beffer fein, feiner Kraft eine anberefRidjtung ju geben. „®ie ißaltne, fagt man, Wad) St nur üppiger nnb gewaltiger unterbem ©egenbrucf einer £aft." SBie l;eilfam War für Stjroit bie fdjarfe Kritif feiner3ugenböerfud;e im Edinburgh Ecview (wal)rfd;einlid; öon 58roitgl;am)!
©ine weitere |jauptregel ift: bie SlttfgaBen mäßen fo gewählt fein, baß iljre2luSfül;rung burd; ©d;üler paffenb erfdjeint. 9?id;t jebem jicmt jegtidjeSju fagen; WaS wir bom Katl;eber, öon ber Kanjel IjeraB gerne pören, baS wibert unSattS bem ÜDiunbe eines ©d;ülerS an; atfo feine Stenten, Wobei ber ©d;iiler öerfitdjtwirb, in Belel;renbem ober erniat;ttenbem !£on 31 t fprecfjen, 3 U prebigen ober 31 t merali»firen. 3ebe eigentliche, auf ein praftifdjeS 3< e t Ijinftrebcnbe Sfebe Ijalte id; für umpaffenb; Bei fingirten Sieben aber Werben fid) bie weiften ©d;ii(er für ben 9J?ann, attSbeffen @eift IjerauS fie fpredjen —, wie für ben großen ÜDtoment, in ben fie fid; oer-fefcen fotlen, felbft 3 U flein öorfomnten (ogl. .fpiecfe, ©. 270). ©eine ©mpfinbungenaber behält ber Süngliitg überhaupt am beften für fid), bamit fie nid)t, Wenn fie ansSidjt treten, bnrd) groft unb 9Jtel;ltl;au ©djaben nehmen. ®aS ©efüljl ift bie erwär=menbe unb treibenbe Kraft im 3ititern beS SRenfdjen; ba folt eS Bleiben, öon ba au§baS ganje SBefen burd;bringen; aber funb tl;un foü eS fid; meljr im Raubein als intSieben. ©0 ift eS Beim gefunben SJienfdjen, fo l;ielt eS in alter $eit ber $>eutfd;e.3)ie mobernen 2 )eutfd;en l;abett in biefer Sejidjung fd;limnte ß^iten burd;geinad)t, bieÜ£l;ränenü 6 erfd;wemmung ber 2Bertt;erperiobe, bie SJtittelatterbegeifterung ber Siotttamtifer, bie ©uropamübigfeit unb ber SBeltfdjnterg, unb bie fdjöne Literatur l;at fid; eifrigftbemüht, uttfere 3ugenb feufjen unb fid; unglücflid; füllen 31 t lehren. ®aS ift ber 3ünglingewie ber äftäbdjen unWürbig. ©in fentimentaler 3üngling wirb int Sieben gwifdjen ipammerunb SltnBoS öiel waprfdjeinlid;er 3 U SSrei 3 erfd;Iagen, als 3 a ©taljl gehärtet werben;einem ©djüler, ber öon feinen guten ©efütnungen unb SSorfä^ett anberS als in für»geften SBorteu fprid;t, trauen Wir nidjt; bie ©mpfinbitngSblüten in baS fperbariuttt berSluffäjje gelegt fönnen nid;t anberS als öerborrett. Sllfo Weg mit ben Sluffafctljemen,Welche 3 u fentimentaten ober ntoralifirenben ©rgitffen SSeranlaffttng geben*); fie fittbgeeignet, afleS Waljre ©efii^l 3 U erfätten, Wo nid;t 31 t ertbbten; Weg mit il;nett and; attSben 5Diäbd;enfd;ulen! ©ott l;at bem wei&lic^en ipersen ben Sieid;tl;um feiner ©efüplSWelt»erliefen, baß eS baS Ijeilige geuer I;üte, nidjt baß eS bamit fpiele ober ©itelfeit treibe,llttb Wie nal;e liegt bie ©efapr ber Ißerleitung 3 ttr UnWa^rl;eit! 3)er ©d;ü(er fotl @e=füfjle auSfpred;en unb mochte iBeifaH bamit gewinnen; fie follen atfo fd;ön unb ebelfein, bamit fie bem £eljrer gefallen; waS er nid;t wirflid; empfinbet, muß er fid; an=empfinben; baS füfyrt gerabeWegS 3 m 1 §euc^elei, 3 ur fß^rafcnjagb unb SSerfd;roBenl;eit.
*) SUtoraliftrenbe Slttffäpe erinnern an bie einer Ijinter nttS liegenben 3«t angeijijrigett Stage*Büdjer, „jene moraliftbe 23udjfi!brttng, Bei ber ein frifd;e8, fröf)tict;e8 SBottett öon ganzem ^erjeuunb gattjer Seele ni^t gebettelt famt“ (SBiefe, bie SSUbuttg be« 2Bilten8. 1857).