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3 (1862) Göthe - Kindsmädchen
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Kinbheit, erfte.

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SBebilrfniffett beS KinbeS fdjlecbt entfpredjenbe «Stoffe, namentlich als bie leibigen ftärte=mehlreidfen Alimente, mögen fie Sßeigenmehl ober Semmel ober ober (5Jerften=

grille ober SfrroWroot heißen, unb eS ift Unöerftanb ober inbuftrießer 33etrug, irgenbeines biefer ja^freidjen, ber SNobe unterworfenen Surrogate als ein Slequioalent fürbaS fpecififdje l|3robuct ber fäugenben ffrauen ober ©h' cre auSgugebcn. Singeine ber=felben haßen einen UBerth, Wenn eS fidf nm bie Ernährung franfer Kinber hunbelt,g. 33. gegudcrte ffteifd)f>rühe, gefdjabeneS Steift, fog. ©idjelfaffee, gehören aber ebenbatjer nicht gur fj^V)fiologifd)en ©iätetif; anbere finb ungeniigenbe Earotenfaftober üiel gu ftfjWer öerbaulidje Nahrungsmittel fog. Revalenta arabica, b. Ij- Niehlöon Stufen, Erbfen u. bgt.

©ie SNebicin forbert alfo im öoßen Sinflange mit ben moralifdjen ©eboten berSDiutterpflidjten in erfter Sinie bie Ernährung beS Säuglings burdj bie 5Nüch feinerNiutter. ©aff fo öiele Niittter biefer fßflid)t nidjt nadjfommen, beruht befanntlid; eineStheitSauf ber Eitelfeit unb @euußfud)t berfeinen SBelt, anberntheiiS fällt bie Sdjulb auf bieunoerfennbare ^jäufigfeit ber fd)Wäd)lid)en ober fräuflidfen Niütter, weldje olgte ©efahrfür ihre ober beS KinbeS ©efunbljeit nicht fangen bürfen, ober beren NahrungSqueßcöorgeitig unjureidjenb fliegt ober üerfiegt; in biefem Stüde uutjf bie öerfehrte Ergiehungber weiblid;en 3ugenb angeflagt werben, wenn fie gwar gebilbete ober »erbilbete, abergur öoßen Erfüllung ber SNutterpflidjten phhfifd) unbrauchbare Naturen in baS Siebenentläßt; in gteid;er 2Beife übt aber and) bie phhfifdje unb ntoralifdje Kräftigung bermännlichen Sugenb einen großen Einflug auf baS SBo!;! beS gweiten @efd)led)teS;jene, inbem mand;e Kranfheiten, KranfljeitSantageu unb bie aßgemeine Schwäd)li<hfeitöom 33ater auf bas Ergeugte übergehen, biefe, ba moralifdje ©üd)tigfeit ber Sinnlich 5feit ben 3ügel anlegt unb bie Sfugenbs ltn g fWanueSfraft gum 3Bol)le ber Nad)fonunenbewahrt. Ein neuer ®efid)tSpunct für bie flttlidje 33ebeutung einer hnrmonifdjen Eut=Widelung beS gangen Nieitfdfen.

©ie fßhhfio^ö'e ber Kinbfieit enthält aber weiter eine SSeftimmung beröon Weldjer an gurNiild), als bent wefentlidjftenNahrungSmittel, nochanbere Stoffe gugefefct Werben bürfen, waS befonberS bann wünfdjenSWerthwirb, Wenn ber DrganiSmuS ber Niutter nidjt fräftig genug ift, um ben öollen Nah 5rmtgSbebarf beS Säuglings gu bcden, ober wenn bie Nlild) ber SJiutter ober Sfmmeöor ber 3 e 't unbraud)bav wirb unb mau je(3t, ftatt mit einer anbern ff rauenmilch, biefünftlicße Ernährung tl>eifS mit erwärmter Kuhmilch, anfangs üerbünnt, fpäter rein,theilS mit feften Stoffen einleiten wifl. Ein fetjr oerbreiteter 333al)n öeranlaßt öieleSNiitter, ihrem Säugling öorgeitig gu effen, b. !; feftere Nahrung gu geben, bamiteS bod) jabid werben möge; biefe maffenljafte fyettlülbung im Unterhautgewebc ge=mafteter Kinber ift, Wie fd;on ipippofrateS wußte, ftatt baS 3 e '^ cn einer befonberen©efunbheit, baS Nierfmat einer abnormen Ernährung; baS ffett fdjwinbet beim Er>franfeit in wenigen ©agen ober SBodjeit nnb gerabe biefe mit Stärfemehl überfütterten,feiften Kinber erfranfen häufiger unb fdjwerer, als bie naturgemäß mit Nfildf ernährten,©ie 3eit, öon Weldjer an neben ber -Diilch eine ftärfemehlhultige Nahrung in hulbfefterfforra bei guter Verbauung ertragen wirb, unb gwar fe fpäter, um fo beffer, fäßt öonber gweiten £>älfte beS elften SaljreS bis gum beenbeten fjeroortreten ber erften gwölf bisfed)jehn 3äl)ue, b. h- bis gegen bie Niitte beS gweiten 3ahreS; benn mit ber aßmählidjenEntwidetung ber Kauapparate, ber gleidjgeitigen ftärferen ffunction ber Spcidielbrüfen,ber Vergrößerung beS SNagenS, ber langfameren Bewegung ber ©ebärnte, ber 3luSbit=bung beS VlinbtarmS unb ber ftärferen Seiftung öon Sieber unb 35aud)fpeid)elbrüfe tretenbie SBebiugungen ein, bamit ftärfemehlhaltige Stoffe, wol>tgefodjt unb in ber fformeiner biinnen Suppe obereineS biiniten 33reieS, gut oerbaut werben; gugleid) traditet baSKinb aud; nad; Nfaterialien für tie Uebung feiner Kiefer unb 3ähue, unb gegen benSd)( biefer i)3eriobe wirb bie 33eigiehuitg foldjer Nahrung fogar gwedmäßig, ba baSEntwöhnen mit geringerer Störung fid; bewerlfteßigcn läßt, wenn baS Kinb nach uu ^