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3 (1862) Göthe - Kindsmädchen
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^inbcrgtauBc.

33ud;ftaben abhängige [djitjädjeve ©eift: aber toie bie ©nbjtanj beS ®tauben 8 =in^alteS beS Credo biefelbe ift, fo ift bie ^erjenSjieBung jum lebenbigen ©laubenS»objectc ebenfalls biefelbe; je unbebiitgter, je tnminlidjer baS perfonlid;e Vertrauen 3 umperfontid;en ©ott unb Grtefer ift, um fo finblidjer ift baSfelbe. Saper pat fid; fcponmaudjem burd; alle Siefen unb fpöpcn feiner SBijfenfdjaft gegangenen Sinologen fc^Iieg=lid) alles auf SutperS Keinen ÄatecpiSmuS rebucirt unb bariit concentrirt, ein 23e=weis, baff ber ÄinbeSgtaube and; IDlanneSglaube fein taun, wie umgcteprt, baff, WaSjulelst nad; aller SBiffenfcpaft als baS SBefte unb Äoftbarfte ertannt wirb, aud; ooraller 2Biffenfd;aft am beften bem ÄiubeSglanbeu jum 33epifel unb SluSbrttd bient.

3) SBenu aber opne alle ißrooocation uon ©eiten beS SeprerS ein altfluger JungeOon felber anfangt, ßritit jn treiben, fo ift baS freilid; ein fdjIimmeS ©pmptom; bennWenn baS liiublidje am Mnberglaubeu einmal oerloren, ber jarte Suft über ber $tinbeS=feele jerronneit ift, fo laßt fid) baS abpanben ©etcmmene fo wenig mepr in feiner Jben=tität perftetteit, als eine oerlorene Unfdjulb. Siber meiftenS werben bod^ bie 3">(ifdbeS Knaben materiell oon ber 33efd;affenpeit fein, baf ber G^ieper auS feiner tieferenunb umfaffenberen Ginfid;t fie üollftänbig pcben tann bie Giuroencungen Werbentinbifd; fein; ober Wenn fie Wirtlid; weiter greifen foHten, unb bod) bie 3<üt nod; nid;tba ift, Wo eine freiere, geizigere @efamnttaufd;auung moglicp wäre, Wo alfo ein Gin=wanb jitgcgeben Werben tonnte, opne baf bamit gugleid) baS SBefeit, ba§ gunbamentbeS ©laubenS in gvage gefteHt würbe, ba bleibt nicpts übrig, als bem 3ögting jnfagen: baS oerftepft bu nod; nid)t; eS tann bir erft, wenn bu mepr gelernt paft unbfliiger geworben bift, bie ©ad;e ertlärt werben. Samit aber ber einmal erwarte 3®eifelnid;t insgeheim fortwüple, bamit anS ipm nid;t 3 TOe ifelfud;t Werbe, ift Wopl baS 23efte,bie Senttpätigteit unb fyrageluft auf aitbere ©egenftaube ju teilten unb burd; biefe ge=pßrig 3 U befd;äftigen, baneben aber ißpautafie, ©emtttp unb ©ewiffen fo 31 t Weden unb31 t pflegen, baf für ben in einem anbern ©ebiete beS ©eifteSlebenS gefäprbeten ©taubenpier bie ©tütte offen bleibt, Wo er feine eigentliche |)eimat in ber IDtenfdjenfeele pat,unb wo er fo lange geborgen ift, bis bie poliere Steife aud; bie 2Jti5glid;feit mit fid;bringt, bie beibcn oorerft nod; nebeneinanber unb getrennt beftepenben geiftigen äöeltenbie les S?erftanbeS unb bie beS ©emütpS, 31 t poperer Ginpeit 3 U oerbinben.

©d;licflid; ift pier nod; barauf Sciidfidjt 31 t nepmen, baf mand;e fromme Glteruober Grjieper betümmert fiub, Wenn fie an ipren Äinbern nod; Wenig oon bemjenigenWarnepmeit, WaS man ©laubenSleben nennt, b. p. ein bewußtes 9eben fceS ©laubenSin ipnen unb ein principietteS SSeftimmtfein ipreS SeutenS unb SBotteitS burcp ben©lauben. ©ie mßdjten, WaS fie 001 t 3injenborfS unb äpnlid;er SDtenfdjen frfipjeitiger©ottfeligteit pören, aud; bei ipren eigenen jtinbern fepen. Ser SBunfd; ift gan 3 natiir»lid; unb berechtigt; er wirb fid;, je inniger er ift, befto mepr jum ©ebet geftalten unbbem gan 3 en GrjiepungSgefcpaft einen oorjngSweife religiöfen Sparatter geben. Siberfd;on ber SBunfd; felbft muf erft in ttareS £id;t gefteHt werben, bamit uid;t burd;falfd;e Sluffaffuug unb untluge 23egeprlid;tcit nad; SSefriebigung beSfelben baSjenige eut=ftepe, WaS man im tabelnben (Sinne beS SBortS pietiftifd;e G^iepung nennt. (SSgl.ba 3 u bie coang. ißäbagogif beS Unterjeidjneten, 3. Slnfl. ©.219 f. unb'bie einfcplägigenfpäteren Slititel ber Gncptlopäbie.) Jener SBunfd; wirb gcrabe baburcp nicpt jur Gr,füHung gebrad;t, woburd; ipu fold; unttugeS S3erfapren realifiren Witt, bnrcp ttnaufpör»tidjeS SSorprebigen, burd; Stötpigung 31 t gepäuften SlnbadjtSübungen, burd; gorberungfrommer Gmpfinbungen, Sleufernngcn unb Setenntnijfe; entweber macpt man bentßinbepieburcp bie Religion gerabeju wiberWartig, beffen gefunber ©inn gegen folcp einefdjwa&pafte, fid; jur ©d;au tragcnbe grümmigteit, gegen fold; ein £reibpauS=Gpriftcn*tpum reagirt, ober ift ber Junge fd;lan genug, 3 U inerten, baf eS ipmS3ortpeil bringt,in foldje SBiinfdje mit fd;eiubarem Gifer cinjugepen; bann ift ftatt Sinberglauben® oicl=mepr $inberpcnd;elei erhielt unb an bie ©teile ber Ginfalt bie Süge getreten. GS iftaber jene S3etümmerniS and; oft eine gaitj überfliiffige. Sie ©efd;id;te leprt nicpt, baf